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Hemadlenzn: Rote Karte für Schnaps und Disco-Zelt

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Dorfen - Die Stadt sagt den Auswüchsen beim Hemadlenzn-Umzug den Kampf an: Es gibt künftig kein Disco-Zelt mehr.

Bei der traditionellen Dorfener Veranstaltung am Unsinnigen Donnerstag soll zwar nicht Schluss mit lustig, aber Schluss mit den dutzenden Alkoholleichen sein. Schon nach dem Alkohol- und Gewaltexzessen beim Hemadlenznumzug im Februar wurde das Disco-Zelt in der Stadtmitte als Quelle für die vielen sturzbetrunkenen Jugendlichen ausgemacht. Jetzt wurde bei einer Besprechung im Rathaus, an der Bürgermeister Heinz Grundner, Vertreter der Karnevalsgesellschaft, der Polizeiinspektion, des Arbeitskreises Kinder- und Jugend, Jugendreferentin Michaela Meister und der Mitarbeiter Stadtverwaltung teilnahmen, die rote Karte gezückt. Es gibt künftig kein Disco-Zelt mehr.

Die Teilnehmer waren sich laut Pressesprecher Georg Seitz einig, dass der Umzug selbst „wie immer ohne Probleme verlaufen ist“. Als untragbar wurden jedoch von allen Teilnehmern die Zustände im Zusammenhang mit dem Disco-Zelt am Unteren Markt bewertet. Seitz: „Ursprünglich als Anlaufstelle für Hemadlenzn für die Zeit vor und nach dem Umzug gedacht, hat sich das Zelt in den letzten Jahren immer mehr zu einer eigenständigen Partyzone entwickelt: mit untragbaren Auswüchsen! Der ständig steigende Konsum von mitgebrachten harten Alkoholika - gerade von Jugendlichen und Heranwachsenden - führt zu immer mehr Aggressionen und entsprechenden Ausfällen wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Schlägereien, Alkoholvergiftungen und Sturzverletzungen.“

Für Bürgermeister Heinz Grundner ist die Sache klar: „Wir wollen in Dorfen friedlich feiernde Hemadlenzn und keine Sauflenzn, die vom traditionellen Umzug gar nichts mitbekommen wollen!“

Für den Hemadlenzn-Umzug 2011 wurden deshalb folgende Kriterien festgelegt: Disco-Zelte werden nicht zugelassen. Auf den genehmigten Freischankflächen von Gaststätten und an den Getränkeständen wird der Ausschank von Branntwein oder branntweinhaltigen Getränken nicht gestattet. Hier dürfen nur Sekt und Bier verkauft werden. Die Polizei wird weiter starke Präsenz zeigen. Auch das Jugendamt hat zugesagt, die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes vor Ort zu überwachen. Grundner: „Wir sind uns mit der Karnevalsgesellschaft als Veranstalter und den anderen Beteiligten einig, dass hier konkreter Handlungsbedarf besteht. Die für den nächsten Hemadlenz geplanten Maßnahmen sollen Auswüchse wie in diesem Jahr verhindern!“

Anton Renner

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