In der Goldach bei St. Wolfgang

Holzschutzmittel löst Fischsterben aus

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St. Wolfgang - Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist im Landkreis ein Fischsterben größeren Ausmaßes angerichtet worden. Verursacht wurde die Umweltkatastrophe in der Goldach durch das fahrlässige Einleiten von Holzschutzmittel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die massive Gewässerverschmutzung hat sich nach Angaben der Dorfener Polizei und des Wasserwirtschaftsamtes München bereits am 30. Oktober ereignet. Augenzeugen teilten in den Nachmittagsstunden mit, sie hätten auf der Goldach zwischen St. Wolfgang und Schwindkirchen zahlreiche verendete Fische entdeckt. Die Beamten sicherten Spuren und informierten das Wasserwirtschaftsamt.

Der Verursacher stand rasch fest, er meldete sich selbst bei der Polizei. Hans Rumpfinger, Vize-Chef der Dorfener Polizei, berichtet, dass ein Behältnis über einen Schlauch mit Wasser befüllt worden sei, in dem sich bereits Imprägniermittel für Holz befunden habe. Nachdem die Wasserzufuhr abgestellt worden war, kam es zu einem Rückfluss durch den Schlauch. So gelangte das hochgiftige Wasser-Holzschutzmittel-Gemisch in die Goldach.

Mit gravierenden Folgen: Das Wasserwirtschaftsamt spricht von einer „schweren Schädigung auf einer Länge von 16 Kilometern“. Das „aquatische Ökosystem“ sei völlig aus dem Gleichgewicht geraten. In dem Bericht der Behörde heißt es: „Insbesondere betroffen sind der Edelkrebsbestand und die Bachflohkrebs-Population.“ Sie habe nicht nur eine „elementare Bedeutung innerhalb der Nahrungskette der Salmoniden (Forellen) in der Goldach, sondern stellen auch den zentralen Ankerpunkt eines Fluss-Ökosystems dar“.

Das Wasserwirtschaftsamt kündigt an, „Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten, die zu einer schnellen Erholung des Gewässers führen“. Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamtes, erklärte, dabei sei der Fischereifachberater des Bezirks Oberbayern eingebunden.

Experten raten derzeit davon ab, neue, junge Forellen in der Goldach zwischen St. Wolfgang und Schwindkirchen einzusetzen. „Sie würden derzeit nicht genügend Nährtiere vorfinden“, so ein Sprecher des Wasserwirtschaftsamtes.

Über den Verursacher sagen die Behörden nichts. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung ermittelt.

Erst im Juni war es in der Sempt in Erding und nördlich davon zu einem Fischsterben gekommen, nachdem bei der Sanierung des Stadtwehrs der Pegel aus Versehen zu stark abgesenkt worden war.

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