Der ganze Stolz des Ehepaars Lassak: Gabi am Steuer des traumhaft schön restaurierten Mercedes 190 SL Cabrio, Baujahr 1959. Günter steigt auch gleich ein. foto: lux

Günter Lassak wird 75: „Mercedes ist mein Leben“

Reithofen - Am Donnerstag wird Günter Lassak 75 Jahre alt, und er sagt selber: „Mercedes ist mein Leben“.

Er ist der klassische Selfmade Man. Aus kleinen Anfängen zum Mercedes-Statthalter des Landkreises Erding: Kaum ein potentieller Kunde, dem er nicht eine der Edelkarossen mit dem Stern angeboten (und meistens auch verkauft) hätte.

Es war ein steiniger Weg, den Lassak durch die Kriegswirren im Winter 1944/45 aus seinem Geburtsort Berlin über Oberschlesien nach Bayern zurückgelegt hat. Der Vater war Metzgermeister, die Mutter Damenschneiderin, beide aus Oberschlesien. Lassak war neun Jahre alt, als er nach acht Tagen Zugfahrt schließlich in Langengeisling beim Pfandzelt-Wirt landete.

Hier begann schon Lassaks Karriere als Verkäufer. „Ich habe mit den Amerikanern verhandelt, habe die Wäsche der Soldaten zum Waschen und Bügeln heimgetragen, und dafür gab’s Schokolade, Bohnenkaffee und Konserven. Die hatte dann meine Mutter gegen Stoffe eingetauscht - sie war ja Schneiderin.“ In Langengeisling ging Lassak auch mit Hans Zehetmair, dem späteren Bayerischen Kultusminister, zur Schule: „Wir waren ein gutes Team, eine tolle Klasse.“

Die erste Lehrstation war der lokale VW-Händler. Auch hier drang schnell Lassaks Verkäufer-Blut durch: „Ich hab während der Lehrzeit als Kfz.-Mechaniker dem einen oder anderen Kunden eine Fußmatte verkauft und mir was dazuverdient.“ Es folgte eine Zeit im Landmaschinenhandel, bis er schließlich wieder beim Auto landete. Über das Autohaus Ewald kam Lassak 1961 zum Mercedes-Haus Zwerenz, dessen Leitung er 1968 als geschäftsführender Gesellschafter übernahm und bis zum 65. Lebensjahr innehatte.

Was ist sonst noch wichtig? Natürlich seine schicke Frau Gabi, geborene Stanner, die er auf einer Fahrt zum Skifahren nach Kitzbühel kennen lernte (natürlich wollte er ihr ursprünglich ein Auto verkaufen), seine politische Arbeit für die CSU im Kreistag, sein Wirken im Aufsichtsrat der AOK und im Lions Club, sein Engagement als Kreisobmann des Kfz.-Handwerks, seine Organisation in Sachen Erdinger Automobilausstellung, sein Wirken als Vorsitzender des Fördervereins der Kreisberufsschule - und seine Liebe zum Chorgesang. Jetzt hat er eine neue Aufgabe: Er unterstützt mit dem ihm eigenen Elan die Erdinger Palliativhilfe. Und natürlich verkauft er auch noch den einen oder anderen Mercedes. ml

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