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Tolle  Stimmung herrschte im Stiftungszelt auf dem Erdinger Herbstfest.

Erdinger Herbstfest-Bilanz

Fast nur Lob für die Jubiläumswiesn

Erding - Zufrieden sind Stadt, Festwirte, Schausteller, Fieranten und Polizei mit der Erdinger Jubiläumswiesn – auch wenn das 75. Herbstfest keine Rekorde gebrochen hat. Ein schwerer Unfall beim Abbau des Autoscooters am Montag trübt die Bilanz.

„Ich bin gar nicht unglücklich, dass es keine Rekord-Wiesn war“, sagt Oberbürgermeister Max Gotz einen Tag nach dem Ende des 75. Erdinger Herbstfests. Man müsse mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben. Er selbst war „täglich und das mehrfach“ vor Ort und spricht von einem „stolzen und schönen Programm“, das den Gästen – darunter viele junge und viele von auswärts – geboten wurde. Besonders freute sich Gotz über „die wunderbare Beteiligung von Bürgern aus der Stadt und der Region“, nicht nur beim Blumenkorso, der am ersten Herbstfest-Sonntag durch die Stadt zog: „Ein schönes Zeichen des Miteinanders.“ Er ist erleichtert, dass der Spagat zwischen Blumenkorso und Parkerei am ersten Wiesn-Sonntag gelungen sei. Die Bundeswehr habe eigens 800 Stellplätze im Fliegerhorst zur Verfügung gestellt.

Weißbräu-Festwirt Uwe Pianka ist mit den Gästen sehr zufrieden. Der Umsatz sei im Vergleich zu den Rekordjahren 2013 und 2014 (1078 Hektoliter Bier, 292 Hektoliter alkoholfreie Getränke) zwar weniger gewesen, die Essenszahlen dennoch auf hohem Niveau. Heuer gab’s im Weißbräuzelt erstmals Kässpatzn, „die haben eingeschlagen wie Bombe“. Auch die Surhaxn, ebenfalls neu auf der Karte, kam gut an. Das Einzige, was Pianka ärgert: Am letzten Herbstfest-Samstag hat ein Unbekannter gegen 20 Uhr im Biergarten Pfefferspray gesprüht. Pianka: „Das war gottseidank im Freien. Wir haben keine Sanitäter rufen müssen.“ Der Gastronom hat 500 Euro Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt. Diese werden unter Tel. (0 81 22) 88 00 10 entgegen genommen. Piankas Konsequenz: Im nächsten Jahr lässt er auch den Biergarten videoüberwachen, im Zelt ist das bereits der Fall. Was ihn dagegen freut: „Wir hatten keine Raufereien, gar nichts.“ Das Sicherheitskonzept sei aufgegangen – auch wenn manche Leute schimpften, „dass die Security so martialisch auftritt. Es zeigt zumindest Wirkung und bleibt ruhig.“

Auch im Stiftungszelt „ist nichts Größeres passiert“, freut sich Festwirt Klaus Richter: „Schee war’s wieder.“ Er ist abgekämpft, schließlich war der letzte Herbstfest-Sonntag traditionell „vom Essen her der stärkste Tag der Wiesn“. 1600 Hendl hate er allein vorgestern verkauft. Ihr Geschmack wurde allseits gelobt. 1200 Gramm wogen die Gickerl heuer, 100 Gramm mehr als bislang. „Sie brauchen zwar einen Tick länger, bleiben aber saftiger“, sagt Richter. Immer stärkerer Beliebtheit erfreut sich auch der große Putensalat. 250 Teller sind am ersten Festsonntag verkauft worden. Richter hat beim Gesamtumsatz „fast das Vorjahresergebnis erreicht“ (2014: 925 hl Bier, 296 hl alkoholfreie Getränke) und spricht von „sehr guten Zahlen, trotz des Wetters“. Bei der tropischen Hitze zum Auftakt hätten viele Gäste zu alkoholfreien Getränken, Russen oder Radlern gegriffen.

