Prozess

Bei Gruppensex-Party aus dem Bett gefallen

Moosinning - Vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs wurde ein EDV-Kaufmann (37) freigesprochen. Er hatte sich auf einer Gruppensex-Party in Moosinning ins falsche Bett gelegt.

Auf einer Sex-Party in einer Moosinninger Wohnung war der falsche im Bett einer 21-Jährigen gelandet. Für seine „Aktivitäten“ handelte er sich eine Anklage wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen ein, wurde aber im Verfahren vor der 4. Strafkammer des Landshuter Landgerichts freigesprochen.

Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der wilden Sex-Party am 18. Dezember 2011 in der Wohnung in Moosinning kannten sich von diversen Aufenthalten im Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen. Mit dabei war auch der jetzt in Witten lebende 37-jährige EDV-Kaufmann, der in Taufkirchen wegen seiner psychischen Probleme behandelt wurde. Er kroch dann nächtens zu einer 21-Jährigen, die er seit dem Klinik-Aufenthalt kannte, ins Bett.

Laut Anklage hatte er dann die nackte Schläferin zum Geschlechtsverkehr missbraucht. Als sie aufgewacht sei, sei sie vor Schreck aus dem Bett gefallen und dann geflüchtet. Vor der 4. Strafkammer des Landgerichts bestritt der EDV-Kaufmann den Vorwurf der Anklage. „Auf der Party war Gruppensex angesagt, und wir waren alle sehr betrunken.“ Er selbst habe einen Mix aus zumindest einer halben Flasche Wodka, Kirschlikör, Bier und seinen Tabletten intus gehabt.

Die 21-Jährige sei zuvor schon mit einem anderen Partygast intim gewesen. Er selbst habe mit ihr bereits in Taufkirchen Sex gehabt, aber auch mit türkischen und anderen deutschen Frauen geschlafen. „Ich liebe Mädchen und wollte sie haben. Aber ich habe sie weder vergewaltigt noch missbraucht“, beteuerte er. Möglicherweise habe er sie im Bett umarmt und sie im Intimbereich berührt, aber daran könne er sich nicht mehr erinnern.

Für die überraschende Wende sorgte das 21-jährige vermeintliche Opfer selbst. Die junge Mutter berichtete bei ihrer Vernehmung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte, dass sie aufgewacht sei, als sie im Bett jemand umarmt und dann in sie eingedrungen sei. Sie habe sich zunächst nicht dagegen gewehrt, weil sie angenommen habe, es handle sich wieder um den Mann, mit dem sie bereits vorher Sex gehabt habe.

Nach dieser Aussage war der ursprünglich auf zwei Tage angesetzte Prozess, zu dem neun Zeugen geladen waren, schnell beendet. Die 4. Strafkammer verkündete, wie von Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragt, einen Freispruch. Vorsitzender Richter Theo Ziegler wies in der Urteilsbegründung darauf hin, dass beim Geschlechtsverkehr möglicherweise eine Täuschung im Spiel gewesen sei, die sei aber nicht strafbar. Außerdem sei keinerlei Gewalt im Spiel gewesen, und die 21-Jährige habe auch nicht geschlafen, sei also entgegen dem Anklagevorwurf auch nicht „widerstandsunfähig“ gewesen.

ötl

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