Ein Barock-Juwel ist die Wallfahrtskirche Heilig Blut in Erding. Das Sicherheitsnetz über dem Altarraum schützt vor eventuell herunterfallenden Stuckteilen. Gottesdienste finden hier bis auf Weiteres nicht statt. foto: bauersachs

Heilig Blut: Messgeräte im Mauerwerk

Erding - Seit Anfang Dezember ist die Wallfahrtskirche Heilig Blut gesperrt. Jetzt messen Experten mögliche Bewegungen im Mauerwerk des Gotteshauses.

Die Gläubigen in Erding müssen sich darauf einstellen, dass sie die Wallfahrtskirche Heilig Blut in den nächsten Monaten nicht zu Gottesdiensten besuchen können. Bis in den Sommer hinein finden dort erst einmal diffizile Untersuchungen statt. Kirchenrektor Pater Peter Dus gab jetzt Ausweichorte für die Frühmesse und die Anbetung bekannt.

Wie berichtet, ist die 1675 errichtete Kirche seit Anfang Dezember gesperrt. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, so Ordinariat und Architekt. Damals hatte man neue Risse in der hölzernen Konstruktion der Orgel-Empore festgestellt. Bereits seit über einem Jahr ist im Altarbereich aus Sicherheitsgründen ein Netz gespannt, das vor herunterfallenden Stuckteilen schützt. Trotz der Sperrung sei die Kirche keineswegs einsturzgefährdet, stellt Architekt Markus Heilmaier klar. „Es besteht auch keinerlei Gefahr für Menschen, die sich in der Nähe aufhalten.“

Der Erdinger ist vom Stadtpfarramt und Erzbischöflichen Ordinariat bereits vergangenes Jahr mit Voruntersuchungen in Heilig Blut beauftragt worden. Mittlerweile werden die vorhandenen Risse überwacht. Dazu sind Mess-Prismen ins Mauerwerk eingedübelt worden. Die geschliffenen Glaskörper haben einen Durchmesser von 18 Millimeter und „können dreidimensional im Raum bestimmen, ob sich was bewegt und wie“, erklärt Heilmaier. Die Daten werden gesammelt und später ausgewertet. „In den nächsten Tagen ist außerdem eine Außenmessung geplant“, kündigte Heilmaier an. Ein Messnetz werde dann das benachbarte Pauliner-Kloster, die Mädchenrealschule und das Anne-Frank-Gymnasium in die Datenerfassung einbeziehen. Dies sei wichtig, um Aussagen treffen zu können und absolute Zahlen zu erhalten, betont der Architekt. Schließlich bewege sich das Messgerät im Inneren mit, wenn sich die Kirche bewege.

Das Problem ist die Statik. Die Kirche steht auf Almboden und senkt sich zur Mitte hin. Der Untergrund ist nicht besonders tragfähig und verändert sich offenbar je nach Feuchtigkeitsgrad. Auch Temperaturunterschiede und Frost können für Bewegungen und Risse im Mauerwerk ausschlaggebend sein.

„Wir wissen seit dem Jahr 1970, dass die hinteren Pfeiler der Kirche um elf Zentimeter nach unten gegangen sind“, sagte Heilmaier. Das sei nicht unerheblich, aber angesichts des Baudatums im 17. Jahrhundert relativ zu sehen. Schließlich wisse man nicht, wie lange die Senkung schon bestand.

Sechs Monate werden die aktuellen Messungen in der Kirche laufen, im Frühjahr will Architekt Heilmaier eine Zwischenbilanz ziehen.

Pater Dus gab bekannt, dass die Frühmesse ab Montag, 18. Januar, werktags um 7 Uhr in der Kapelle von St. Vinzenz in Klettham gefeiert wird. Jeden Donnerstag ist außerdem um 18.45 Uhr in der Kapelle des Klinikums Erding Anbetung. (Gabi Zierz)

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