+
Feiern gerne in Erding (v. l.): die Weißbräu-Kumpels 99 Matthias Wolf, Christian Knechtel, Daniel Dümeni, Yves Pietrasiak, Nico Dümeni sowie Christian und Carsten Pietrasiak aus Sachsen-Anhalt.

Von Magdeburg nach Erding

Fanclubs zu Besuch auf dem Herbstfest: Liebe auf den ersten Schluck

  • schließen

Weißbier schmeckt auch nördlich vom Weißwurstäquator. Das können die vielen Erdinger-Fanclubs bezeugen, die jedes Jahr zu Gast auf dem Erdinger Herbstfest sind.

ErdingDas Weißbräuzelt auf dem Erdinger Herbstfest ist an den Wochenenden schon ausgebucht: „Da gibt es kaum noch Tische zum Reservieren“, sagt Festwirt Mario Pianka. Ein Drittel des Zeltes ist ohnehin jeden Tag für den Erdinger Weißbräu reserviert – für Kunden und Fanclubs der Brauerei aus aller Welt.

Carsten Pietrasiak (47) reist seit 14 Jahren mit seinen „Weißbräu-Kumpels 99“ rund 550 Kilometer aus Wolmirstedt bei Magdeburg nach Erding an. Er sagt: „Wir genießen da eure Kultur mit den Dirndln und Lederhosen, der schönen Musik und dem Zusammensitzen – und wollen einfach so feiern wie ihr.“ Fünf Tischreihen seien für die Fanclubs reserviert, sagt Pietrasiak.

Erdinger-Fans finden sich selbst in Brasilien

„Jedes Jahr kommen etwa 45 Fanclubs im Laufe der zehn Tage aus aller Herren Länder zu uns nach Erding“, heißt es von der Pressestelle des Erdinger Weißbräus. Der Erdinger-Fanclub hat 38 000 Mitglieder und wurde Anfang der 1990er gegründet. Die Weißbierfans stammen aus 66 Ländern. Die meisten kommen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz, andere sind sogar schon aus Brasilien angereist.

Lesen Sie auch: Bierpreis, Parkplätze, Fahrgeschäfte – Alles Wichtige rund ums Herbstfest Erding

Der Fanclub besteht aus Einzelmitgliedern und Stammtischen: „Auf dem Herbstfest reservieren wir grundsätzlich nur für Stammtische“, teilen Marketingleiter Wolfgang Kuffner und Fanclubleiter Michael Wanke mit. Gegen Vorwürfe, dass die Fanclub-Mitglieder den Einheimischen die Plätze im Zelt wegnehmen, wehren sie sich: „Wir feiern, singen und tanzen gemeinsam – völlig egal, wo die Personen herkommen.“ Außerdem gebe es neben dem Weißbräu-Festzelt noch das Festzelt des Stiftungsbräu. „Auch hier wird zünftig bayerisch gefeiert. Jeder Herbstfestbesucher hat also sehr gute Chancen, einen Zeltplatz zu bekommen“, so Kuffner und Wanke.

Schließlich gebe es im Weißbräuzelt auch noch die nicht reservierbaren Plätze, sagt Wirt Pianka: „Das sind etwa 40 Tische und natürlich der Biergarten.“

Lesen Sie auch: „Es ist die schönste Zeit des Jahres“

„Der erste Schluck, das war Liebe“

Weißbier-Fan Pietrasiak ist bereits am Donnerstag angereist und bleibt vier Tage. Er hat übrigens nur für den Freitagabend einen Tisch im Zelt reserviert, denn: „Wir wollen, dass auch andere Stammtische einen Platz bekommen.“ Heuer begleitet ihn nur sein Vater Christian, weil seine Kumpels krank sind, sich um ihre Kinder kümmern müssen oder kein Geld für die Reise haben: „Sonst waren wir schon mal um die zehn Leute.“

Seit 1999 – deshalb der Name – gibt es die Weißbräu-Kumpels 99. Damals war Pietrasiaks Bruder von der Bundeswehr in seine Heimat nach Sachsen-Anhalt zurückgekehrt. Mit dabei hatte er ein Erdinger Weißbier von seinen bayerischen Kollegen: „Und der erste Schluck, das war gleich Liebe“, schwärmt Pietrasiak. Also machte er immer wieder Ausflüge nach Erding und zum Herbstfest.

Lesen Sie auch: Herbstfest Erding – Probefahrtauf der Gokart-Bahn

Mit seinen Freunden aus der Region um Wolmirstedt lernte er auch andere Fanclub-Mitglieder kennen: „Dieses Jahr treffen wir uns mit dem Weißbier Pavillon aus Niedersachsen“, erzählt er. Volksfeste gebe es im Osten zwar auch, „aber das ist ja alles nachgemacht“. Eine Lederhosen trägt er übrigens nicht: „Das passt nicht zu mir.“

Anna Schwarz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Sonderausstellung im Museum Erding: Vom Verlust der Heimat und dem Neubeginn
„Vom Gehen müssen und Ankommen dürfen“ heißt die Sonderausstellung im Museum Erding, die sich bis Ende Mai 2020 den Heimatvertriebenen in Stadt und Landkreis Erding …
Neue Sonderausstellung im Museum Erding: Vom Verlust der Heimat und dem Neubeginn
Finsinger Feuerwehr gleich zweimal hintereinander gefordert
Gleich zweimal kurz hintereinander war die Finsinger Feuerwehr am Freitag, 13. September, gefragt.
Finsinger Feuerwehr gleich zweimal hintereinander gefordert
Fahrerflucht in Taufkirchen: Zeugen gesucht
Ein schwarzer Audi wurde am Freitag in Taufkirchen beschädigt. Wer etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden,
Fahrerflucht in Taufkirchen: Zeugen gesucht
Nach Unfall: Autofahrer haut ab - und kommt eine Viertelstunde später zurück
Nach einem Zusammenstoß in Taufkirchen hat sich ein Autofahrer aus dem Staub gemacht - und ist wenig später zurückgekehrt. Ihn erwartet dennoch eine Anzeige wegen …
Nach Unfall: Autofahrer haut ab - und kommt eine Viertelstunde später zurück

Kommentare