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Erleichterung pur: Tatjana Obermeier freut sich über ihren klaren Punktsieg gegen Sandra Börnes.

Eine Tracht Prügel für die Wikinger

Kickboxen: Erding gewinnt Herbstfest-Vergleichskampf gegen Oslo

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Die Erdinger Staffel mit Vize-Europameister Reza Rezaei hatte keine Probleme im Vergleichskampf gegen Oslo.

Erding – Eine hochklassige Kickbox-Veranstaltung haben mehrere hundert Zuschauer am Sonntagvormittag im Weißbräuzelt auf dem Erdinger Herbstfest erlebt. Überraschend klar mit 13:3 Punkten gewann die Erdinger Staffel den Vergleich gegen das Team aus dem norwegischen Oslo, das mit einigen international erfolgreichen Kämpfern angetreten war. Ringsprecher Heinz Klupp, der zuvor die Gäste in deren Landessprache begrüßt hatte, gab jedoch zu: „Bei einigen knappen Kämpfen haben wir schon ein wenig Glück bei der Wertung gehabt.“ So musste sich letztlich nur Simon Müller geschlagen geben.

Starke Vorstellung von Reza Rezaei

Zum Auftakt stellte sich der 18-jährige Reza Rezaei, der erst vor zwei Wochen Zweiter bei der Junioren-Europameisterschaft in Györ geworden war, in der Klasse bis 60 Kilo dem erfahrenen Henry Macpherson. Der Erdinger lieferte einen unbekümmerten Kampf, war schnell auf den Beinen und kickte gut. Auch in der zweiten Runde deckte er den Norweger mit guten Kombinationen ein, der dann allerdings stärker wurde und in der dritten Runde dominierte. Am Ende durfte sich Rezaei jedoch über einen hauchdünnen 2:1-Punktsieg freuen.

Übers ganze Gesicht strahlte anschließend Tatjana Obermeier, als sie ihren Kampf gegen Sandra Börnes in der Klasse bis 52 Kilo mit 3:0-Kampfrichterstimmen gewonnen hatte. Die Erdingerin hatte ihre Gegnerin stets im Griff, boxte aber zwischendurch auch sehr vorsichtig und ging kein unnötiges Risiko ein. An der Kampfrichterentscheidung gab es keinen Zweifel.

Den gab es auch nicht beim Aufeinandertreffen von Clemens Ruder und Patrick Straume in der Klasse bis 71 Kilo. Der Gastboxer aus Dingolfing, der schon einige Male die Erdinger Staffel verstärkt hat, machte gleich Druck. Der Norweger aber hielt dagegen, und so entwickelte sich dieser Vergleich zum besten des Tages. Beide Kontrahenten hielten sich mit den Kicks zurück, setzten mehr auf Faustarbeit. Speziell in der letzten Runde holte sich Ruder dann die nötigen Punkte zum 3:0-Sieg.

Danach stieg ein alter Bekannter in den Ring: Kian Golpira, der jetzt in Norwegen lebt, aber für Erding kämpfte. „Er hat eine Freundin, die ihn gut bekocht“, erzählte Ringsprecher Klupp grinsend und fügte an: „Drum ist er jetzt etwas schwerer und in die Weltergewichtsklasse bis 67 Kilo aufgestiegen.“ Naurosi Dadullah heizte dem Ex-Weltmeister gehörig ein und brachte ihn besonders mit seinen Kicks in Bedrängnis. Dann aber drehte Golpira auf. In der Schlussrunde setzte er einen Drehkick, ließ eine Faustkombination folgen, so dass sein Gegner zu Boden ging und angezählt werden musste. Damit war der 3:0-Punktsieg endgültig unter Dach und Fach.

Nachdem Klupp die beiden Erdinger Boxprofis Uwel Hernandez und Simon Zachenhuber im Ring interviewt hatte, ging es in die zweite Hälfte des Vergleichs. Den eröffnete Eugen Ill, der in der Klasse bis 63,5 Kilo mit Hangi Amundsen erhebliche Mühe hatte. Beide waren technisch stark, der Erdinger arbeitete mehr mit den Fäusten, der Norweger mehr mit den Füßen. Der 2:1-Punktsieg für Ill war am Ende eher schmeichelhaft.

Eine klare Sache war dagegen der Kampf zwischen Paul Kästner und Havard Egeberg in der Klasse bis 86 Kilo. Beide setzten mehr auf die Fäuste als auf die Füße, gaben sich komplett aus und waren letztlich mit ihren Kräften am Ende. Am 3:0 für Kästner gab es jedoch keinen Zweifel.

Emma Winters tolles Damen-Debüt

Einen couragierten und unbekümmerten Auftritt legte die Hohenpoldingerin Emma Winter hin. Die 18-Jährige, die gerade erst Junioren-Europameisterin geworden ist, trat erstmals in der Damenklasse an und bekam es in der Klasse bis 67 Kilo gleich mit Thea Vatshelle zu tun, die erst vor kurzem die Weltmeisterin bezwungen hatte. Wie stark der Auftritt von Winter war, zeigte sich daran, dass die Norwegerin sofort nach dem Schlussgong in die Knie ging, weil sie komplett fertig war. Das Unentschieden war absolut gerecht.

Den Kampftag beschloss Schwergewichtler Simon Müller, der in der Klasse bis 91 Kilo auf Vegard Egeberg traf. Der Erdinger war kurzfristig für einen verletzten Kameraden eingesprungen und logischerweise nicht voll austrainiert. Er hielt sich dennoch tapfer, konnte aber die 0:3-Punktniederlage nicht verhindern.

Erdings Trainer Peter Lutzny zeigte sich hinterher rundherum zufrieden, sowohl mit den Leistungen seiner Kämpfer als auch mit der Veranstaltung insgesamt. „Alles super, alles bestens“, schwärmte er. „Und auch wenn die zwei knappen Urteile anders gewertet worden wären, hätten wir trotzdem gewonnen.“

Wolfgang Krzizok

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