Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

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Ganz schön stürmisch: Die von Maria Bachmaier herrlich naiv gespielte Babett überrumpelt den in Panik geratenden Jungbauern Xandi (Alexander Beilhack).

Theaterverein Hohenpolding

Ein diebischer Schwank mit Erotik

Wer im Gasthaus Rauschhuber in Hohenpolding ein Bauerntheater nach bekanntem Strickmuster erwartet hatte, wurde mehrfach überrascht. Krimi-Elemente und nicht immer nur heile Welt machten aus dem Stück ein Erlebnis.

Hohenpolding Schon das Bühnenbild wich von der typischen Bauernstube mit Kachelofen und Herrgottswinkel ab. Das Team des Theatervereins hatte für das Stück „Schupfahupfa“ von Ralph Wallner eine rustikale Schupfa gestaltet, in der sich das Geschehen über drei Akte abspielt. Alte Milchkannen, Pferdegeschirr, Reisigbündel und ein rostiges Fahrrad zieren die Bühne, ein alter Bauernschrank ist wichtiges und vielfach benutztes Requisit für Lauschaktionen und als spontaner Schlupfwinkel.

Zurecht wird das Stück als „diebischer Schwank“ bezeichnet. Zunächst steht das Wiedersehen der Jugendfreunde Xandi (Alexander Beilhack) und Steff (Michael Huber), der viele Jahre mit Reisen verbracht hat, im Mittelpunkt. „Ihr werd’s ned g’scheiter“, ist das treffende Urteil der Dorfratschn Zeislingerin (Silvia Hellinger). Haben doch die beiden Lausbuben eine Mausefalle im Opferstock versteckt, die bei der Zeislingerin, die lange Finger macht, zuschnappt.

Großspurig erzählt der weltreisende Steff dem Schulfreund von seinen weiblichen Eroberungen und beleidigt mit einem Augenzwinkern das Hohenpoldinger Publikum: „Schöner warn’s g’wiss, ois wia des Graffe, des bei uns umanander lafft“.

Auch im weiteren Verlauf bleiben die Zuschauer in den ersten Reihen nicht vor umherfliegenden Ratten oder Bierspritzern verschont. Bald wird deutlich, dass die vergangenen zehn Jahre für den Steff alles andere als Freiheit waren, er verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis.

Die Handlung wird zum Krimi, als der ehemalige Zuchthäusler wieder einen Auftrag vom zwielichtigen Schattler (Markus Feckl) bekommt. Die „schwarze Katze“, wie Steff unerkannt von den Dörflern genannt wird, soll in direkter Nachbarschaft zuschlagen.

In einer Nebenhandlung hadern die Geschwister Xandi und Traudl (Eva Bachmaier) mit dem Testament ihres verstorbenen Vaters. Wer von den beiden als Erstes heiratet, soll den Hof erben. Traudl himmelt jedoch seit Langem erfolglos den schneidigen Steff an, und die einzige Aussicht, die sich für Xandi bietet, ist die naive, langsame und nicht sonderlich reinliche Babett, sehr gekonnt von Maria Bachmaier gespielt.

Für viele Lacher sorgen auch die Stelldicheins der alten Zeislingerin mit dem ungepflegten Saubauern Jupp (Florian Pleiner). Beide haben einen Fetisch. Die Zeislingerin erscheint zur Verabredung mit Maske und Armstulpen, Saubauer Jupp trägt eine hautenge, schwarze Leggings, ein knappes Muskel-Shirt und Gummistiefel. Ein Spektakel ist garantiert.

Weitere Aufführungen finden am Freitag, 23. Februar, und am Samstag. 24. Februar, jeweils um 19.30 Uhr statt.

Fabian Holzner

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