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Mehr als 400 Kartler ermittelten am Sonntag im Stiftungszelt auf dem Herbstfest den Erdinger Schafkopfmeister.
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Die ersten Vier (v.l.): Günter Maier aus Notzing (Platz drei), Peter Sieber aus Fürstenfeldbruck (Dritter), Sieger Albert Schröcker, Evy Dolp aus Puchheim (als Vierte die beste Frau) und Organisator Josef Hundegger.

Erdinger Schafkopfmeisterschaft

Albert Schröcker: „Ich würde am liebsten jeden Tag spielen“

Erding - Dieses Schafkopf-Wochenende wird Albert Schröcker so schnell nicht vergessen. Am Samstag wurde er Zweiter beim Merkur-Schafkopfturnier in Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck). Am Sonntag siegte er mit 74 Punkten bei der Kartlerschlacht der Heimatzeitung – mit 81 Jahren.

Die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben. 407 Kartler ließ Albert Schröcker am Sonntag im Stiftungszelt auf dem Herbstfest hinter sich. Gegen die 74 Zähler des Lohhofers (Kreis München) hatten sie keine Chance. Ein Tout und sieben gewonnene Soli schraubten sein Punktekonto hoch.

Als Lohn bekam Schröcker von Turnierorganisator Josef Hundegger 1000 Euro in bar überreicht. Doch es war nicht der Tausender, der Schröcker so freute. Vielmehr war es die Erkenntnis, es mit 81 Jahren wieder allen gezeigt zu haben und noch lange nicht zum alten Eisen zu gehören. „Ich werde das Geld wohl den Kindern geben“, sagte Schröcker, der 20 größere Turniere pro Jahr absolviert. „Ich würde am liebsten jeden Tag spielen“, meinte er verschmitzt. Das Schafkopfen hat ihm der Vater eines Spezls beigebracht. „Da war ich vielleicht fünf Jahre alt“, erinnerte er sich.

Eine Zeitlang spielt auch Peter Sieber aus Fürstenfeldbruck schon Schafkopf, unter anderem bei den Brucker Schafkopfern. Vor zwei Wochen siegte der 60-Jährige beim Turnier in Ebersberg. Bei seiner zweiten Teilnahme in Erding wurde er mit 72 Punkten Zweiter. Seinen Gewinn in Höhe von 500 Euro hat der Lehrer schon fest verplant, und zwar für einen Urlaub am Gardasee.

Ein Heimspiel hatte Günter Meier. Der 47-jährige Notzinger komplettierte das Siegertrio und rettete damit die Landkreis-Ehre. „Ich bin wohl das Küken“, meinte er lachend zu den beiden vor ihm Platzierten. Im Gegensatz zu Schröcker und Sieber kartelt Meier nur beim Herbstfest, beim Turnier der SpVgg Altenerding und bei seiner Schafkopfrunde am Donnerstag. Mit 58 Punkten und sechs gewonnenen Soli erspielte sich der 47-jährige Berufsfeuerwehrmann 250 Euro. „Das Geld lass’ ich da. Wir haben ja noch ein paar Tage Herbstfest. Das ist ein schönes Volksfestgeld“, meinte er.

Eingefleischte Schafkopfer kennen sich natürlich untereinander. Sie sind nahezu jedes Wochenende auf Turnieren unterwegs und kämpfen um Ehre und Preise. Zu ihnen gehört auch Evy Dolp. Für die Puchheimerin (Kreis Fürstenfeldbruck) gibt es fast nichts anderes als Schafkopfen. Sie wurde in Erding Vierte und suchte sich ein Fernsehgerät aus – ihr neuntes. „Ich habe ein großes Haus mit sieben Zimmern. In jedem steht ein Fernseher. Jetzt habe ich zwei in Reserve. Natürlich alle gewonnen“, sagte die 65-Jährige lachend. 55 Punkte hat sie sich erspielt, aber von acht Soli eins verloren. „Das war’s Evy, sonst wärst du noch weiter oben gewesen“, meinte Hundegger. Doch Dolp grämte sich nicht. „Ich hab’ heuer schon zweimal gewonnen“, meinte sie lachend.

Die Erdinger Platzierungen: 9. Thomas Bernhard aus Erding (49 Punkte, sechs Soli, null verloren), 12. Johannes Bauer aus Kirchberg (43/6/0), 14. Fritz Hofstaller aus Pastetten (42/8/2), 17. Florian Malcher aus Finsing (39/6/1), 20. Alfred Neudecker aus Eitting (35/7/3), 21. Stefan Adam aus Finsing (35/6/2), 22. Daniel Bies aus Moosinning (35/4/1), 23. Zeno Mittermaier aus Isen (34/5/0), 24. Walter Rauscher aus Mittbach (33/6/2), 26. Josef Glas aus Erding (33/4/1), 27. Sylvester Jell aus Steinkirchen (33/2/0), 30. Reinhold Hoffmann aus Aufkirchen (31/3/0), 32. Adolf Thaler aus Gaden (30/7/2). (Daniela Oldach)

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