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Gemeinderat Wörth 

216 Stunden lang fährt keine S-Bahn

In zwei Jahren startet die Erneuerung der Bahnüberführung in Wifling. Auf die Gemeinde kommen hohen Kosten zu, auf die Anwohner Lärm und auf die Bahnkunden Schienenersatzverkehr.

Von Vroni Vogel

WiflingGrünes Licht für die Erneuerung der Bahnüberführung über die Harlachener Straße in Wifling gab der Wörther Gemeinderat am Montagabend. Damit stimmte das Ratsgremium der Vorzugsvariante der Bahn zu. Die Bauphase soll in zwei Jahren starten, sieben Monate dauern und bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Der Beschluss zur Brücke war zunächst vertagt worden (wir berichteten). Der Grund: Die Gemeindeverwaltung war vom Gremium beauftragt worden, vorher die Förderfähigkeit der Baumaßnahme mit der Regierung von Oberbayern abzustimmen. Nach aktueller Berechnung auf der Grundlage geschätzter Kosten und eines vorläufigen Kostenteilungsschlüssels beläuft sich der Gemeindeanteil auf rund 630 000 Euro. Die Kommune rechnet mit einer Förderung von etwa 50 Prozent, sodass die tatsächlichen Kosten für die Kommune zwischen 300 000 und 400 000 Euro liegen dürften.

Wichtig war der Gemeinde auch, dass der ortsbildprägende große Baum in der Nähe der Bahnüberführung erhalten bleibt, was als Zusatz in den Beschluss aufgenommen wurde.

Die Vorzugsvariante der Bahn sieht vor, das Brückenbauwerk an der S-Bahnstrecke im Schutze von Gleishilfsbrücken herzustellen. „Ein wesentlicher Vorteil davon ist, dass der Verkehr auf der Harlachener Straße und auf der Ortsstraße Im Krückel bis auf kurze Sperrpausen gewährleistet ist“, wird in den schriftlichen Erläuterungen der Sach- und Rechtslage festgehalten. Weitere Vorteile dieser Variante seien zudem ein geringerer Platzbedarf gegenüber einer sogenannten Verschubvariante, weniger Aufwand für die Medienumverlegungen – dabei geht es etwa um Strom, Gas, Wasser & Co. – im Baufeld sowie eine geringere Beeinflussung von Natur und Umwelt.

Doch es gibt für die Anwohner und die Bahnkunden auch einen gravierenden Nachteil: „Die Herstellung der Verbauten wird etwa neun Tage rund um die Uhr dauern, sodass die S-Bahn-Strecke rund 216 Stunden voll gesperrt ist und ein Schienenersatzverkehr erforderlich sein wird.“ In dieser Zeit sowie während der Abbrucharbeiten des Bestandsbauwerks sei mit einer erhöhten Lärmbelästigung zu rechnen.

Bei der Vorzugsvariante wurde das gemeindliche Verlangen berücksichtigt, die Straßenunterführung aus Verkehrsicherheitsgründen aufzuweiten. Die lichte Weite soll 8,50 Meter und die Höhe 4,50 Meter betragen. Der Gehweg soll 2,50 Meter und die Fahrbahn 5,50 Meter breit werden. Auch ein Schrammbord mit 0,50 Metern ist vorgesehen. Mit dieser Lösung will die Kommune die Engstelle im Tunnel beseitigen.

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