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Auf dem Olymp: Jupiter, Juno, Merkur und Kinder.

Premierenkritik

Göttliche Begierde nach irdischen Frauen

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Dorfen - Göttervater im Liebesrausch: Jupiter hat genug von seiner Frau und geht auf die Pirsch nach irdischem Frischfleisch. Die Opera Incognita bringt mit „Nicht von dieser Welt“ eine exzellente Musicalproduktion auf die Bühne im Jakobmayer- Saal. Das Premierenpublikum ist begeistert – es gibt Szenenapplaus und Bravo-Rufe.

Mit der deutschen Fassung von Cole Porters „Out of this World“ betritt die Opera Incognita Neuland und bringt erstmals eine Musical auf die Bühne. In der Inszenierung von Andreas Wiedermann unter der musikalischen Leitung von Ernst Bartmann beweist die Operncompagnie, dass auch eine kleine Musicalproduktion durchaus hohen Unterhaltungswert haben kann. Und auch diesmal zeigt sich: Die Zusammenarbeit der Opera Incognita mit den Freunden des Jakobmayer ist für Dorfen ein Glücksfall. 

Das Bühnenbild von Anton Empl ist gewohnt spartanisch: Die verschiedenen Szenerien auf dem Olymp und in der griechischen Taverne werden lediglich durch zwei Wandelemente, Stühle, Schriftszüge und aufblasbare Planschbecken angedeutet. Es ist aber dieser Minemalismus, der die Produktionen der Opera Incognita auch so unverwechselbar macht. 

Jupiter in der Gestalt des Reporters fällt über Helen her.

In der Darstellerriege gibt es ein Wiedersehen mit zwei Künstlerinnen, die bei Dorfener Produktionen bereits zu sehen waren. Die Mezzosopranistin Carolin Ritter begeistert nicht nur gesanglich, sondern überzeugt auch schauspielerisch als Juno, der sitzengelassenen Ehefrau von Jupiter. Sie wird an diesem Abend als betrogene Götter- Ehefrau, die längst erkannt hat, dass ihr Marktwert im Treiben der Begierde gegen Null sinkt, zum Publikumsliebling und mit dem größten Beifall bedacht. Auch Elisabeth Margraf brilliert mit ihrer wunderbar klaren Stimme und setzt auch schauspielerisch Akzente in ihrer Doppelrolle als Chloe und Nacht. Margraf ist auch für die Choreographie verantwortlich und sorgt für schöne Tanzmomente auf der Bühne. 

Der in Armstorf aufgewachsene Markus Alexander Neisser überzeugt sowohl stimmlich als auch schauspielerisch in der Doppelrolle als Göttervater Jupiter und Reporter Art O‘Malley. Als Jupiter ist er der Macho, der nur eins im Sinn hat: Sex. Als Reporter ist er der eher etwas prüde, aber sensationsgeile Journalist, der die Arbeit über seine frisch angetraute Frau stellt. Ausdrucksstark ist seine Mimik. 

Martina Mühlpointner verkörpert als schöne Helen das Objekt der Begierde Jupiters. Sie ist nicht nur stimmlich außergewöhnlich, sondern bringt in ihre Rolle auch das gewisse Sexappeal ein, das nachfühlen lässt, warum ihr Jupiter verfallen ist. In der Rolle von Jupiters Sohn Merkur überzeugt Robert Gregor Kühn durch starke Bühnenpräsenz und einer sehr angenehmen Stimme. Auch ein Einheimischer trumpft auf: Max Hupfer spielt den vom FBI wegen Steuerhinterziehung gesuchten Niki Skolianos sehr überzeugend und witzig – er gibt glaubhaft das durchtriebene Schlitzohr. Ein echter Genuss ist auch der Chor, der sich Großteils aus Schülerinnen und Schüler des Dorfener Gymnasiums rekrutiert. Sowohl gesanglich als auch schauspielerisch und tänzerisch fügen sich die jungen Leute nahtlos in die Riege der Profidarsteller ein. 

Großartige Arbeit hat auch der musikalische Leiter Bartmann geleistet. Er hat zusammen mit einer Jazzcombo die Musik hervorragend interpretiert. Es sind schmissige Töne, die da herausgekommen sind, und die die lustige Handlung des Musicals wunderbar transportieren. Der Opera Incognita ist es gelungen, mit dem Cole-Porter-Musical ein gutes Stück Broadway-Gefühl in den Jakobmayer-Saal zu bringen. Ein großartiges Ensemble, die intime Atmosphäre des historischen Saales und und die schnell ins Ohr gehende Musik machen „Nicht von dieser Welt“ zu einem empfehlenswerten Musical, das wirklich sehr gut unterhält. Das Premierenpublikum war begeistert. Nicht nur Szenenapplaus wurde gespendet, sonder auch ein langanhaltender Schlussapplaus und Bravo-Rufe. 

Weitere Aufführungen des Musicals gibt es am 2., 5., 28., 29. und 30. Januar. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Karten für das Musical gibt es bei Ticket Treff Dorfen, Tel. (0 80 81) 13 93.

Die Handlung

Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein. Besonders wenn man es wie Jupiter bei seiner Gattin Juno nicht mehr aushält und ständig auf die Pirsch nach irdischem Frischfleisch geht. Des Göttervaters Objekt der Begierde ist eine verheiratete Frau – die Amerikanerin Helen Kenyon, die frisch mit dem Reporter Art O’Malley vermählt ist. Jupiter verschafft sich den erwünschten Verkehr in der Gestalt des Gatten, mit Hilfe seines Sohnes Merkur und der Gier O’Malleys nach einer Story um einen vom FBI gesuchten Steuerflüchtling, der in Griechenland als Niki untergetaucht ist. Die betrogene Helen entscheidet sich, nachdem Jupiter sich ihr offenbart und Unsterblichkeit angeboten hat, für ihren Mann, der dann auch noch seine Story bekommt.

Die Akteure

Solisten: Elisabeth Margraf (Chloe und Nacht, Choreographie), Martina Mühlpointner (Helen), Markus Alexander Neisser Jupiter), Carolin Ritter (Juno), Robert Gregor Kühn (Merkur), Max Hupfer (Niki). Chor: Alina Anzenberger, Lisa Breiteneicher, Sabine Brosch, Nadine Caspar, Florian Gfüllner, Johanna Gfüllner, Thomas Greimel, Stephan Hinzen, Arnold Holler, Franziska Mandl, Laura Scharl, Georg Schwarz, Nina Skalitzky, Verena Skalitzky, Stefanie Sorke, Korbinian Strasser, Fabian Wildgrube. Musikalische Leitung: Ernst Bartmann, Inszenierung: Andreas Wiedermann, Bühne: Anton Empl, Kostüme: Barbara Gruber, Sound, Technik: Konstantin Riedl, Lichtdesign: Jan- Robert Sutter, Produktionsleitung: Evi Festl.

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