Brenna duads: Die Lenznpuppe wurde verbrannt.

Unsinniger Donnerstag

Hemadlenzn in Dorfen: Der Winter wehrt sich

Dorfen - Die Hemadlenzn in Dorfen treiben alljährlich den Winter aus. Aber der „strenge Herr“ hat sich zum Ende seiner Herrschaft am Unsinnigen Donnerstag bei Schneetreiben und Temperaturen um den Gefrierpunkt noch einmal von seiner grantigen Seite gezeigt.

Am frühen Morgen strahlte noch die Sonne über der Isenstadt, aber das sollte sich bald ändern. Pünktlich zum Beginn des närrischen Treibens zog plötzlich ein unangenehmer, eisiger Wind auf, außerdem wehten dichte Schneeflocken durch die Stadt. Aber das kann einen echten Hemadlenzn nicht erschüttern. Und so waren wieder einige tausend Menschen in Dorfen unterwegs, bekleidet mit weißen Nachthemden und schwarzen Zipfelmützen.

Mit „Aufstehn“-Rufen wurden Prinzessin Julia I., gütige Herrscherin über Haare und Nägel, und ihr Prinz Micha I., gütiger Herrscher über Gerüst und Bau, in ihrer „Residenz“ am Altöttinger Tor aufgeweckt und abgeholt. Die Präsidentin der Karnevalsgesellschaft (KG) Dorfen, Sylvia Baresch, kraxelte die Leiter hinauf und klopfte an die Fensterläden. Die Tollitäten öffneten, begrüßten die Narrenschar und stiegen unter lautem Gejohle der Hemadlenzn zu ihrem Volk hinab. Dort wurde - gemäß dem alten Brauch - der Tanz eröffnet und die Dorfener Narrenhymne „Oh, du Himmel auf Erden“ von der Stadtkapelle Dorfen intoniert.

Dann setzte sich der Narrenzug in Bewegung. Erst ging es zum Rathaus. Dort musste KG-Präsidentin Baresch schon wieder „fensterln“. Sie erklomm das Amtszimmer-Fenster von Bürgermeister Heinz Grundner. Dorfens Stadtchef strahlte übers ganze Gesicht. Allerdings nicht nur deshalb, weil er den Dorfener Nationalfeiertag so gerne feiert, sondern auch, weil er seit knapp zwei Wochen stolzer Vater eines Buben ist. Der heißt allerdings nicht Lenz, sondern Leonhard.

Nach einem Rundgang durch die Innenstadt war der Marienplatz die letzte Station. Dort wurde mittags die Hemadlenzn-Puppe, die den Winter symbolisieren soll, aufgehängt und verbrannt. Am Ende blieb nur noch ein Häuflein Asche übrig, der Winter war ausgetrieben.

Dorfens Polizeichef Ulrich Milius sagte in einer ersten Bilanz am späten Nachmittag: „Es waren weniger Leute als in den letzten Jahren, wohl auch bedingt durch das schlechte Wetter. Erstaunlich war, dass wir außergewöhnlich viele Fundsachen wie Smartphones, Taschen und so weiter hatten.“ Es sei aber alles wieder an den Mann gebracht worden. Einige kleinere Streitigkeiten seien von den Streifen „gleich unterbunden worden“.

Der eisige Wind hatte indes die Hemadlenzn quasi weg von der Innenstadt in die Wirtshäuser getrieben. Der Winter gibt sich noch nicht geschlagen.

Hemadlenzn in Dorfen: Das sind die Bilder des Umzugs 2016

Wolfgang Krzizok

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