Haindling bot coole Musik und eine temperamentvolle Bühnenshow. foto: vogel

Haindling rockt und alle sind begeistert

Altenerding - Abgedrehter Witz, aufgedrehter Sound, nachdenkliche Töne und nachtschwarzer Humor: Das ist Haindling. Nach wie vor ein absoluter Hit.

Haindling gastierte am Montagabend im voll besetzten Festzelt zum 60-jährigen Bestehen der Jungbauernschaft Altenerding und bot den vielen Fans ein mitreißendes Konzerterlebnis. Mit ironischem Augenzwinkern kommentierte Hans-Jürgen Buchner die Bestuhlung, die durchaus verständlich sei, wenn man an die vielen Fans der ersten Stunde denke.

Das Beste aus 28 Jahren Bandgeschichte hielt dann die Leute dennoch nicht allzu lange auf den Sitzen. Beim Song „Paula“ standen alle auf und beim Walzer „Leid hoid’s zam, sonst dauert’s nimmer recht lang“, wurde sogar einträchtig geschunkelt, weil das zur Musik von Haindling irgendwie und sowieso ganz anders ist. Jazzige Bläserklänge, rockige Nummern, bodenständige Volksmusik, weltgewandte Folklore, Wortwitz und widerständiges Sinnieren über das Leben: Die vielen Zuhörer erlebten eine rasante Mischung verschiedener Stilrichtungen und eine stimmige Bühnenshow.

Die musikantische Spiellust der Bandmitglieder sprang aufs Publikum über, das sich von den Stücken in ganz unterschiedliche Stimmungen versetzen ließ. Wie eine Mordswatschn setzte das Schlagzeug seinen Trommelschlag, als es um protzige Bayerntümelei im Trachtenanzug ging. Der Mond verdunkelte zu Reggae-Rhythmen traurig sein Gesicht angesichts Ölkatastrophe und seichter Spaßkultur: „Mei samma mia alle lustig. Uns duad scho vor lauta Lacha alles weh“.

Man hörte die Parabel von der Fliege mit Tunnelblick, die immer wieder ans geschlossene Fenster fliegt, obwohl ein wenig daneben die Freiheit winkt und die vom Schaf, das über Werden und Vergehen nachdenkt. Auch das Geheimnis, wie Fische sich küssen, wurde gelüftet.

Dazwischen gab’s viel Raum für spielerische Interaktion mit dem Publikum. Buchner forderte die Konzertbesucher zur Lockerheit auf, „wia Kinder, die sich ois trauen, weil morgen is’ es zu spät“. Eine Vielzahl von Instrumenten kam in den über zwei Stunden zum Einsatz darunter Alphörner, meditativ klackernde Klanghölzer und sogar Vuvuzelas, die von Haindling mit butterweichem Schmelz gespielt wurden.

„O mei, o mei“, schön war’s einfach, und als Buchner als einsamer Pedalritter in einer Zugabe vom Vergesslichwerden erzählte, nahm man sich fest vor, dieses Konzert ganz bestimmt nicht so schnell zu vergessen. (vev)

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