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Protest aus St. Wolfgang: Die neue Trassenvariante der B 15 „bedeutet auch für alle, die bisher dachten, dass es sie nicht betrifft, dass der abendliche oder sonntägliche Spaziergang im Lappacher Forst vorbei ist“, sagt Stefan Demmel aus der Goldachgemeinde.

Grundner: Da gibt es jeden Protest

"Nein, so nicht": B15 neu erzürnt die Gemüter

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Dorfen - Wenn selbst eingefleischten CSU-Mandatsträgern die Zornesröte ins Gesicht steigt, dann brennt es. Die am Wochenende von Joachim Hermann vorgestellte Trasse für die B 15 neu erzürnt die Gemüter.

Dorfens Stadtchef Heinz Grundner (CSU) war am Dienstag noch aufgebracht, über das, was da am Samstag bei dem Treffen in Hinterberg von Innenminister Hermann aufgetischt wurde. „Die Vorgehensweise der Obersten Baubehörde und des Innenministeriums ist unerträglich und ein Affront gegen alle Kommunen, die mit der geplanten Trassenverschiebung der B 15 neu im östlichen Landkreis belastet werden sollen. So kann man mit uns nicht umgehen und so lassen wir mit uns auch nicht umgehen. Nein, so nicht.“

Fakt ist: Im Landkreis Mühldorf wird die bisher geplante, raumgeordnete Trasse zwischen Velden und Vilsbiburg abgelehnt. Mit Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) haben die Mühldorfer einen einflussreichen Fürsprecher. Und das zeigt Wirkung. Denn die Straßenbauverwaltung hat eine zusätzliche Trasse geplant.

Sie verläuft westlich der jetzigen B 15 und kreuzt damit auch weiterhin durch ihren Nord-Süd-Verlauf den Landkreis-Osten. Für Dorfens Bürgermeister ist klar: Huber wolle seinen Wahlkreis schonen, „und wir sollen hier alles aufnehmen“. Doch der Landkreis Erding sei mit dem Flughafen, der A 94 und dem Bahnausbau mehr als genug belastet.

Jetzt hier auch noch eine B 15 neu durchzubauen, dass werde man sich nicht gefallen lassen. „Da gibt es jeden Protest“, kündigt Grundner an. Schon in der Januar-Sitzung soll sich der Stadtrat mit der Planung auseinandersetzen. Zeitnah will Grundner auch eine Sitzung des Ostbündnisses dazu einberufen. Der Kreistag wird schon kommende Woche das Thema auf die Tagesordnung nehmen.

Grundner will auch innerhalb der CSU zum Widerstand aufrufen – und die Partei soll eine Resolution verabschieden. Das Argument, das mit der raumgeordneten Trasse der B 15 neu bei Mühldorf mit dem Thalhamer Moos ein FFH-Gebiet durchquert werden müsste, zieht bei Grundner nicht. Auch die A 94 durchquere ein FFH-Gebiet – „da war es egal“. Zudem sieht der Dorfener Stadtchef die Möglichkeit, den B 15-Trassenverlauf näher an Buchbach zu rücken und dann Richtung Südosten abzubiegen. Dann könnte das Thalhamer Moos umgangen werden.

„Maßlos verärgert“ ist Grundner auch über die Informationspolitik des Innenministeriums. Nur nach massivem Druck durch den CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz habe das Ministerium einen Tag vor dem Treffen überhaupt Informationen zur neuen Trassenvariante gegeben. „Das ist schlicht und ergreifend eine Frechheit, das ist unerträglich.“

"Keine vernünftige Vorinformation"

Die Art und Weise, wie das Innenministerium die Versammlung am Wochenende abwickelte, ist auch für den SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer eindeutig: „Schlechter hätte eine Versammlung nicht vorbereitet werden können.“ Es habe keine „vernünftigen Vorinformationen“ gegeben, Mühldorfer und Erdinger Mandatsträger habe man wie „zwei Züge aufeinander zurasen lassen“. Schurer: „So etwas habe ich in 14 Jahren als Bundestagsabgeordneter noch nicht erlebt.“

