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Eng aneinander rücken mussten die Musiker, als sie in voller Besetzung auf der Bühne in der Mehrzweckhalle saßen.

Blaskapelle Hohenpolding

Von Marsch bis Tanzmusik

In ihrem Frühjahrskonzert machte die Blaskapelle Hohenpolding einen Streifzug durch verschiedene Epochen und Musikstile.

Hohenpolding – Mit dem euphorischen Victoria-Marsch von Franz von Blon eröffnete die Blaskapelle Hohenpolding ihr Konzert in der Mehrzweckhalle Hohenpolding. Unter der Leitung von Anton Gerbl hatten die 26 Musiker ein kurzweiliges Programm zusammengestellt und damit nicht nur zahlreiche Hohenpoldinger, sondern auch Vertreter einiger befreundeter Kapellen begeistert.

Der erste Teil wurde in voller Besetzung gespielt und bestand aus fünf Blasmusikstücken aus unterschiedlichen Epochen. Das längste darunter war „Castrum Alemorum“ von Jakob de Haan, das das Leben auf einer französischen Burg im 14. Jahrhundert in Töne fasste. Mit Trommelwirbel und Paukenschlägen eingeleitet, wechselten sich kräftige Trompeten- und Posaunensequenzen mit fast gehauchten Teilen, die von Querflöte, Klarinette und Oboe gespielt wurden, ab. So entstand ein sehr facettenreiches Leben, wie es im Mittelalter stattgefunden haben könnte.

Die Polka „Auf der Pfingstwiese“ des zeitgenössischen Komponisten Timo Dellweg wurde mit der Absicht geschrieben, alte Egerländer Klänge nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Bis zur Pause, in der ein großes kaltes Buffet angeboten wurde, erklangen noch ein ungarischer Marsch und eine Suite aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Ballett „Schwanensee“. Zu dieser betraten die Violinistinnen Katharina Bauer und Franziska Mayr die ohnehin schon brechend volle Bühne.

In ausgedünnter Besetzung ging es mit dem Salonorchester der Hohenpoldinger weiter. Den Anfang machte eine instrumentale Imitation einer startenden und dann Fahrt aufnehmenden Lok, der „Nachtexpress nach Warschau“, ein schneller Foxtrott von Gerhard Mohr.

Eine kleine Abweichung zu den Salonorchestern des frühen 20. Jahrhunderts, wie sie heute durch Max Raabe noch Bekanntheit haben, war das Fehlen eines Klaviers, das Gerbl mit dem Akkordeon ersetzte. Er kündigte die zweite Programmhälfte als Unterhalungsmusik, bei der man sich auch zurücklehnen dürfe, an. Dementsprechend wurde ein Slowfox (Bel Ami) mit einer beeindruckenden Gesangseinlage von Martin Rott gespielt. Dem folgte ein Foxtrott und der Musette-Walzer „Paris Soir“, der nicht etwa von einem Franzosen, sondern von dem Baden-Würtemberger Kurt Rehfeld geschrieben wurde.

Wohl auch mit Blick auf das Zeitgeschehen, endete der Abend mit dem Friedensgruß „Shalom!“, einer Suite mit Volksliedern aus Israel von Philip Sparke.

Fabian Holzner

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