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Rowdys am Werk: Der Brand am Bushäuschen bei Voglstädt konnte schnell gelöscht werden.

Tätersuche

Bürgermeister legt sich selbst auf die Lauer

Eine Chronik der Verwüstung hat Bürgermeister Heribert Niedermaier bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Rauschhuber vorgetragen.

Hohenpolding – Ein brennender Spielplatz, weitere Sachbeschädigungen und ein Einbruch. Seit über einem Jahr reihen sich Fälle von Vandalismus durch Jugendliche in Hohenpolding.

Der Anfang dieses „ärgerlichen Themas“ war ein Vollbrand des Krabbelrohres am neuen Spielplatz am Klausenberg im Oktober 2016. Unter Verwendung eines Brandbeschleunigers wurde dieser Teil der Anlage völlig zerstört, die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. Wenige Wochen später, in der Silvesternacht, wurde der Dosencontainer am Recyclinghof in Brand gesteckt. „In dem Zusammenhang fielen Namen, beweisen konnten wir es niemandem“, fügte Niedermaier dem hinzu. Dadurch ließen sich die vermuteten Feuerteufel nicht einschüchtern. An einem Sonntagabend im April 2017 wird ein Kleinbrand an einem Eck des Schulgebäudes bemerkt und gelöscht. Der Brandstifter wurde offensichtlich gestört. Trotzdem bestand große Gefahr, der Vollwärmeschutz der Fassade hätte leicht Feuer fangen können. In der folgenden Zeit gab es mehrere kleine Brände im Dorf.

Als schließlich im Sommer diesen Jahres am Bolzplatz gezündelt wurde, kam die Polizei zum Einsatz. „Wir wussten, dass etwas stattfinden könnte“, erklärt Bürgermeister Niedermaier die Verständigung. Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren wurden daraufhin verhört, verweigerten unter der Vormundschaft ihrer Eltern jedoch die Aussage. „Zumindest sind sie seither polizeibekannt, alle kommen aus Hohenpolding“ resümierte Niedermaier.

Ein Ende der zerstörerischen Umtriebe bedeutete dies jedoch nicht. Ende September gab es einen Einbruch in die Grundschule, sämtliche Regenfallrohre der angrenzenden Mehrzweckhalle wurden beschädigt. Schnell bemerkt und gelöscht wurde am 14. Oktober der Brand des Bushäuschens in Voglstädt. Fast filmreif sind Niedermaiers Schilderungen der Nacht vom 31. Oktober, Halloween. In Vorahnung legte er sich selbst im Schulhaus auf die Lauer, um die Vandalen endlich „in flagranti“ zu erwischen. Auch die Polizei, zum Teil in Zivil, war im Ort und verdächtigte im Dunkeln für einen Moment sogar den Bürgermeister. Kurz vor 23 Uhr schlichen dann auch die erwarteten Jugendlichen auf das Gelände. Sie wurden durch ein vorbeifahrendes Auto vom Einbruch abgehalten. Die Polizei folgte ihnen bis zu ihrer Wohnadresse. Dort wurden sie vernommen – die Brandstiftung am Bushäuschen gestanden sie. Das bisher letzte Vergehen der Unbelehrbaren sind abgebrochene Schindeln auf der Friedhofsmauer. Der beliebte Treffpunkt an Schule und Mehrzweckhalle wird nun bis ein Uhr morgens beleuchtet. Seine Mitbürger rief Niedermaier zu Wachsamkeit auf. fh

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