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Bürgermeister Heinz Grundner: Er glaubt an eine Trendwende im Stadtrat.

Gespräch mit dem Stadtchef

Grundner glaubt an die Trendwende

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Dorfen - Dorfen ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis. Und doch wird gespottet, Dorfen sei ein Dorf. Vor allem dann, wenn der Stadtrat ins Spiel kommt. Nicht selten gleichen Sitzungen einem Stammtischgeplänkel oder erinnern an das Königlich Bayerische Amtsgericht. Bürgermeister Heinz Grundner sieht aber eine Trendwende aufziehen.

Es war kurz nach der Kommunalwahl 2014, als Grünen-Stadträtin Ursula Frank-Mayer angesichts der Wiederwahl Grundners die Devise ausgab, es gelte jetzt, dem Bürgermeister das Leben so schwer als möglich zu machen. Es folgten politische Nackenschläge für den Stadtchef. Man stellte ihm mit Günther Drobilitsch als Vize-Bürgermeister alles andere als einen Vertrauten zur Seite. Wenig später wurde Grundner durch die Mehrheit der neuen Allianz aus SPD, Grünen und Landlisten vom Stadtrat als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke abgewählt – seinen Posten nahm Drobilitsch ein.

Die Stimmung im Stadtrat ist seither explosiv. SPD, Grüne und Landlisten machen Grundner das politische Leben in der Tat schwer. Sieht er das auch so? „Es gibt Phasen, wo man ganz gut mit den Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten kann und auch konstruktive Lösungen findet. Es sind aber auch Charaktere dabei, speziell bei den Grünen, die einfach völlig über die Stränge schlagen und überreagieren“, sagt er.

Als Beispiel nennt der Bürgermeister Frank-Mayers Beschwerde bei der Kommunalaufsicht im Landratsamt wegen einer nichtöffentlichen Stadtratssitzung. Es folgte eine Rüge der Kreisbehörde. Seither hat Grundner die Informationen an den Stadtrat auf das unbedingt notwendige Maß zurückgefahren – es gibt keine Vorberatungen, keine Fraktionsführerbesprechungen mehr: „Ich mache jetzt das, was offenbar gewollt ist.“ Dass es bei Sitzungen des Stadtrates regelmäßig kracht, hat für Grundner einen einfachen Grund. „So eine Sitzung ist ein großes Schaulaufen, da hat jeder seinen großen Pfauenschwanz dabei, und jeder versucht sich irgendwie in der Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Denn Stadträte wie Frank-Mayer oder Landlisten-Fraktionschef Martin Heilmeier sähen sich eben in der Oppositionsrolle „und fühlen sich darin offenbar auch wohl“, konstatiert Grundner.

Eigene Profilierung im Vordergrund

Eine intensive Meinungsbildung durch Diskussion sei wichtig. „Wenn die aber nicht mehr sachlich ist, weil sich welche profilieren wollen, funktioniert das nicht. Hier zeichnet sich besonders Frau Frank-Mayer aus“, urteilt der Stadtchef. Dass auch Grünen-Rätin Dorette Sprengel nicht seine „Busenfreundin“ ist, verhehlt er nicht. „Aber Frau Spengel ist ganz anders. Sie ist ein harter Diskutant und kann ein harter Gegner sein. Aber eines muss man ihr lassen: Sie ist immer bestens informiert.“

Dass im Stadtrat Parteipolitik eine gewichtige Rolle spielt, bedauert Grundner. Die Ursache dafür sieht auch er mit darin, dass eben in Dorfen wenig politische Veranstaltungen stattfänden und die handelnden Personen im Stadtrat und in den Parteien fast die selben seien. Aber Grundner sieht im Stadtrat neuerdings ein „Umdenken aufziehen“ und nennt hier beispielsweise die SPD- Stadträtin Simone Jell. Sie habe „ihren eigenen Kopf“ und würde über Parteiräson hinweg entscheiden. Auch bei den Landlisten sieht Grundner einen Wandel: „Das ist längst kein geschlossener Block mehr.“ Es gäbe Strömungen, die mitmachen wollten, Dorfen weiterzuentwickeln. „Manche Kollegen von den Landlisten arbeiten sehr pragmatisch.“

Grundsätzlich von der CSU unterstützt

Abstimmungsergebnisse wie bei der Wahl des Vize-Bürgermeisters oder seiner Abwahl als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke werden „Einmalvorfälle“ bleiben, ist sich Grundner sicher. „Ob diese Entscheidungen heute noch so fallen würden, wage ich zu bezweifeln.“

Dass angeblich seine eigene CSU-Fraktion nicht immer hinter ihm steht, sieht Grundner gelassen: „Wir haben keinen Fraktionszwang.“ Grundsätzlich sieht sich Grundner von der CSU-Fraktion unterstützt. Er nennt hier etwa Fraktionschef Michael Oberhofer sowie die Stadträte Barbara Lanzinger, Sebastian Sperr und Martin Greimel. So habe etwa Lanzinger bei der Stadtwerke-Affäre „deutlich ihre Meinung gesagt“. Dass das Thema Stadtwerke so hochgekocht wurde, sieht Grundner „einfach in der Schwäche des Aufsichtsratsvorsitzenden Drobilitsch“. Der Stadtchef macht hier aber auch klar, dass er, „egal wie sich die Sache auch weiterentwickelt“, nicht mehr in dieses Amt zurückkehren will. „Ich habe keine Lust darauf, mich permanent beschimpfen und abkanzeln zu lassen. Gegen Windmühlen zu kämpfen, lohnt sich nicht.“

Sorgen macht sich Grundner um die Außenwirkung Dorfens, die nicht die beste sei. Er werde bei Treffen mit anderen Bürgermeistern immer wieder darauf angesprochen: „Ja, was ist denn bei euch in Dorfen los.“ Die Ursache darin sieht der Stadtchef aber nicht etwa in Negativkampagnen der Presse, wie dies etwa Landlisten-Sprecher Heilmeier glaubt, sondern im Stadtrat selbst. „Die Presse kann nur das widerspiegeln, was in einer Sitzung passiert. Das liegt schon an uns, wie wir uns präsentieren.“ Das politische Hickhack im Stadtrat wirke auch auf Investoren abschreckend. Es komme eben nicht gut an, wenn sich der Stadtrat das Image eines Diskotheken-Türstehers gebe, der planlos auswähle, „wer rein darf und wer nicht“. Grundner: „Ein Gast, der nicht willkommen ist, wird in das Wirtshaus nicht mehr hineingehen.“

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