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Danke für 35 Jahre Schausteller-Sprecher: Ein Weinpräsent und ein Krügerl überreichten OB Max Gotz (r.) und Herbstfest-Organisator Marcus Bank (Stadt) unter viel Applaus an den Wartenberger Dieter Rilke (M.).

Betrunkene Jugendliche sind die einzige Sorge

Positive Herbstfest-Zwischenbilanz bei Schaustellerbesprechung

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OB Max Gotz zeigte sich in der Schaustellerbesprechung zufrieden mit dem ersten Herbstfestwochenende. Auch die Polizei hatte bisher nicht allzu viel zu tun.

Erding – Tausende Besucher, gutes Wetter, beste Stimmung, wenig Straftaten: Die Halbzeitbilanz zum 79. Erdinger Herbstfest kann sich sehen lassen. Sie stimmt die Verantwortlichen zuversichtlich, was die zweite Festhälfte bis Sonntag angeht. Oberbürgermeister Max Gotz war am Dienstagvormittag in der traditionellen Schausteller-Besprechung zufrieden mit dem Auftaktwochenende.

Er betonte, dass das Sicherheitskonzept durchdacht sei und gelebt werde. Gotz’ Dank galt Polizei, Ordnungsamt, Sicherheitsdiensten und dem Roten Kreuz, aber auch den Herbstfest-Verantwortlichen im Rathaus. Mit Blick auf die Masskrug-Attacke eines Erdingers erklärte Gotz: „Es gibt immer wieder Menschen, die ausrasten und damit das überdecken, was die überwältigende Zahl der Menschen hier erlebt, nämlich eine friedliche und fröhliche Wiesn.“

Am Morgen ist alles sauber

Besonders würdigte der OB die vielen ehrenamtlichen Helfer wie beim Seniorennachmittag am Montag, die dem Herbstfest die besondere Note geben würden.

Schausteller-Sprecher Dieter Rilke, der nach 35 Jahren sein Amt an Nichte Gabi Rilke abgibt, bekräftigte Gotz’ Kompliment an die Bauhofmitarbeiter. „Sie beginnen um 5 Uhr früh mit dem Saubermachen“, so Rilke. Der OB hatte angemerkt, dass nach den intensiven Herbstfest-Abenden am nächsten Tag alles sauber sei – in der Stadt und auf dem Festplatz. „Das ist nicht selbstverständlich.“

OB kritisiert die Regierung

Das einzige, was Gotz wurmte, ist das Loskaufverbot für Minderjährige am BRK-Glückshafen. Hier seien die „Spaß- und Spielverderber in der Regierung von Oberbayern weit übers Ziel hinausgeschossen“. Sie hätten auch verkannt, dass am Glückshafen Geld für wichtige Anschaffungen des Roten Kreuzes erwirtschaftet werde. „Wenn sie das nicht mehr wollen, sollen sie das Geld beschaffen“, sagte Gotz an die Regierungsadresse.

Die veränderte Parkplatz-Situation hätten die Besucher gut angenommen, so Gotz. Er kündigte an, dass mit dieser auch in den nächsten zwei Jahren durch den Bau der Dreifachturnhalle in den Geislinger Ängern zu rechnen sei. „Es wird aber nicht an Parkplätzen fehlen.“ Als segensreich bezeichnete er die Herbfest-Busse – „eine wichtige Einrichtung seit 30 Jahren, die die umliegenden Gemeinden hoffentlich auch künftig beibehalten können“. Selbst Festbesucher aus Hallbergmoos kommen so nach Erding.

Polizeichef zufrieden

Für Erdings Polizei-Chef Anton Altmann war es die letzte Schausteller-Besprechung. Er geht zum Jahresende in Pension und berichtete von bisher 16 Straftaten, darunter fünf Körperverletzungen. „Im Verhältnis zu den Besucherzahlen sind wir sehr zufrieden.“ Ein wenig besorgt ist Altmann angesichts der betrunkenen Jugendlichen, die die Polizei aufgegriffen habe. Bei einer 14-Jährigen habe man 1,7 Promille Alkohol festgestellt (siehe unten).

Für 2020, zum 80. Herbstfest, kündigte Gotz ein Programm mit Höhepunkten an und hofft, dass das heuer ausgefallene Pferderennen dann wieder stattfindet. „Es ist aber noch keine Entscheidung getroffen worden, ob es einen Blumenkorso, einen Trachten- oder Schützenumzug gibt.“ 

Wildbieseln kostet 35 Euro

Einen ruhigen Abend erlebten die Besucher des Erdinger Herbstfestes am Montag. Somit gab es auch für die Polizei wenig zu tun. Ein 57-jähriger Erdinger wollte gegen 23.45 Uhr nach Hause radeln. Da er aber sichtlich stark alkoholisiert war, überzeugten ihn die Beamten, das Fahrrad besser stehen zu lassen und zu Fuß nach Hause zu gehen. 

Harald Pataschitsch von der Polizeiinspektion Erding beklagt in seinem Pressebericht, dass insbesondere Männer zum Ende des Abends häufig öffentlich urinieren. Laut der Herbstfestsatzung ist aber das Verrichten der Notdurft außerhalb der Toilettenanlagen untersagt und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Diese wird vom Ordnungsamt und der Polizei insbesondere dann verfolgt, wenn die Betroffenen uneinsichtig sind und nicht ein Mindestmaß an Anstand an den Tag legen. Die Geldbuße beträgt 35 Euro. 

Immer wieder werden Jugendliche und Kinder angetrunken und beim Rauchen erwischt. Trauriger Spitzenreiter ist ein 14-jähriges Mädchen mit 1,7 Promille. Sie wurde am nächsten Tag wieder rauchend und mit 0,5 Promille auf dem Herbstfest angetroffen.

Gabi Zierz, Timo Aichele

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