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Vor Gericht: Tierpräparate ohne Genehmigung verkauft

Östlicher Landkreis - Fast ein Jahr lang hat ein 62-jähriger Frührentner zum Teil art- und naturschutzrechtliche geschützte Vogelpräparate ohne Vermarktungsgenehmigung verkauft. Jetzt stand er dafür vor Gericht.

Wegen des Verkaufs von art- und naturschutzrechtlich geschützten Vogelpräparaten in mindestens acht Fällen - alle über das Onlineportal eBay - musste sich der Mann aus dem östlichen Landkreis vor dem Amtsgericht Erding verantworten. Zu einer Verurteilung wegen des Vergehens gegen das Bundesnaturschutzgesetz kam es aber dennoch nicht.

Die Vorgeschichte erzählte sein Verteidiger, Rechtsanwalt Martin Paringer aus Erding. Sein Mandat habe vor einigen Jahren einen schweren Autounfall gehabt und sich seither als Frührentner mit 565 Euro Rente jeden Euro erstreiten müssen. Um finanziell über die Runden zu kommen, entsann er sich seinen Fähigkeiten als Tierpräparator und kaufte über das Onlineportal eBay nach und nach einige Präparate, um sie aufzufrischen - darunter Rebhühner, Eichelhäher und unter anderem einen Graureiher. Dabei gaben die Verkäufer stets das Kürzel VmG für Vermarktungsgenehmigung an. Der 62-Jährige überarbeitete die Exemplare und bot sie wiederum an, ebenfalls mit dem Kürzel VmG, weil dies von eBay eben so verlangt werde.

„Ich habe mich dabei selbst ausgeschmiert“, erklärte er dem Gericht, „weil ich teilweise unter dem Einkaufspreis verkaufen musste“. Er habe praktisch keinen Gewinn gemacht. Letztendlich ging es aber nicht darum, sondern um die fehlende Vertriebsgenehmigung, Die wiederum ist für Altpräparate vor 1981 theoretisch nicht erforderlich. Hier genügt ein Nachweis, dass man sie legal besitzt, etwa eine Eidesstattliche Versicherung, man habe dergleichen im Erbe auf dem Dachboden gefunden.

Kompliziert wird der Handel aber auch dadurch, dass Vögel, die unter Artenschutz stehen, gar nicht vermarktet werden können, andere eben die VmG benötigen, welche beim Landratsamt ausgestellt wird, erklärte die zuständige Sachbearbeiterin für Arten- und Naturschutz. Er habe dies bei jeder Lieferung geprüft, erklärte der Angeklagte und deshalb beim Weiterverkauf das Kürzel VmG hinzugefügt.

Für seinen bislang unbescholtenen Mandanten hoffte Rechtsanwalt Paringer auf eine Einstellung des Verfahrens. Die Staatsanwältin wollte dem zwar nachgeben, nicht jedoch ohne Geldauflage. Es könne nicht angehen, „dass man einfach irgendetwas bei eBay abschreibt“. Schließlich einigte man sich auf eine Geldauflage, die auf Wunsch des Angeklagten an den Bund Naturschutz Bayern in Raten zu zahlen ist.

Gert Seidel

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