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Wo Zehntausende friedlich feiern, gibt es immer auch Zeitgenossen, die aus der Reihe tanzen. Mit einigen Gewaltstraftaten ist das 74. Erdinger Herbstfest am Sonntagabend zu Ende gegangen.

Bilder vom letzten Wochenende

Erdinger Wiesn geht blutig zu Ende

Erding - Mit einigen schweren Gewaltstraftaten geht das 74. Erdinger Herbstfest unschön zu Ende.

Das 74. Erdinger Herbstfest hat vor zehn Tagen friedlich begonnen, auch in den Tagen danach kam es so gut wie keinen schlimmeren Aussetzern. Dafür ist die Wiesn blutig zu Ende gegangen. Die Polizei fahndet seit Samstagabend nach drei jungen Männern, die eine Maßkrugschlägerei angefangen haben sollen. Dabei wurde ein 16 Jahre alter Jugendlicher im Bereich der Schulter und des Nackens erheblich verletzt. Er befindet sich im Klinikum Erding, teilt Polizeisprecher Dieter Günther mit. Erst waren die Vier verbal in Streit geraten, bis einer der flüchtigen Täter mit einem Maßkrug zuschlug. Dies wird als gefährliche Körperverletzung, unter Umständen sogar als versuchte Tötung verfolgt. Wer etwas beobachtet hat oder Hinweise auf den Aufenthalt der Gewalttäter geben kann, erreicht die Polizei unter Tel. (0 81 22) 96 80.

Ebenfalls am späten Samstagabend kam es zu einer weiteren tätlichen Auseinandersetzung mit vier Beteiligten - an der Haltestelle der Herbstfestbusse Am Gries. Ein Finsinger (25) warf im Suff ein Verkehrszeichen um. Eine Moosinningerin (27) sprach ihn daraufhin an. Er reagierte mit Beleidigungen und einem Schlag ins Gesicht der jungen Frau. Ihr Freund, ein 24 Jahre alter Erdinger, schubste den Angreifer zur Seite. Das rief den Spezl des Finsingers, einen 23 Jahre alten Mann aus Moosinning, auf den Plan. Er packte den Erdinger am Hals, würgte ihn und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Das Opfer wurde verletzt. Der BRK-Rettungsdienst fuhr ihn in die Münchner Augenklinik.

Bilder: Das letzte Wochenende auf dem Herbstfest

Bereits am Freitagabend war ein 19-Jähriger den Beamten ins Auge gestochen, nachdem er sich mit einer Gruppe Wiesnbummler gefetzt hatte. Die Beamten trennten die Streithansln, doch der junge Mann versuchte immer wieder, auf die Gruppe loszugehen. Er ließ sich nicht bändigen und musste deswegen auf die Wache gebracht werden. Dort stellte sich heraus, dass er schwer alkoholisiert war. Gegen den Abtransport ins Klinikum setzte er sich heftig zur Wehr. Einem Polizisten verpasste er eine Kopfnuss, einen zweiten spuckte er an. Zudem beleidigte er die Beamten. Den Rest der Nacht verbrachte der 19-Jährige zur Ausnüchterung im Klinikum. Ihm blüht nun ein Strafverfahren wegen Widerstand, Beleidigung und Körperverletzung.

Weitere Einsätze der Wiesnwache betrafen minderjährige Raucher und Biertrinker sowie Verkäufer, die unter 16-Jährigen Alkohol ausgeschenkt haben. Zwei Jugendliche wurden erheblich betrunken ihren Eltern übergeben. Zudem wurden einige Diebstähle und verlorene Gegenstände angezeigt. Die offizielle Herbstfestbilanz veröffentlichen Polizei und Rotes Kreuz am heutigen Montag.

ham

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