+
Alles bereit für die Übergabe: Uwe Pianka (l.) hört nach 26 Jahren als Festwirt auf. Nachfolger ist Sohn Mario.

78. Erdinger Herbstfest

Pianka geht, Pianka kommt

  • schließen

26 Mal hintereinander ist Uwe Pianka zum Auftakt des Erdinger Herbstfestes beim Auszug der Wiesn-Wirte mit dabei gewesen. Heuer wird er erstmals fehlen. Das Weißbräuzelt hat nämlich einen neuen Chef – er heißt Pianka.

Erding – Uwe Pianka steht im Weißbräuzelt auf dem Erdinger Herbstfest. Der Aufbau läuft auf vollen Touren. Der 62-Jährige spricht mit Handwerkern, gibt Anweisungen, telefoniert. Eigentlich ist alles so wie in den letzten 26 Jahren. „Aber irgendwann ist es Zeit, dass man die Jungen ranlässt“, sagt der Gastronom und deutet auf seinen Sohn Mario. Der 31-Jährige ist sein Nachfolger und heuer zum ersten Mal offiziell Festwirt.

„Ich freu mich drauf“, sagt Mario Pianka und strahlt übers ganze Gesicht. „Ich bin dabei, seit ich denken kann, und habe schon alles gemacht.“ Als junger Bursche sei er hinter der Schänke gestanden, als er seine Kochlehrer absolvierte, habe er in der Küche gearbeitet, und auch bedient habe er schon.

„Seit sieben Jahren bin ich jetzt im Büro tätig und kümmere mich um alles, was anfällt, größtenteils um die Finanzverwaltung“, beschreibt er sein bisheriges Betätigungsfeld. Das wird jetzt anders. „Jetzt muss ich meine regelmäßigen Zeltrunden drehen, schauen, dass alles in Ordnung ist und dass alle glücklich sind“, meint der 31-Jährige mit einem verschmitzten Grinsen. Und wenn ein Gast nicht glücklich ist? „Dann hören wir uns das an, schauen, ob es tatsächlich berechtigt ist und werden dann entsprechend eingreifen. Aber grundsätzlich kann man es halt nicht jedem recht machen.“

Da die Übergabe vom Vater auf den Sohn fließend gewesen sei, gebe es keinerlei Probleme. „Zwischen uns läuft es gut. Wir tauschen unsere Ideen aus, die eine wird’s, die andere nicht“, erzählt Mario Pianka. „Und so Sachen wie Speisekarte et cetera besprechen wir eh im Team, nicht nur mein Vater und ich.“ Zum Team gehören unter anderem Maresa Wimmer, die die Fäden im Büro in der Hand hält, und Küchenchef Florian Graetzer, Cousin von Mario Pianka, der schon lange Küchenchef im Weißbräu in der Langen Zeile ist.

„Leicht“ sei ihm die Übergabe gefallen, sagt Uwe Pianka entspannt. Beim Auf- und Abbau helfe er nach wie vor mit. „Aber beim Herbstfest selber bin ich nicht immer da – abends gehe ich heim.“

Wenn er so auf früher zurückblicke, auf seine Anfänge als Festwirt, so sei heute „alles komplizierter geworden – Verwaltung, Genehmigungen, Sicherheit – aber auch zurecht“. Die Gäste müssten sich sicher fühlen. In seiner Anfangszeit habe er vier Ordner im Zelt gehabt, mittlerweile seien es zwischen 35 und 40 – je nach Wochentag. Dazu kommt eine Videoüberwachung. „Das ist eine Mordsaufgabe, das abzuwickeln und die Sicherheit zu gewährleisten“, weiß der 62-Jährige. „Im Weißbräuzelt geht es seit 26 Jahren friedlich zu, und ich bin mir sicher, dass es so bleiben wir“, sagt Uwe Pianka, auch wenn er einschränkt: „Man kann nie ganz ausschließen, dass nicht doch was passiert.“

Vergangenes Jahr habe er Kritik geerntet, weil er gesagt hatte, dass das Bier auf dem Herbstfest zu billig sei. Heuer kostet die Mass 50 Cent mehr (8,10 Euro). „Es geht mir nicht um Bereicherung“, erläutert Uwe Pianka. „Aber für ein immenses Risiko muss auch eine gewisse Sicherheit an Ertrag gegeben sein.“ Ein Festwirt habe einen enormen Personalaufwand, „und jeder, der hier arbeitet, will auch gutes Geld verdienen“.

