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Von der CSU zum Neujahrsempfang geladen: Vertreter der Dorfener Politik, Vereine, Institutionen und Verbände. Bürgermeister Heinz Grundner (l.) dankte ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement. Auch Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (vorne, 2. v. r.), kam nach Dorfen. 

Neujahrsempfang der CSU Dorfen

Grundner: Wir schaffen die Integration

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Dorfen - Als eine herausragende Aufgabe für die Zukunft sieht Bürgermeister Heinz Grundner die langfristige Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft. „Das wird uns über die nächsten Jahre wenn nicht Jahrzehnte beschäftigen“, sagte der Stadtchef beim Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes.

Nicht die lokale Politik, sondern das Thema Flüchtlinge stand am Sonntagabend im Mittelpunkt des CSU-Neujahrsempfanges im Jakobmayer-Saal. Bürgermeister Grundner sprach vor Vertretern von Politik, Wirtschaft, Geistlichkeit und Vereinen den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern dabei seinen Dank aus. „Asylarbeit zu leisten bedeutet nicht nur Obdach, Verpflegung und Kleidung. Nein, Asylarbeit geht weit darüber hinaus. Die Hilfestellung beim Erlernen der neuen Sprache, die gesellschaftlichen Gegebenheiten, bis hin zu Dingen, die für uns vielleicht selbstverständlich sind, bedeutet Verantwortung zu übernehmen und Verantwortung zu tragen.“

Für den Stadtchef ist die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge mit dem Nötigsten nur die eine Seite der Medaille. „Die weitaus größere Aufgabe wird uns in Zukunft beschäftigen. Die langfristige Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen, Religionen und Ethnien in unsere Gesellschaft, so pluralistisch und weltoffen sie sein mag, wird uns über die nächsten Jahre wenn nicht Jahrzehnte beschäftigen.“ Grundner zeigte sich überzeugt, „dass wir diese Aufgabe schaffen können“.

Der Bürgermeister wies aber auch darauf hin, dass „Integration nie einseitig ist“. Integration bedeute für Einheimische „das sich Einlassen auf Menschen mit anderen Sitten und Gebräuchen, anderer Kultur und Religion“. Flüchtlingen verlange Integration ab, „sich auf unsere Traditionen und Wurzeln einzulassen".

Auch Landrat Martin Bayerstorfer zeigte sich vom Einsatz der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer beeindruckt: „Ohne sie würde es nicht funktionieren.“ Es gelte, alles zu tun, „dass diese Menschen ihren Mut nicht verlieren und sich weiter engagieren“. Nach Meinung des Landrats sind die freiwilligen Helfer aber „an ihrer Leistungsgrenze angelangt“. Bei dem anhaltenden Flüchtlingszustrom werde das zum Problem werden. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass die Flüchtlingsströme nicht versiegen.“ Es gelte daher große Anstrengungen zu unternehmen, Wohnraum zu schaffen.

Froh darüber zeigte sich Bayerstorfer, dass der Landkreis die Flüchtlinge bislang dezentral unterbringen konnte. Er habe dafür viel Kritik einstecken müssen, weil die Flüchtlinge angeblich dadurch ihrer Perspektiven beraubt würden. „Aber dann stellt man auf einmal fest, dass gerade dezentral die Betreuung durch die Ehrenamtlichen, durch die Dorfgemeinschaft, am Allerbesten ist.“ Wöchentlich kommen laut Bayerstorfer 30 Flüchtlinge in den Landkreis. Bis Ende des Jahres rechnet der Landrat mit 2500 Flüchtlingen. Das stelle die Kommunen vor große Herausforderungen.

Um Verständnis warb der Landrat dafür, dass abgelehnte Asylbewerber abgeschoben werden. Schutz und Sicherheit müssten denen gewährt werden, deren Leben bedroht sei. Er habe zwar Verständnis, dass Flüchtlinge auch als wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen wollten. Es sei aber nicht möglich, auch diese Menschen aufzunehmen.

„Totalversagen der Verantwortlichen“

In Sorge ist der Landrat darüber, dass viele Flüchtlinge in Deutschland nicht registriert sind. Allein im Camp Shelterschleife in Erding hätten sich bisher über 6000 Flüchtlinge nicht registrieren lassen. Dass die Registrierung für Flüchtlinge in Deutschland immer noch freiwillig ist, kritisierte Bayerstorfer scharf: „Das ist ein Totalversagen der Verantwortlichen.“ Als „falsche Toleranz“ bezeichnete Bayerstorfer, dass in Deutschland postuliert werde, „wir müssten uns an bestimmte Dinge anpassen“. Anpassen müssten sich die Flüchtlinge. Er berichtete, dass sich Fälle häuften, wo Flüchtlinge eine Betreuung durch Mitarbeiterinnen das Landratsamtes ablehnten, und als Ansprechpartner einen Mann verlangten. „Wir können doch nicht in Frage stellen, was wir uns über Jahrhunderte hinweg erarbeit haben. Jeder kann bei uns bleiben. Aber nach unseren gesetzlichen Vorgaben, nach unseren Normen. Wer damit ein Problem hat, der soll unser Land wieder verlassen.“ Sorgen machen Bayerstorfer sich häufende Terroranschläge und Vorfälle wie in Köln. „Wenn die Menschen keine innere Sicherheit mehr haben, wenn sie Angst haben, wenn sich sich nicht mehr ihre Meinung sagen trauen, dann wird es schwierig.“

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