Mit einem Sonderpreis ausgezeichnetes Hobby (v. l.): Im Beisein von Bürgermeister Alfons Beilhack, stellvertretender Schulleiterin Ruth Härtl, Freundin und Mithelferin Eileen Farrell und Klassenlehrerin Nadine Saal erhielt Franziska Fiedler eine Urkunde für ihre Nachforschungen zu Korbinian Aigner und zur Geschichte des Fraueneishockeys.
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Mit einem Sonderpreis ausgezeichnetes Hobby (v. l.): Im Beisein von Bürgermeister Alfons Beilhack, stellvertretender Schulleiterin Ruth Härtl, Freundin und Mithelferin Eileen Farrell und Klassenlehrerin Nadine Saal erhielt Franziska Fiedler eine Urkunde für ihre Nachforschungen zu Korbinian Aigner und zur Geschichte des Fraueneishockeys.

Franziska Fiedler (10) erhält Sonderpreis für ihre 30-seitige Arbeit über Korbinian Aigner

Die junge Heimatforscherin

Franziska Fiedler ist erst zehn Jahre alt. Doch mit ihren Arbeiten zu Korbinian Aigner und Frauen im Eishockey gewann sie den „Sonderpreis der Bayerischen Einigung“.

Hohenpolding – Dem Apfelpfarrer Korbinian Aigner schenkt man in seiner Heimat Hohenpolding noch viel zu wenig Aufmerksamkeit. Da sind sich die Viertklässlerin Franziska Fiedler und Bürgermeister Alfons Beilhack einig. An ihrem vorletzten Schultag in der Grundschule Hohenpolding wurden der Zehnjährigen der „Sonderpreis der Bayerischen Einigung“ und eine Urkunde übergeben. Den Preis hatte sie beim Landeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ gewonnen.

Dotiert ist die Auszeichnung mit 500 Euro. Ausschließlich in ihrer Freizeit hatte Franziska Fiedler gemeinsam mit ihrer besten Freundin Eileen Farrell zum berühmtesten Sohn Hohenpoldings geforscht. Aigner wurde 1885 auf dem Poldingerhof geboren und erlangte als Pomologe (Obstbaukunde) und Widerstandspfarrer während des Nationalsozialismus’ gleichermaßen Bekanntheit.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Geschenk von Beilhack: ein Buch, in dem Leben und Werk Aigners von einem Lehrer der Technischen Universität München beleuchtet werden. Diese Anerkennung für einen im vergangenen Jahr von Franziska gewonnenen Preis über eine ebenfalls lokalhistorische Arbeit spornte die junge Geschichtsforscherin zu einer mehrmonatigen Recherche an.

„Hohe Anerkennung“ erhielt ihre „detaillierte, eigenständige und recht systematische Bearbeitung“ des Themas, wie die Institutsrektorin Sybille Maiwald in ihrer Laudatio schrieb.

„Meine Hobbys sind Ballett, Eishockey und Bücher lesen. Aber leider ist aktuell wegen Corona keines dieser Sporthobbys möglich. Deswegen habe ich mir ein neues Hobby gesucht. Ich nehme gerne an Geschichtsprojekten teil“, schrieb Franziska in der Einleitung zu ihrer 30-seitigen Einreichung. Mit dieser Begeisterung gewann sie auch ihre Freundin Eileen, die mit der Auswertung eines Zeitungsartikels von 1992 über Aigner ein ganzes Kapitel beitrug.

Den Schwung, den Franziska eigentlich in ihren Eishockeyschläger gesetzt hätte, nutze sie noch für ein weiteres Geschichtsprojekt mit dem Titel „145 Jahre Eishockey. Die Geschichte der schnellsten Mannschaftssportart der Welt“. Dafür gab es den Förderpreis Bayern, mit Urkunde und Unterschriften des Bundespräsidenten und des Vorsitzenden der Körber-Stiftung, Lothar Dittmer.

Im Mittelpunkt steht die Rolle von Frauen im Eishockey, wozu Franziska in ihrer Einleitung, als Reaktion auf gefallene Sprüche, schrieb: „Ja, ich bin ein Mädchen, und ja, ich spiele Eishockey. Und nein, ich will nicht Eiskunstlaufen, ich bin Eishockeyspielerin!“ Als Traumberufe hat sie aber Anwältin, Journalistin oder Historikerin ins Auge gefasst.

Dass sie bereits jetzt ihre Faszination für die Geschichte Hohenpoldings vermitteln kann, wird sie zeigen, wenn im Herbst das Korbinian-Aigner-Gemeinschaftshaus eingeweiht wird. Dann nämlich skizziert die Zehnjährige den Lebensweg des Namensgebers in einer Eröffnungsrede. Das hat sie mit Bürgermeister Beilhack nach der Preisübergabe in der Grundschule vereinbart.

Davor freuen sich Eileen und Franziska aber aufs gemeinsame Zelten beim Starnberg Camp in den Sommerferien. Anschließend wechseln beide aufs Gymnasium Dorfen und hoffen, in eine Klasse zu kommen.

Fabian Holzner

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