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Schon bald Postkarten-Idylle: Das Häuserensemble am Rathausplatz ist bald Geschichte. Das Rathaus und das Nachbargebäude (M.) werden Ende des Jahres abgerissen. An der Stelle wird ein Neubau errichtet.

Stadtrat Dorfen

Das Dorfener Rathaus wird plattgemacht

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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Dorfen - Der Dorfener Stadtrat hat den Weg freigemacht für den Neubau eines modernen Rathauses. Ohne große Diskussion stimmte das Gremium für den Entwurf der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt. Das bestehende Rathaus wird abgerissen.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) machte zu Beginn der Debatte deutlich, dass über die gesamte Planungsphase des Rathaus-Neubaues hinweg „völlige Transparenz“ herrschte und der Stadtrat über alles Details informiert worden sei. Der Stadtchef erinnerte auch daran, dass an dem Prozedere zahlreiche Experten, darunter mit Dr. Hildegard Sahler auch eine Vertreterin des Landesamts für Denkmalpflege beteiligt gewesen sei. Dass vom Landesamt jetzt plötzlich des Erhalt bestehenden Rathauses gefordert werde, „hat mich irritiert“, sagte Grundner. Die an den Planungen beteiligte Vertreterin des Landesamts für Denkmalschutz habe dies während der Planungsphase nie so deutlich gemacht, und letztlich auch keine Einwendungen gegen die Planungen der Stadt gehabt. 

Jetzt gelte es, die Entwurfsplanung schnell auf den Weg zu bringen, sagte Grundner. Die Feinplanung der neuen Fassade werde auch im Stadtrat und im Bauausschuss beraten. Es gelte, „städtebaulich eine Lösung zu finden, die den historischen Kontext der Altstadt ingesamt“, aber auch einer zeitgemäßen, modernen Verwaltung entsprechenden Maßstäben Rechnung trage. Das neue Rathaus werde „ein integrativer Punkt“ werden, der auch die Innenstadt stärken werde, zeigte sich Grundner zuversichtlich. 

Uli Frank-Mayer (Grüne) wollte vom Bürgermeister wissen, ob das Denkmalamt wirklich „in gebührender Weise eingebunden“ war. „Noch gebührender hätte die Einbindung gar nicht stattfinden können“, sagte der Stadtchef dazu. Das Landesamt sei letztendlich „vom Anfang bis zum heutigen Tag“ an der Planung des neuen Rathauses beteiligt gewesen. 

Heiner Müller-Ermann (SPD) stimmte Grundner vollumfänglich zu. Bei der Sitzung des Preisgerichtes sei die Vertreterin der Denkmalbehörde „dezidiert“ gefragt worden, „ob sie mit vorliegenden Plänen leben“ könne, ob das aus denkmalpflegerischer Sicht in Ordnung sei. „Frau Dr. Sahler hat dem nicht nur nicht widersprochen, sie hat das bejaht. Das war eine absolute Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege. Und zwar nicht von einer Praktikantin, sondern von der für uns zuständigen, promovierten Denkmalpflegerin.“ Dass die Behörde jetzt plötzlich das ganz anders sehe, „das soll die Behörde mit sich ausmachen, was sie da für einen Auftritt hinlegt.“ 

Der Beschluss, das Architektenbüro Diezinger aus Eichstätt mit der Umsetzung seines Wettbewerfsentwurfs zu beauftragen, fiel im Gremium einstimmig. Damit steht fest, dass das bestehende Rathaus und das im Besitz der Stadt befindliche Nachbargebäude abgerissen wird. 

Bürgermeister Grundner sagte gestern gegenüber der Heimatzeitung, dass jetzt schnell Kontakt mit Architekten aufgenommen werde, um einen Zeitplan für den Rathaus-Neubau aufzustellen. Dass von Seiten des Denkmalamtes noch ein „großes Veto“ komme, damit rechnet Grundner nicht. Er kündigte an, bei der Verwirklichung des Neubaus das Landesamt aber weiter um Stellungnahmen zu bitten. „Ich will eine vernünftige und gute Lösung für Dorfen. Da kann externer Rat nicht schaden“, sagte der Stadtchef. Der Abriss des bestehenden Rathauses soll zum Ende diesen Jahres stattfinden.

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