Ein Erstklässer ist mit Mundschutz und Schultüte auf dem Weg in die Schule
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Einschulung in der Pandemie: Eltern in Schröding und Hohenpolding hätten sich über kleine Klassenstärken gefreut (Symbolbild).

Einschulung an der Grundschule Schröding

Erste Klasse mit 28 Kindern: Eltern verärgert

  • VonTimo Aichele
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Ursprünglich hätte die erste Klasse an der Grundschule Schröding geteilt werden sollen. Doch mit einem Kind weniger ist das nicht mehr möglich. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie fordern Eltern nun eine weniger starre Handhabung.

Hohenpolding/Kirchberg – Anfang der Woche herrschte in Hohenpolding und Schröding noch größere Vorfreude auf den Schulstart im September. Bis zu einer E-Mail, aus der Eltern der künftigen Erstklässler erfuhren: Statt zwei kleinen Klassen wird es eine große mit 28 Schülern geben. „Die Mütter waren total geschockt“, erzählt Amrei Titus. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie könne sie die Entscheidung nicht verstehen. „Eineinhalb Jahre lang wurden Grundrechte und auch die Regeln der Schulpflicht ausgesetzt“, so Titus. Und jetzt poche das Schulamt auf starre Regeln.

Noch bis vor kurzem waren 29 Erstklässler an der Grundschule Schröding (Gemeinde Kirchberg) mit ihren beiden Schulhäusern in Schröding und Hohenpolding angemeldet. Doch ein Kind wird nun eine andere Schule besuchen. Damit ist die Mindeststärke für die Teilung der Klasse unterschritten. „Sind es 28 – wie im Moment an der Grundschule Schröding – kann nur eine Klasse gebildet werden“, erklärt Schulamtsleiter Robert Leiter auf Nachfrage. „Einen Ermessensspielraum gibt es dabei leider nicht.“

Insofern befänden sich die Schrödinger Eltern und Schüler auch „nicht in einer exklusiven Situation“, bedauert Leiter. Im nächsten Schuljahr werde es an Grundschulen im Landkreis acht Klassen mit 28 Schülern geben, drei davon allein in ersten Klassen. An einer Grundschule gebe es sogar drei Klassen mit jeweils 28 Schülern.

Auch die Corona-Pandemie habe keine Auswirkungen auf die Klassenbildung, erläutert der Schulamtsdirektor. Die kultusministeriellen Vorgaben würden unverändert gelten. Leiter: „Der Kultusminister hat in letzter Zeit mehrfach betont, dass es das unbedingte Ziel der Staatsregierung sei, die Schülerinnen und Schüler in voller Klassenstärke in Präsenzunterricht zu unterrichten.“ Die ergriffenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen – unter anderem Impfung der Lehrer, regelmäßige Testungen, Mund- und Nasenschutz, Mindestabstand – hätten sich bewährt.

„Befremdlich“ findet das Amrei Titus, die selbst nicht betroffen ist, ihr Kind besucht noch den Kindergarten. „Wie kann man nach den letzten 16 Monaten auf die Idee kommen, 28 Erstklässler plus Lehrer in einen Klassenraum zu stecken, wenn es anders möglich wäre?“, fragen sie und ihr Mann André in einer E-Mail an die Redaktion.

Das sei ein „schwerer Missstand“, der in Zeiten der Corona-Pandemie absolut unverständlich und gerade im Schulverband Schröding vermeidbar sei. Denn: „Räumlichkeiten sowie Personal für zwei erste Klassen wären vorhanden“, schreibt das Ehepaar Titus.

Bei der Grundschule Schröding handele es sich um eine Schule mit zwei Schulhäusern, nämlich Schröding und Hohenpolding, erwidert Leiter. „Insofern kann man nicht davon sprechen, dass die beiden ersten Klassen der beiden Grundschulen zusammengelegt wurden.“ Üblicherweise werde eine Klasse in Schröding unterrichtet und die andere in Hohenpolding. „Bei nur einer Klasse muss die Schulleitung den Schulstandort festlegen“, erklärt der Schulamtschef.

Schülerzahlen können sich durch Zu- oder Wegzüge laufend verändern. „Sollten noch vor dem ersten Schultag mehr als 28 Schüler aus dem Sprengelgebiet die erste Jahrgangsstufe der Grundschule Schröding besuchen wollen, könnte auch noch eine zweite Klasse in dieser Jahrgangsstufe gebildet werden“, teilt Leiter mit. Hier liegt auch eine kleine Hoffnung von Amrei Titus. Vielleicht finde sich ja noch ein Bub oder ein Mädchen, um die Klassenteilung zu verhindern.

„Gerade weil die Kinder in den letzten eineinhalb Jahren sowieso schon zu viele Opfer bringen mussten, wäre es nun an der Zeit, auch mal etwas für die Kinder zu tun“, ist das Ehepaar Titus überzeugt. „Ein erster Schritt wäre es, sich nicht zwanghaft an die Vorschriften zur Klassenstärke zu klammern, die in der momentanen Situation an allen Ecken und Enden nicht mehr haltbar sind.“

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