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Auch am Flughafen München wurden Sicherheitsfirmen vom Zoll überprüft.

Groß-Razzia: Sicherheitsfirmen im Visier des Zolls

Flughafen - Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch eine Groß-Razzia gestartet: Im Visier stehen Sicherheitsfirmen, eine davon am Flughafen.

Eine ganze Armada an Fahndern schwärmte am frühen Mittwochmorgen in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen aus. 140 Einsatzkräfte vom Hauptzollamt München sowie von der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft Landshut durchsuchen neun Sicherheitsfirmen und Steuerkanzleien. Auch die Wohnungen von sechs Verantwortlichen wurden ordentlich auf den Kopf gestellt.

Nach Angaben von Zoll-Sprecher Thomas Meister geht es um Sozialbetrug und Steuerhinterziehung in ganz großem Stil. Die öffentliche Hand könnte um einen Millionenbetrag hintergangen worden sein. Das Perfide: Mindestens eine der Firmen befindet sich in öffentlicher Hand. Der Staat hätte sich damit selbst betrogen.

Im Zentrum der Ermittlungen steht am Flughafen München nach Recherchen unserer Zeitung die Firma CAP. Dabei handelt es sich um eine Konzerntochter der Flughafen München GmbH (FMG). Die FMG wiederum gehört Freistaat, Bund und Landeshauptstadt, befindet sich also in öffentlicher Hand. Das CAP-Personal ist für die Mitarbeiterabfertigung vor dem Sicherheitsbereich sowie die Kontrolle des Gepäcks verantwortlich. Bei der CPA hatten die Ermittlungen begonnen.

Meister erklärt das Vergehen, das der Zoll dem CAP-Management vorhält: „Die Löhne einer Vielzahl von Sicherheitskräften wurden gesplittet.“ Darauf sei man durch einen Abgleich von Arbeitnehmerdaten mehrerer Firmen gestoßen. Eine Stelle wurde demnach in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis und einen 400-Euro-Job aufgeteilt. Besagter Posten wurde aber nur mit einer Person besetzt. Die Folge laut Zoll: Für den 400-Euro-Anteil mussten weniger Sozialabgaben abgeführt werden, handelt es sich doch um ein „geringfügige Beschäftigungsverhältnisse“. Dass sich die Razzia auf drei Bundesländer erstreckt, begründet Meister damit, „dass wohl mehrere Firmen zusammengearbeitet haben“.

Die FMG hielt sich mit öffentlichen Äußerungen am Mittwoch zurück. Flughafen-Sprecher Ingo Anspach erklärte nur: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir noch nichts sagen, weil die Ermittlungen gerade erst angelaufen sind.“ Anspach versicherte jedoch, „dass wir die Behörden bei ihrer Fahndung natürlich aktiv unterstützen werden“.

Am ersten Tag der Fahndung konnten mehrere Computer sowie kistenweise Unterlagen sichergestellt werden, so der Zoll-Sprecher. Die Auswertung wird sich über einige Monate hinziehen. Zunächst interessieren sich die Ermittlungsbehörden für die Verantwortlichen. „Möglicherweise rücken aber auch Angestellte ins Visier, die sich auf das Splitting eingelassen haben“, so Meister.

 von Hans Moritz

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