Wahl-Bayerin Martina Oster lebt und arbeitet in Mittbach. Foto: privat

Geschäftsidee: Feiern auf gut Bayerisch

Mittbach - „Festl-Ideen“, heißt das attraktive Geschäftsmodell von Martina Oster aus Mittbach.

Die gebürtige Brandenburgerin, die in Baden-Württemberg aufgewachsen ist, hat sich zunächst einmal selbst mit den bayerischen Traditionen vertraut machen müssen - beim Besuch eines Volkstanzkurses beim Isener Trachtenverein.

Aber hätte Martina Oster während der Grundschulzeit ihrer Tochter nicht im Elternbeirat mitgearbeitet, hätte sie vermutlich nie erfahren, wie viel Spaß es ihr macht, Feste zu organisieren. Letzter Anstoß war der Rat eines Bekannten. „Warum machst du das nicht beruflich?“, hatte der gefragt, als sie ihm von den Festen vorgeschwärmt hatte, die sie für die Grundschule Isen auf die Beine gestellt hatte.

Die Idee, bayerische Feste auszurichten, hat aber auch ein wenig mit ihrer Hochzeit zu tun. Die hatte das deutsch-französische Ehepaar - Ehemann Frederic kommt aus Paris - unter weiß-blauen Vorzeichen in München gefeiert, zum Vergnügen der internationalen Hochzeitsgesellschaft.

Die Künstler für ihre Festl fand Oster zum Teil direkt in der Nachbarschaft, wie die Isner Klarinetten-Musi oder die Westacher Musi. Gourmet-Koch Johannes Hacker, der ihre Gäste kulinarisch verwöhnt, wohnt wie Ludwig Vitzthum von der Musikgruppe Hoglbuachan sogar nur wenige Häuser entfernt. Oster vermittelt auch Kapellen, Musikgruppen, Chöre und Einzelinterpreten aus der Region.

Da ihre Kunden oft recht spezielle Wünsche an sie herantragen - so hat sie für das Teambildungsseminar einer französischen Firma einen Jodelkurs organisiert - führt Oster inzwischen Künstler aus ganz Oberbayern in ihrer Kartei.

„Das Tolle ist, dass jeder Auftrag eine neue Herausforderung ist“, sagt die studierte Gymnasiallehrerin für Biologie und Geographie, die vor der Geburt ihrer Tochter bei einem Verlag als Medienleiterin gearbeitet und ein Jahr in Kamerun gelebt hat.

Ein wenig schade findet sie, dass es aus der ursprünglich avisierten Klientel nichts geworden ist. Eigentlich wollte sie ihre „Festl-Ideen“, so lautet auch der Name ihrer Firma, Seniorenwohnheimen anbieten. „Alte Leute in Heimen haben wenig Abwechslung“, weiß sie, weil ihr Vater lange in einem Pflegeheim gelebt hat. Doch diese arbeiten meist mit lokalen Künstlern zusammen, die ihre Dienste oft kostenlos anbieten. Umso schöner findet sie, dass es zumindest einmal mit einem bayerischen Volkstanzabend in einem Heim geklappt hat. „Da hat eine 95-Jährige am eifrigsten das Tanzbein geschwungen“, erinnert sie sich.

Zu ihren Kunden zählen vor allem Firmen und Arztpraxen. Einmal hat sie auch ein bayerisches Büfett für eine Reisegruppe vorbereitet - mitten im Münchner Hauptbahnhof. Dass ihre Klienten oft „Zuagroaste“ sind, hindert sie nicht daran, auf echte bayerische Tradition zu achten. So redet sie einer Firma, die männlichen wie weiblichen Mitarbeitern einen Schuhplattlkurs offerieren will, dieses Ansinnen schon mal aus. „Immerhin ist Schuhplattln eine traditionelle Tanzform für Männer“, sagt sie. Und noch eins hat die Wahl-Bayerin inzwischen gelernt: Sich auch im Dirndlgwand wohl und repräsentativ angezogen zu fühlen.

(ahu)

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