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Hört nach 21 Jahren auf: Traudi von der Wehd in ihrem kleinen Geschäft im Heilig-Geist-Hoft.

Die Tracht hat viele Gesichter

Dirndl-Trends zum Herbstfestauftakt: Satte Farben und Pastelltöne

Am Freitag startet das Herbstfest. Zwei Experten verraten die Trends des Jahres.

Erding – Die Liebe zur Tracht verbindet Fans der modernen wie der traditionellen Varianten. Heuer kommt es vor allem auf die Mischung und die Accessoires an. Wir haben uns im Gewandhaus Gruber und im Heilig-Geist-Hof im Laden von Traudi von der Wehd umgeschaut. Sie wird ihn nach 21 Jahren schließen.

„Die Kombination macht’s“, sagt Barbara Gruber vom Gewandhaus Gruber zu den aktuellen Trachtentrends. „Egal, ob bei Frauen oder Männern – das Zusammenspiel der einzelnen Kleidungsstücke ist relevant.“ Beim Dirndl sind satte Blau-, Grün- oder Rottöne, aber auch sanfte Pastellfarben für beispielsweise festlichere Kleider angesagt. „Wir bekommen viele unserer Kleidungsstücke von kleinen Betrieben, daher haben wir eine große Auswahl an Farben und Stoffen“, erklärt die Gewandhaus-Chefin (57).

Schluss nach 21 Jahren

Erfahrung im Trachtengeschäft hat auch Traudi von der Wehd. Sie betreibt im Heilig-Geist-Hof einen kleinen Laden, der saisonal von März bis Oktober geöffnet ist. Jetzt hört sie nach 21 Jahren auf und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Was der 67-Jährigen den Abschied erleichtert, sind die Bauarbeiten an der Landshuter Straße. Dadurch kämen weniger Kunden und es sei sehr laut.

„Lederhosen für Männer habe ich nicht mehr im Sortiment, dafür ist der Laden einfach zu klein“, erklärt die gebürtige Oberfränkin, „allerdings Herrenhemden und Samtwesten“.

Hemden mit kleinen Karos heuer beliebter

Wer fürs Herbstfest eine hochwertige Krachlederne will, wird im Gewandhaus Gruber fündig. „Die meisten Lederhosen sind handbestickt, und es wurden historisch belegte Farben verwendet“, erklärt Gruber, auf was das Gewandhaus Wert legt. Dazu passen auch die modernen Stehkragenhemden mit kleinen Karos in verschiedenen Farben. Große Karos in Weiß-Blau oder Rot-Weiß sind heuer nicht so beliebt.

Die Frauen haben da mehr Möglichkeiten, Accessoires wie Strümpfe, Taschen, Tücher oder Halsketten ans Dirndl anzupassen – vom lässigeren Freizeitlook bis zum eleganten Hochzeitsdress ist für jeden Typ etwas dabei. Besonders beliebt im Gewandhaus sind Strick- oder Leinenjacken für Damen, wenn es abends etwas kühler wird, aber auch Halsketten, die natürlich farblich an das Dirndl angepasst sind. „Am schönsten ist es, wenn man eine Kundin in der kompletten Tracht, also mit Jacke, Tuch, Strümpfen und Hut, einkleiden kann“, sagt Gruber.

„Man muss sich wohlfühlen“

Beide Geschäfte haben schon unterschiedlichste Trends erlebt. „Als ich meinen Laden vor 21 Jahren geöffnet habe, waren gerade bunte Landhauskleider angesagt“, erinnert sich von der Wehd. „Dann war generell der Landhaus-Stil beliebt“, ehe das klassische Dirndl wieder in Mode kam – immer wieder in anderen Farbvarianten. „Eine Saison lang war zum Beispiel Lila sehr modern, da hatte fast jede zweite Frau ein lilafarbenes Dirndl“, erinnert sich die 67-Jährige.

Ob die aktuell beliebten hochgeschlossenen Blusen, Dirndl ohne Bluse, Landhauskleider oder traditionelle Tracht – letztlich sei alles eine Geschmacksfrage, da sind sich die Expertinnen einig. Generell sind sie der Meinung: „Das Gefühl beim Anprobieren des Dirndls oder der Lederhose ist entscheidend“, sagt Barbara Gruber. „Man muss sich wirklich wohlfühlen darin“, erklärt auch Traudi von der Wehd.

Noch bis Ende Oktober hat sie im Heilig-Geist-Hof geöffnet. Sie hofft darauf, einen Nachmieter zu finden, denn ihr Vertrag läuft noch bis 2020.

Celina Eckert

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