Ein großer des Austropop: Wolfgang Ambros (M.) mit seinem Kollegen Günter Dzikowski im Klementsaal. Foto: Fischbeck

Wolfgang Ambros im Klementsaal

Gezeichnet vom Leben

Isen - „Gezeichnet fürs Leben“ heißt eines der großen Lieder von Wolfgang Ambros. Bei seinem Konzert in Isen war der österreichische Liedermacher selbst gezeichnet: von einer Rückenpoperation. Die Fans waren dennoch begeistert.

Mit Wolfgang „Wolferl“ Ambros ist am Donnerstagabend im Isener Klementsaal einer der größten Musiker Österreichs im Klementsaal in Isen aufgetreten.  Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Günter Dzikowski spielte er Klassiker, neue Songs aus dem aktuellen Album „190352“ und auch Titel von seinem verstorbenen Freund Georg Danzer. Etwa 350 eingefleischte Ambros-Fans aus nah und fern waren bei „Ambros pur“ mit dabei.

Als Folge seiner Operation verbrachte der Begründer des Austropops das Konzert sitzend auf einem Hocker.  Der Operation musste er sich nach einem Sturz unterziehen. Vor jedem seiner Lieder erzählte er den Fans die Geschichte, wie es entstanden war. Wie beim Song „Schaffnerlos“, den er schrieb als Ende der 70er Jahre in Wien der Schaffner in der Straßenbahn gegen einen mechanischen Fahrkartenentwerter ersetzt wurde. Glänzende Augen im Publikum gab es vor allem beim Klassiker „Langsam wachs ma zam“.

Seinen Schmäh hat Ambros über die Jahre hinweg nicht verloren. Als die beiden Musiker anfangs einen Song eher beendeten, als die Gäste dachten und daher erst einmal ziemlich verdutzt waren, meinte Ambros, dass diese sich heute schon darauf einstellen müssten – das Publikum lachte. Aber auch ein besonderer Song „von einem Mann der leider nicht sehr alt geworden ist, aber ein opulentes Werk hinterlassen hat“, wie Ambros sagte, gab er zum Besten. Gemeinsam mit besagtem und 2007 verstorbenen Georg Danzer sowie Reinhard Fendrich bildete Ambros einst die legendäre Formation „Austria 3“. In Isen würdigte er Danzer mit dem Song „Weiße Pferde“.

Insgesamt umfasste „die kleine aber feine Sommertour“ von Ambros sechs Stationen. Den Abschluss bildete gestern Abend das Konzert im Prinzregententheater in München.

Tobi Fischbeck

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