Große Aufmerksamkeit bekam der Ortstermin des Gemeinderats zum geplanten Bauprojekt am Klausenholz. Bürgermeister Alfons Beilhack (l.) hatte dazu die Mitglieder der „Interessengemeinschaft Hohenpolding“ eingeladen.
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Große Aufmerksamkeit bekam der Ortstermin des Gemeinderats zum geplanten Bauprojekt am Klausenholz. Bürgermeister Alfons Beilhack (l.) hatte dazu die Mitglieder der „Interessengemeinschaft Hohenpolding“ eingeladen.

Ortstermin des Gemmeinderates

„Die Optik ist beim Teufel“: Protest gegen Mehrfamilienhaus

In Hohenpolding formiert sich Widerstand gegen ein geplantes Mehrfamilienhaus. Sogar eine Interessengemeinschaft wurde gegründet.

Hohenpolding – Laut wurde es teilweise bei der Ortsbesichtigung des Grundstücks „Am Klausenholz“ in Hohenpolding. Der Unmut der Anwohner aus der Klausenberg-Siedlung, von denen sich einige zur Interessengemeinschaft Hohenpoding (IG HO) zusammengeschlossen haben, ist groß. Vor allem zu hoch sei das am Fuße des Klausenbergs geplante, vierstöckige Wohnhaus, zu viele neue Bewohner mit zu vielen Fahrzeugen kämen in die acht Mietwohnungen, so die Ängste der Bürger. Mindestens 30 von ihnen fanden sich nach einer schriftlichen Einladung von Bürgermeister Alfons Beilhack am Dienstag zu einem Termin mit dem gesamten Gemeinderat ein.

Für den privaten Investor sprach Architekt Helmut Kirmeier. Er schilderte die Ausmaße seiner Planung und bekam gleich zu Anfang seiner Ausführungen, zum heiklen Thema Stellplätze, viel Gegenwind zu spüren. Acht Fahrzeuge sollen in der ebenerdigen Tiefgarage Platz finden, weitere zwölf im Außenbereich des Grundstücks. Insgesamt also vier mehr als baurechtlich gefordert, wie später die für die Gemeinde tätige Planerin Eva Weinzierl vom Landshuter Planungsbüro EGL hervorhob.

Dennoch befürchten die Anwohner viele am Straßenrand parkende Autos, zumal ein weiteres Gebäude mit vier Wohnungen am Klausenberg entstehen soll. Auch das wegen Form und Höhe kritisierte Pultdach kam bei den Ausführungen des Architekten zur Sprache. Hierbei eröffnete Kirmeier der IG HO, dass der Gemeinde mittlerweile eine „Variante 3“ der Planung vorliege, bei der die Dachneigung dem Hang folge und somit die Gebäudehöhe straßenseitig reduziere.

Die Traufe würde demnach bei 9,8 Meter beginnen, über eine Abstufung erreicht das Dach auf der Nordseite knapp 13 Meter. Offenbar eine Reaktion auf den sich seit Bekanntwerden der Bauabsicht formierenden Protest. „Die Optik ist trotzdem beim Teufel“, hieß es wenig beeindruckt aus den Reihen der IG HO. Auch um wieder Struktur in die chaotisch zu werden drohende Diskussion zu bringen, ergriff Renate Calmbach für die Anwohner das Wort. Sie stellte die Frage, ob ein entsprechender Markt für die Zwei-Zimmer-Wohungen in Hohenpolding vorhanden sei. Andernfalls müsse man davon ausgehen, dass es sich um ein „reines Renditeobjekt“ handle.

Die Gegenseite verwies auf den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Man müsse auch im ländlichen Bereich in Zukunft mit Innenbereichsverdichtung rechnen, kündigte Planerin Weinzierl an. In der Politik habe sich „der Wind gedreht“, als Reaktion auf die Wohnungsnot gab es erhebliche Änderungen im Baurecht.

Kompromissvorschläge wurden laut, eine Absenkung der Tiefgarage würde die Bauhöhe mindern, größere, dafür weniger Wohnungen den Zuzug und die Parksituation entschärfen.

Die Behandlung des Bebauungsplans Klausenholz wurde in der anschließenden Gemeinderatssitzung kurzerhand von der Tagesordnung genommen. Zum einen, damit sich die Gemeinderäte mit der neuen „Variante 3“ auseinandersetzen können, vielleicht aber auch, um diese Atempause zu eventuellen Kompromissschritten zu nutzen.

Bürgermeister Beilhack forderte, der Rat solle eine eigenständige und unabhängige Entscheidung treffen dürfen: „Wir werden weder vor dem Investor, noch vor der IG HO einen Kniefall machen.“ Nach gut einer Stunde heftigen Schlagabtauschs blieben die Gräben tief, vereinzelt vernahm man aber Wortmeldungen wie „Wir werden schon eine Lösung finden“.

FABIAN HOLZNER

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