Vor Gericht: Drogen-Screening ist für 19-Jährigen jetzt Pflicht

Taufkirchen - Eigentlich war alles erledigt, doch weil er sich nicht an die Auflagen zur Einstellung des Verfahrens hielt, landete ein 19-Jähriger aus Taufkirchen erneut auf der Anklagebank.

Zurück geht das Verfahren auf den 17. April 2014, als der damalige Auszubildende mit acht Päckchen Marihuana erwischt wurde. Dabei handelte es sich jeweils nur um 0,1 Gramm. Seine Aussage, einen einzigen Einkauf in einer Diskothek „in acht Portiönchen eingeteilt“ zu haben, war deshalb durchaus glaubhaft. Das Verfahren wurde eingestellt, der 19-Jährige jedoch verpflichtet, über die Dauer eines halben Jahres nach Weisung ein Drogen-Screening zu absolvieren. Was er aber gerne verschluderte, so dass das Verfahren erneut eröffnet wurde.

Vor Gericht gab sich der Angeklagte erneut geständig und blickt optimistisch in die Zukunft. Zwar sei die Lehre abgebrochen, doch in Kürze trete er bei einer Zeitarbeitsfirma an. Die Jugendgerichtshilfe bestätigte ihm eine „selbstversorgende und selbsterhaltende“ Lebensführung. Richter Michael Lefkaditis mochte diesmal jedoch mit einem Urteil mehr erzieherische Kontrolle ausüben. Er verurteilte den 19-Jährigen zu einem Tag Sozialdienst mit acht Stunden und wiederum ein Drogen-Screening auf die Dauer eines halben Jahres. Zudem muss er den Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma in Kürze vorlegen. Auf eine Geldauflage, wie von der Staatsanwältin gefordert, verzichtete der Richter, da der Angeklagte momentan nicht über die Mittel verfügt. Das Urteil statt einer neuerlichen Einstellung sei „erzieherisch sinnvoller“, erklärte Lefkaditis. Sollte der Bursche die Auflagen erneut „verschludern, kann Ungehorsamkeitsarrest angeordnet werden“.

Gert Seidel

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