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Gut gelaunt auf dem Herbstfest: die Freundinnen Irene Thaler und Rita Haller (v. l.).

Seniorentag für die Bewohner der Erdinger Seniorenheime

Mit 98 Jahren zum ersten Mal auf dem Herbstfest

Dieser Termin ist einer der Höhepunkte in den Kalendern der Erdinger Altenheime: Der jährliche Besuch auf dem Herbstfest.

Erding – Seit vielen Jahren schon ist es Tradition, dass die Stadt die Bewohner der Altenheime einlädt. Das betonte OB Max Gotz am Montagnachmittag im Stiftungszelt, bevor er anschließend unter dem Beifall und Klatschen der Senioren den Bayerischen Defiliermarsch dirigierte.

Ein Höhepunkt zwar, aber für Betreuer und Ehrenamtliche ist der Festnachmittag auch eine echte Herausforderung, um die Bewohner mit Bussen und Malteser Hilfsdienst zum Festplatz zu bringen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren spielte die Stadtkapelle Erding schon um 11 Uhr für die Senioren, die sich dafür mit kräftigem Applaus bedankten.

Elisabeth Eberl (91) ist eine gebürtige Erdingerin, die seit kurzem im Fischer’s Seniorenzentrum wohnt und sich gerne an die Volksfestzeiten erinnert. Sie wohnte früher in der Nähe. „Wir waren jedes Jahr mindestens dreimal auf dem Herbstfest, meistens mit Freundinnen oder in kleinen Gruppen. Mit einem Mann allein war ich nie dort, der hätte bloß gestört“, erzählt sie und lacht dabei herzhaft.

Heinrich Geiger, 81 Jahre alt und Heimbeirat vom Heiliggeist-Stift, geht schon seit 1947 jedes Jahr aufs Herbstfest. „Hier ist es gemütlich, die Hendl schmecken prima, aber Bekannte trifft man heute seltener als früher“, sagt er.

Zum ersten Mal auf dem Herbstfest ist die 98-jährige Gisela Kielbassa – und das obwohl sie seit zehn Jahren in Erding lebt. Und es gefällt ihr sehr gut. Karolina Beschedznik wird demnächst 100 Jahre alt, und für sie gehört der Besuch des Volksfestes nach wie vor dazu. „Ich sitze am liebsten im Bierzelt, da ist es gemütlich und man kann sich noch ein bisserl unterhalten“, sagt sie und ergänzt: „Die Hendl schmecken hier ganz besonders gut.“

Die Erdingerin Irene Thaler (91) betont, dass „sie noch nicht im Altenheim ist, sondern gerade eine Freundin getroffen hat“. Die Freundin, das ist Rita Haller (91) vom Heiliggeist-Stift, und sie kennt viele Leute: „Es gibt viel zum Ratschen, und vor allem die Musik gehört dazu“, betont sie.

Es war ein fröhlicher Mittagstisch mit anschließendem Kaffee und Kuchen, und so mancher „Oldie“ schwelgte in Erinnerungen an die alte Zeit. „Da würde ich jetzt gerne tanzen“, sagte eine Bewohnerin, die im Rollstuhl sitzt, und strahlte dabei dennoch fröhlich übers ganze Gesicht.

Bei so viel Gaudi verging die Zeit wie im Flug. Um 13.45 Uhr hieß es schließlich: Zurück zum Bus, der jedoch sehr lange auf sich warten ließ. Als er dann endlich in Sicht war, wollten ihn die Ordner zunächst nicht an der Sperre vorbeifahren lassen. Schließlich kamen aber doch alle glücklich und zufrieden im Altenheim an.

Elvi Reichert

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