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Volles Haus: Gut besucht ist das Stiftungszelt beim traditionellen Schafkopfturnier des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Schafkopfturnier des Erdinger/Dorfener Anzeiger am Sonntag, 27. August, im Stiftungszelt

Spiel für Strategen, Schlaumeier und Schlitzohren

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Das große Schafkopfturnier des Erdinger/Dorfener Anzeiger steigt am Sonntag, 27. August, im Stiftungszelt.

Erding - Die Eichel-, Gras- und Herz-Ober, dazu die Sau, den Zehner und Neuner in Herz sowie den König und den Neuner in Gras – na, wer traut sich? Vielleicht wagt nicht jeder ein Solo, aber jeden, wirklich jeden Schafkopfspieler auf dieser Welt juckt es angesichts eines solchen Blattes sofort in den Fingern. Höchste Zeit, zu den Karten zu greifen. Die beste Gelegenheit bietet dazu sich am Sonntag, 27. August, um 9.30 Uhr im Stiftungszelt auf dem Volksfestplatz bei der von der Heimatzeitung präsentierten Erdinger Schafkopfmeisterschaft. 

Es mag sich ja vieles verändert haben auf dem Erdinger Herbstfest. Es gibt keine Schiffschaukeln mehr, Preiß’n dürfen sich in Lederhosen schmeißen (ja sogar Preußinnen tun sowas), die Geisterbahn erschreckt niemanden mehr – aber eins ist wie immer: das Schafkopfrennen am ersten Herbstfest-Sonntag. Inflation hin oder her – da Oide Ober ist noch immer gleich viel wert. Und das starke Geschlecht hat noch jedes Turnier gewonnen. Aber obacht, das ist eine rein statistische Geschichte. Es gibt halt noch immer weit mehr Schafkopfer als Schafkopfeusen, die allerdings auch zahlenmäßig auf dem Vormarsch sind. Der erste Sieg einer Schafkopf-Amazone ist also nur eine Frage der Zeit, denn taktisch sind sie schon jetzt gleichauf. 

Womit wir schon beim Thema wären. Wer beim Schafkopfrennen was reißen will, muss mit dem oben genannten Blatt ein Solo wagen. Gewiss, ein Sau-Spiel – der Partner ist der mit der Gras-Ass – wäre eine gmahde Wiesn. Aber ein gewonnenes Solo – man kämpft allein gegen die drei anderen am Tisch – bringt halt weit mehr Punkte (zumal mit drei Haxn oder Laufende). Und das sollte man sich schon trauen, denn so eine Chance bekommt man nicht allzu oft in den 64 Spielen. 64 Mal – ja so oft werden die Karten neu gemischt. 64 Mal die Chance aufs neue Glück. Und nach 32 Partien (da ist Halbzeit und Platzwechsel) die Hoffnung, drei neue, bessere oder schlechtere Tischpartner (das ist Ansichtssache) zu bekommen. Das Wichtigste bleibt aber das Spiel an sich, in dem sich der gstudierte Mathematiker ebenso abarbeiten kann (weil alle 32 Karten ausgespielt werden) wie der, der noch nie eine Wahrscheinlichkeitsgleichung erstellt hat, aber trotzdem weiß, dass man auf die Gras-Sau nicht den Zehner schmieren darf. Es könnte ja der Solo-Spieler noch den König haben! 

Woher man das weiß? Bauchgefühl. Instinkt. Vor allem Erfahrung. Denn Schafkopf sollte man früh lernen. Spätestens in der Schule, wo man dann als Zwölfjährige Sprüche raushaut, die einem die gestrengen Lehrmeister eingebläut haben: „Herzlich lacht die Tante“ oder „So spielt man im Grauen Affen zu Venedig“ oder „Es hod sie fei scho jemand totg’mischt“ oder – sobald ein Mitspieler nur eine Millisekunde lang zögert – „A Kart oder a Stückl Hoiz“. 

Ja, mei auch das gehört zum Schafkopfen. Und ärgern darf man sich auch – über das eigene fehlende Glück oder das Dusel des anderen. Und man darf die Karten auf den Tisch donnern oder sie lässig reinfliegen lassen. 

Nur eins geht gar nicht: Mogeln. Da ist sie vorbei, die Liberalitas Bavariae. Für den Fall, dass es doch ein paar schwarze Schafköpfe ihr Kommen planen: Vergesst es gleich wieder, im Herbstfestzelt passen neben den Mitspielern auch einige Schiedsrichter penibel auf, dass die Preise an die Besten gehen und nicht an dahergelaufene Karten-Halunken. 1000 Euro gibt’s für den Sieger. Die Bestplatzierten dürfen sich auf wertvolle Sachpreise (Fernseher, Kaffeemaschinen, Dampfreiniger, Geschenkkörbe) freuen. Und alle auf den schönsten Vormittag, den das Herbstfest zu bieten hat. Das Solo mit dem oben genannten Blatt hat der Autor dieser Zeilen zuletzt übrigens tatsächlich verloren. Mit 58:62 Augen. Bitter. Aber reden wir bitte nicht mehr drüber… 

Anmeldung 

Anmeldung zur Erdinger Schafkopfmeisterschaft ist bis Freitag, 25. August, in der Geschäftsstelle des Erdinger Anzeiger (Kirchgasse 1, Erding) von 8.30 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr möglich. Seinen Platz am Schafkopftisch kann man sich aber auch übers Internet unter www.schafkopfen.com oder über die Schafkopf-Hotline, Tel. (0 80 42) 91 83 22, bei Turnier- Organisator Josef Hundegger sichern. Die Startgebühr beträgt im Vorverkauf 13 Euro sowie an der Tageskasse 15 Euro.

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