Die Dorfener SPD hat nur einen Kommentar zu den Plänen für die B 15 neu: „Das schlägt dem Fass den Boden aus!“ Die SPD lehnt die B 15 neu mit aller Entschiedenheit ab. „Sie hätte für unsere Region keinerlei Bedeutung. Denn die jetzige B 15 ist keine Straße mit hohem Durchgangsverkehr, die durch eine Autobahn entlastet werden müsste“, so Kreisvorsitzende Michaela Meister und Stadtrat Heiner Müller-Ermann. So würden zwischen Haag und St. Wolfgang 5300 Fahrzeuge in 24 Stunden fahren, zwischen St. Wolfgang und Dorfen 7400, zwischen Dorfen und Scheideck 9700, zwischen Scheideck und Taufkirchen 5600 und zwischen Taufkirchen und Hohenpolding 6600. Diese Zahlen des Innenministeriums stammten aus der letzten großen Zählung im Jahr 2010. Die B 15 weise damit eine Belastung auf, die deutlich unter dem Durchschnitt der deutschen Bundesstraßen mit 9900 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden lägen. Lediglich innerorts, wie beispielsweise in Dorfen mit 14 000 bis 16 000 Fahrzeugen in 24 Stunden, herrschten hohe Werte. Diese stammten jedoch vom Quell- und Zielverkehr.

Den Grund für die geänderten Pläne zur B 15 neu sieht die SPD ganz woanders: „Die Wahrheit ist, dass die B 15 neu eine reine Entlastungsautobahn für die A 8 und den A 99-Ostring in München werden soll. Sie soll den internationalen Transitverkehr anziehen, der zum Brenner und zur Tauernautobahn zielt. Dazu aber ist uns unsere Heimat zu schade. Nur um noch mehr Güter kreuz und quer durch die Lande zu transportieren, können wir nicht alles zubetonieren. Es wird jetzt schon mehr als genug Joghurt von Nord nach Süd und Schlachttiere von West nach Ost gekarrt, weil Großkonzerne selbst im Cent-Bereich miteinander konkurrieren. Es muss endlich Schluss damit sein, dass für diesen Irrsinn immer weitere Großprojekte gebaut werden.“

Auch in St. Wolfgang machen die Gegner der B 15 neu mobil. Stefan Demmel hat am Dienstag in einer Mailaktion die Auswirkungen der neuen Trasse der B 15 auf St. Wolfgang aufgezeigt. „Geplant ist eine vierspurige ,Bundesstraße‘ auf dem Höhenzug von Lappach. Also raufgehend bei der Firma RoRo in Kalkgrub, über den Bramer Weiher, vorbei am Stall der Familie Schwimmer (Braun) bis zum Steinholz, quer durch das Waldstück zwischen Lappach und St. Wolfgang und rüber zum Sportheim St. Wolfgang. Alles wohlgemerkt vierspurig. Weiter geht’s durch das Holzstück bei Holzen in Richtung Spirkersberg. Das bedeutet auch für alle die bisher dachten, dass es sie nicht betrifft, dass der abendliche oder sonntägliche Spaziergang im Lappacher Forst vorbei ist. Keiner wird und kann eine vierspurige Fahrbahn mit Kind und Kegel überqueren können.“

Strikt abgelehnt wird die neue B 15-Trasse auch von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Er forderte „den sofortigen Stopp der Planung“. Der Landkreis Erding werde mit seinen politischen Gremien alles unternehmen, „dass wir eine solche Trassierung unmöglich machen“. Und auch Umweltministerin Ulrike Scharf spricht Klartext: Für Sie sind die Landschaftseingriffe und den Flächenverbrauch für die B 15 neu „nicht akzeptabel“.

Anton Renner

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