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D’Moosner haben am Montag das Publikum im Weißbräuzelt begeistert.

Musiker erzählen

Wiesnhit: „Die Leute müssen mitsingen können“

„Atemlos“, „Hölle, Hölle“ oder „Viva Colonia“ – das sind die Klassiker, bei denen auf dem Erdinger Herbstfest alle auf den Bierbänken tanzend mitgrölen.

Erding – Einen neuen Wiesn-Hit 2017 können die Party-Profis von den Bands d’Reichenkirchener, d’Moosner und Tetrapack aber nicht ausmachen. Am ehesten sei das noch Andreas Gabaliers „Hulapalu“ von 2015, meint d’Reichenkirchener-Frontmann Anderl Glockshuber aus Walpertskirchen. „Das ist ein Hit, wo die Leute immer gut mitgehen. Auch der Mallorca-Gassenhauer ,Die Chöre‘ von Marc Forster gehört unbedingt ins Repertoire“, findet der 44-Jährige.

Er sei bereits mit 14 Jahren zur Blaskapelle Reichenkirchen gestoßen, erzählt er. Damals wurde auf den Volksfesten ausschließlich Volksmusik gespielt. Erst Anfang der 90er Jahre fanden die ersten Partytage statt, mit dem Münchner-City-Team oder der Helmut Högl Band. Damals waren die Jungen noch nicht im Bierzelt, sondern standen am Auto-Scooter. Das habe sich komplett geändert.

Heute werde meist nur noch am Sonntag Volksmusik für die älteren Generationen gespielt, und der Rest sei Party. Um dem jungen Publikum gerecht zu werden, „schauen wir immer darauf, aktuelle Sachen zu spielen, wie ,Despacito‘ oder ,Modeste‘, weil die einfach gefragt sind“, erklärt er.

Tetrapack hat dagegen „Despacito“ nicht im Repertoire, erzählt Maxi Bauer aus Moosen, der Sänger der mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren jüngsten Band am Erdinger Herbstfest. „Das passt nicht so ins Bierzeit, das ist ein Sommerhit und im Radio schon tot gespielt“, meint er. Sein Lieblingssong ist „Narcotic“, den sie bei ihren Auftritten immer zum Schluss spielen. „Das ist ein Lied, wo jeder mitspringt, von Jung bis Alt, da gehen alle ab.“ Auch „Hulapalu“ laufe „immer noch gut“.

Früher wurde seine Band oft als die jungen Moosner bezeichnet, weil sie von dort kommen. Zudem ist Michael Lanzingers Vater Paul Sänger bei d’Moosner. Aber mittlerweile haben sich die Jungen einen guten Namen in der Szene gemacht. Heuer spielt Tetrapack sogar erstmals am Münchner Oktoberfest.

Alte Wiesn-Hasen sind dagegen d’Moosner, die im kommenden Jahr in Erding ein Jubiläum feiern. „Da spielen wir zum 25. Mal im Weißbräuzelt“, erzählt Frontmann Paul Lanzinger. Welche Lieder besonders ziehen? „Die alten deutschen Klassiker sind schon früher gut gelaufen und laufen auch jetzt noch.“ So zum Beispiel das Udo-Jürgens-Medley, „das wir schon ewig im Programm haben“. Mit einem Augenzwinkern meint er: „Eigentlich spielen wir seit über 25 Jahren die gleichen Lieder.“

Was die Band nach Lanzingers Worten von den meisten anderen unterscheidet, „das sind unsere AC/DC-Kracher, da heben wir uns schon ein wenig ab“. Ansonsten hätten sich in den letzten Jahren die sogenannten Mallorca-Hits zu absoluten Rennern entwickelt. Warum? „Wichtig ist, dass die Leute mitsingen können“, weiß Lanzinger. „Drum läuft auch ,Despacito‘ nicht, das wir deswegen auch nicht im Repertoire haben.“ „Hulapalu“ dagegen schon: „Der läuft im Moment super“, sagt Lanzinger.

Birgit Lang

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