Die vier heißen ersten Tage hat auch das Kaffee- und Weinzelt „Cafe Palais“ gespürt. Trotzdem ist Betreiber Reinhold Dangl mit dem Umsatz zufrieden: „Wir haben das mit den starken Abenden kompensiert. „Es war ein sehr gutes Herbstfest. Und am zweiten Wochenende war das Wetter perfekt“, so Dangl. Die Verkaufsschlager: Hugo, Sprizz und Lillet.

Am meisten mit dem Wetter hatten die Schausteller und Fieranten zu kämpfen. Beppo Herrmann verkauft seit Jahrzehnten auf dem Herbstfest Steckerlfisch. „Es war schlechter als sonst, aber ich bin nicht unzufrieden. Wir haben die Temperaturschwankungen gespürt. Das holst du in den letzten drei Tagen nicht mehr auf.“ Positiv waren für Herrmann die „sehr angenehmen Gäste“. Sein Credo: „Man muss mit dem zufrieden sein, was man hat. Es muss nicht immer eine Rekord-Wiesn sein.“ Ähnlich sieht es Peter Münch, Betreiber des Fahrgeschäfts Wilde Maus. Er dankt den Erdingern und sagt: „Wir haben ein gutes Geschäft gemacht.“ Nicht ganz so ungetrübt fällt die Bilanz der Polizei aus.

Dennoch zieht Anton Altmann, Leiter der PI Erding, ein positives Fazit. So meldete die Polizei nur zwei Alkoholfahrten mit Führerscheinentzug. Dafür ermittelte sie in 18 Körperverletzungsdelikten (Vorjahr: 16). Zugeschlagen „Glücklicherweise blieben schwere Verletzungen aus, obwohl in einem Fall ein Maßkrug und in einem anderen ein Glas als Schlaginstrument benutzt wurde“, sagt Altmann. Meist hätten Nichtigkeiten, gepaart mit entsprechender Alkoholisierung der Beteiligten, zu den Auseinandersetzungen geführt. Auch sechs Sachbeschädigungen an Autos und sechs Diebstähle wurden bislang angezeigt. Altmann rechnet damit, dass es bei letzteren noch Nachmeldungen geben wird. Der gravierendste dürfte der Diebstahl des Bedienungsgeldbeutels gewesen sein ( wir berichteten). Die Polizei griff heuer acht angetrunkene beziehungsweise erheblich alkoholisierte Jugendliche auf. „Besonders negativ fiel ein stark alkoholisiertes Pärchen auf, dass am Freitag nach Mitternacht noch mit dem gemeinsamen Säugling im Biergarten eines Festzelts angetroffen wurde“, berichtete Altmann. Zudem habe die Polizei fünf Personen – meist wegen ihrer Alkoholisierung – in Gewahrsam genommen und gegen sechs Bürger Platzverweise ausgesprochen.

„Das unschönste Delikt ist sicherlich der sexuelle Übergriff auf die auf dem Heimweg befindliche Herbstfestbesucherin“, sagte der PI-Chef. Wie berichtet, hatte sich eine Ebersbergerin der sexuellen Attacke und Kussversuche eines Pakistanis erwehrt und ihm einen Teil seiner Zunge abgebissen. Ein schlimmer Arbeitsunfall ereignete sich am Montagfrüh beim Abbau des Autoscooters. Nach Angaben der Polizei stürzte ein 47-Jähriger aus rund zwei Meter Höhe von einem Querträger rückwärts auf den Boden. Dabei zog er sich eine schwere Kopfverletzung zu. Er wurde mit dem Hubschrauber in ein Münchner Klinikum geflogen.

Das BRK versorgte auf seiner Sanitätswache rund 70 Bürger – in den ersten Tagen hauptsächlich wegen Kreislaufproblemen, später wurden Schnittwunden und Insektenstiche behandelt. „Die schwerste Verletzung war ein Armbruch“, teilt BRK-Sprecherin Danuta Pfanzelt mit. Außerdem wurden 350 Blasenpflaster verklebt. Alkoholbedingte Verletzungen gab es sehr wenige. (zie)

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