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Riesenstimmung am Kronthaler Weiher: 6000 Besucher kamen zur WeiherFeia der Erdinger Wasserwacht.

Hier steppt der Bär: Über 6000 Besucher auf Erdings größter Strandparty

Erding - Gebangt, gehofft und dann das ganz große Los gezogen: Die WeiherFeia der Erdinger Wasserwacht fand am ersten Sonnentag seit langem statt.

Die Resonanz war beachtlich: Über 6000 Menschen feierten bis tief in die Nacht rund um den Kronthaler Weiher.

Jakob Nein, einer von 80 Wasserwacht-Helfern, die am Samstag die WeiherFeia perfekt über die Bühne brachten, bekannte, er habe bis halb drei Uhr morgens nicht schlafen können. Die Wettervorhersage habe ihm die Nachtruhe genommen. Sein Kollege Max Ganser hatte bereits am Montag gemeint: „Mei, hoffentlich passt’s.“

Es passte, und wie. „Es ist wirklich wahnsinnig. So ein Glück muss man erst mal haben“, triumphierte nach einer einer gelungenen Riesenfete Hauptorganisator Siggi Ippisch. zugleich Chef der Erdinger Wasserwacht. Und Florian Sosna, einer der Werbestrategen vom mitveranstaltenden Erdinger Weißbräu, konnte nur den Kopf schütteln: „Ich bin von München rausgefahren, und es hat fast überall geregnet. Nur hier scheint die Sonne.“ Ippisch fügte hinzu: „Ich glaube, das war nicht Petrus, das war der Chef höchstselbst.“

Bilder von der WeiherFeia

WeiherFeia der Erdinger Wasserwacht

Wer auch immer, die zweite WeiherFeia – vor einem Jahr war das Spektakel in einer völlig durchnässten Liegewiese ersoffen – wurde ein Riesenerfolg. Bereits am Nachmittag war das Erholungsgelände gut besetzt. Auf dem Kronthaler Weiher drehten zwei Rettungsboote unablässig ihre Runden – begeisterte Familien mittendrin, die Erdings größte Wasserfläche einmal aus einer ganz neuen Perspektive kennen lernten.

Offiziell wurde es gegen 17 Uhr, als Bürgermeister und Schirmherr Max Gotz die WeiherFeia eröffnete. Er sprach von der größten Party Erdings, die perfekt zwischen Sinnflut-Festival und Herbstfest passe. Der Wasserwacht zollte Gotz größtes Lob, „nicht nur für ihren Dienst am Nächsten rund um die Uhr, sondern auch für das Wagnis, dass sie mit dieser Veranstaltung eingehen“.

Im Mittelpunkt stand das neue Rettungsboot, das zum Teil aus dem WeiherFeia-Erlös von 2009 gekauft wurde. Das Schlauchboot mit der Kennung ED 23 ersetzt ein kaputt gegangenes Vorgängermodell. Ökumenisch geweiht wurde es von dem evangelischen Pfarrer Martin Schwenk und seinem katholischen Kollegen und Dekan Reinhold Föckersperger. Schwenk erinnerte an die Samariter aus der Bibel. „Heute verlassen wir uns auf ein modernes Rettungswesen, das ohne Ehrenamt nicht denkbar ist.“ Es sei löblich, dass sich andere bereit hielten, während viele Menschen einfach wegsähen. Schwenk erinnerte daran, „dass jeder von uns rasch in Not geraten, einen Unfall erleiden kann oder sonstwie auf Hilfe angewiesen ist“.

Lobende Worte für das Engagement sprachen auch Wasserwacht-Landeschefin Ulrike Scharf, Landtagsabgeordneter Jakob Schwimmer und Landrat Martin Bayerstorfer.

Nach dem Festakt räumten sie die Bühne für Rock-Antenne-DJ Alex Wangler, der den immer mehr werdenden Besuchern munter einheizte. Als die Dunkelheit endgültig über dem Gelände hereingebrochen war, erklommen „Gerry & Gary“ die Bühne. Die Gruppe hat die Internet-Adresse www.scheisscoverband.de“. Doch was die Stimmungskanonen bis 1 Uhr nachts zu bieten hatte, entsprach nicht der Web-Adresse.

Die Wasserwachtler saßen noch in der Nacht zusammen und fassten einen Beschluss, der viele freuen wird: „2012 soll es die WeiherFeia wieder geben“, versprach Ippisch. Er war froh, dass es so gut wie keine Zwischenfälle gab, auf die insgesamt 150 Helfer Verlass war und der eigene Sanitätsdienst nur 19 Mal gefordert war, vor allem wegen Wespenstichen und kleinerer Wunden.

Aus Sicht der Erdinger Polizei ist die WeiherFeia vor dem Hintergrund mehrerer tausend Besucher friedlich verlaufen. Es kam nur vereinzelt zu Zwischenfällen. Konrad Ecker berichtet von zwei Schlägereien um 23.30 und um kurz nach 1 Uhr. Im ersten Fall gerieten zwei 17-Jährige aneinander und fügten sich Gesichtsverletzungen zu. Die Polizei musste die Streithähne trennen und verwies sie der Arena. Wenig später sorgten vier 16- bis 19-Jährige für Stunk. Drei erlitten Verletzungen und wurden von der BRK-Bereitschaft versorgt.

Zwei Besucher wurden des Festes verwiesen, beide waren mit einem beziehungsweise 1,4 Promille erheblich betrunken. Ein 15-Jähriger fiel durch seine Pöbeleien auf, ein 19-Jähriger versuchte permanent Streit anzuzetteln, darunter mit dem Sicherheitspersonal. Der Fall des 15-Jährigen wurde dem Jugendamt mitgeteilt.

Für besonders witzig hielt sich offensichtlich ein Dieb, der von einem Polizeibus ein Kennzeichen abschraubte und mitnahm. Es handelt sich um die Nummerntafel IN – PP 9115. Die Beamten geben dem Dieb eine letzte Chance. Sollte er das Schild zurückgeben, wird der Ärger geringer ausfallen.

Hans Moritz

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