Ein „unsichtbarer“ MdB Franz Obermeier ärgerte die rund 250 Demonstranten

Grabesstimmung am Flughafen

Flughafen - Rund 250 Startbahngegner trugen am Flughafen Attaching zu Grabe. Denn, da waren sich die Demonstranten einige, eine dritte Startbahn bedeutet "das Todesurteil" für den Freisinger Ortsteil.

Rund 250 Startbahngegner, teils in Schwarz gekleidet und Trauerflor tragend, hatten sich unter dem hypermodernen Dach des MAC versammelt, um, so der örtliche BI-Vorsitzender Franz Spitzenberger, „ein weiteres Zeichen gegen die Zerstörung von Attaching zu setzen“. Damit die Fluggäste, die von Terminal 1 zum Terminal 2 hasteten, nicht glaubten, es handele sich beim Rundgang mit Blasmusik um eine weiß-blaue folkloristische Tradition, sondern mitbekamen, um was es ging, herrschte an Transparenten und Bannern kein Mangel.

Dass die Versammlung um den Grabstein herum irgendeine Art Protest sein dürfte, merkten die Passagiere spätestens dann, als Michael Buchberger zum Mikro griff und immer wieder Pfiffe gegen die Verantwortlichen bei Freistaat, Stadt München und FMG hervorrief: CSU-MdB Franz Obermeier sei „unsichtbar“ und gebe wohl nur ein Lebenszeichen von sich, wenn es in Berlin Freibier gebe, so Buchberger. Die ganze Riege der bayerischen Minister, CSU, FDP und SPD im Landtag - sie alle beschuldigte Buchberger der „Feigheit“, weil keiner der Einladung der BI, sich die Situation vor Ort anzuschauen, gefolgt sei. Einzig die regionalen Politiker stünden in großer Mehrheit hinter dem Abwehrkampf, sagte Buchberger in Anwesenheit von Landrat Michael Schwaiger, den Freisinger Bürgermeistern Rudolf Schwaiger und Benno Zierer sowie einigen Stadträten.

Was mit der Startbahn auf Attaching zukomme, lasse ein Leben im Dorf nicht mehr zu: Mehr als 500 Überflüge täglich in 50 bis 80 Meter Höhe plane die FMG auf der dritten Startbahn, ein Dauerschallpegel von 71 dB(A) mache den Aufenthalt im Freien unmöglich, das Absturzrisiko steige um das Hundertfache, Attaching hätte damit das größte Absturzrisiko in Deutschland zu ertragen. Doch man setzt mindestens noch auf „ein großes Pfund“: Die Zusage der katholischen Kirche, Grundstücke im Bereich der Startbahn weder zu verkaufen noch zu tauschen.

Keinen Anlass, eine „Trauerrede“ zu halten, sah Christine Margraf vom Bund Naturschutz: „Wir geben nicht auf, wir haben die besseren Argumente“, machte sie Mut, wetterte gegen den „technokratischen Machbarkeitswahn“ und den „Altar des selbst geschaffenen Wachstumszwangs“, auf dem Wohlbefinden, Heimat und Lebensqualität nicht geopfert werden dürften. Wenn das Bundesumweltamt sage, beim Lärmschutz sei noch jede Menge Arbeit in Deutschland zu leisten, dann habe sie einen „schnellen, einfachen und billigen Vorschlag: Verzicht auf die dritte Startbahn.“

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