Für den Mindestlohn würde ohnehin keiner arbeiten. Dazu komme, dass das Weißbräuzelt ein „schwieriges Zelt“ sei. Von den knapp 200 Kräften im Zelt seien alleine 30 Schankkellner im Einsatz, denn: „Wir schenken sämtliche Biere aus Flaschen aus, das ist die Vorgabe der Brauerei.“ Das sei neben der personellen auch eine enorme logistische Herausforderung.

Großartige Änderungen im Ablauf werde es nicht geben, betont Mario Pianka: „Man muss ein bewährtes Fest nicht immer neu erfinden. Da übernehme ich vieles gerne von meinem Vater.“ Lediglich der Stehbereich rund um die Urweiße-Bar werde vergrößert, auch wenn dies zu Lasten einiger der knapp 4000 Sitzplätze in Zelt und Garten geht. Hier hat der 31-Jährige einen Trend ausgemacht. „Gerade die jungen Leute stehen gerne. Es gibt Halbe, sie müssen keine Massn trinken, und diesen Wünschen tragen wir Rechnung.“ Grinsend fügt Uwe Pianka an: „Außerdem kann im Stehbereich keiner am Tisch einschlafen.“

Auch beim Programm setzt der neue Festwirt auf Bewährtes: d’Moosner, d’Reichenkirchner, Blechblos’n – „lauter alte Bekannte“, sagt Mario Pianka. Auch neue Gruppen wie Allgäuwild und Tetrapack aus Moosen, die das Herbstfest eröffnen werden, sollen für Stimmung sorgen. Und dass die Stimmung wieder bestens sein wird, da sind sich Vater und Sohn sicher: „Das ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt.“ Beide wünschen sich „perfektes Volksfest-Wetter, eine ruhige, friedliche Wiesn und zufriedene Gäste, das ist das Wichtigste.“

Am kommenden Freitag beginnt das 78. Erdinger Herbstfest, um 16 Uhr ist der große Auszug vom Schrannen- zum Festplatz – zum ersten Mal mit Mario Pianka als Festwirt. „Ich freu’ mich wahnsinnig drauf, zum ersten Mal bin ich alleine dabei“, schwärmt der 31-Jährige, korrigiert sich aber sofort: „Meine Freundin Dani ist natürlich mit dabei.“ Sie arbeitet während des Herbstfestes an der Weißbräu-Bar. „Alles in Familienhand“, sagt Mario Pianka und strahlt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neuwagen zu Schrott gefahren
Nahezu neu war ein Audi A7, der am Dienstagmorgen nahe Eitting bei einem Unfall zu Schrott gefahren worden ist.
Neuwagen zu Schrott gefahren
Erding: Frau (28) auf offener Straße überfallen
Auf offener Straße ist in Erding eine junge Frau Opfer eines Raubüberfalls geworden.
Erding: Frau (28) auf offener Straße überfallen
Schüler (10) von Auto erfasst
Ein zehn Jahre alter Schüler ist von einem Auto erfasst worden. Der Unfall ereignete sich bei der Herzog-Tassilo-Realschule.
Schüler (10) von Auto erfasst
Maximale Ausbeute für Gladiators
Vorletztes Wochenende hatten die Erding Gladiators null Punkte geholt, waren aber nur um einen Platz in der Tabelle abgerutscht. Vergangenes Wochenende klappte es mit …
Maximale Ausbeute für Gladiators

Kommentare