Orkanartiger Sturm zieht am Morgen über Deutschland - Amtliche Warnung für fast ganzes Land

Orkanartiger Sturm zieht am Morgen über Deutschland - Amtliche Warnung für fast ganzes Land

Düngen mit dem Schleppschuh

Landwirtsfamilie Huber setzt auf den Gülleselbstfahrer - Ein Besuch in Hohenpolding 

Die Landwirte in Hohenpolding haben und werden sich im Zuge der Umsetzung der neuen Düngeverordnung beim Gülleausbringen umstellen müssen. Und die Anschaffung kann teuer werden.

Hohenpolding – Die Zeit der Odlfassl ist bald vorbei: Die Landwirte haben und werden sich im Zuge der Umsetzung der neuen Düngeverordnung beim Gülleausbringen umstellen müssen. Und das kann teuer werden, denn die Anschaffung der hochtechnischen Gerätschaften kostet richtig viel Geld. 

Das könne für kleinere Landwirte existenzgefährdend sein, wenn es ihnen nicht möglich ist, das nötige teure Equipment zu kaufen, sagt Landwirt Sepp Huber jun. aus Hohenpolding. Er hat im heimischen Familienbetrieb (Hofname beim Poldinger) Rinder und Schweine, betreibt aber auch eine Biogasanlage und bringt jedes Jahr rund 8000 Kubikmeter Gülle aus.

Mit der Novellierung der Düngeverordnung reagierte die Bundesregierung auf die Forderungen der EU-Kommission zur Umsetzung der Nitratrichtlinie. Denn Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten die Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft nicht hinreichend reduzieren können. Ab 2020 ist es Landwirten nur noch erlaubt, die Gülle effizient und ohne Geruchsbelästigung auf bestelltes Ackerland auszubringen. So sollen die Gewässer besser geschützt und die Ammoniakemissionen reduziert werden.

Die Hohenpoldinger Landwirtsfamilie Huber hat sich dazu schon vor Jahren einen Claas Xerion Gülleselbstfahrer angeschafft. Für so einen Koloss mit Zubehör können schnell mal 500 000 Euro fällig werden (Neupreis). „Seit Jahren bringen wir damit vorschriftsmäßig und umweltschonend rund um Hohenpolding mit der Kurzscheibenegge hinten dran Gülle aus“, sagt Huber. Dabei werde die Gülle ohne Luftkontakt direkt in den Ackerboden eingearbeitet und sei damit geruchsfrei. „Dafür ernten wir viel Lob von unseren Anliegern und den Bürgern, weil’s nicht mehr stinkt“, erzählt Huber.

Mit seinem vollgetankten 380 PS starken Koloss bringt der Landwirt gerade auf einem Feld bei Hohenpolding die Gülle aus. Während dessen verteilt ein Computerprogramm die 15 Kubikmeter Gülle aus dem Tank über die Schläuche im Heck direkt in den Boden. Dann wird der Koloss aus den wartenden Tanks am Feldrand neu aufgefüllt.

Familie Huber hat aber noch weiter investiert. „Wir mussten auf die neue Düngeverordnung mit unseren großen Güllemengen reagieren und haben uns deshalb vor kurzem einen neuen von der EU geforderten Schleppschuh mit 21 Meter Spannweite für unseren Xerion angeschafft“, erzählt Huber. Kostenpunkt: 50 000 Euro. Der Schleppschuh wird für Grünland und bestelltes Ackerland eingesetzt. Durch die Schläuche am Boden sinke der Luftkontakt, und der Stickstoffverlust werde geringer.

Einen Vorteil für die Umwelt sieht Huber darin, dass – wie vorgeschrieben – künftig nicht mehr so oft gedüngt werden muss. Ob sich dies auf die Nitratwerte im Grundwasser auswirken wird, davon ist Huber nicht überzeugt. „Wenn die Düngeverordnung so bleibt, dann geht’s gerade noch.“ Bei noch niedrigeren Grenzwerten hätten aber alle Landwirte ein großes Problem, das für viele – vor allem die kleineren – Betriebe existenzgefährdend sei, ist Huber überzeugt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schwerverletzter auf der Autobahn
Dieser Unfall gibt der Polizei Rätsel auf: Auf der A 94 ist ein Dorfener in der Nacht auf Sonntag an der Anschlussstelle Anzing verunglückt.
Schwerverletzter auf der Autobahn
Erdings erster Unverpacktladen: Lela Lose eröffnet
Erding hat seinen ersten Unverpacktladen. Am Donnerstag hat „Lela Lose“ an der Freisinger Straße eröffnet. Und die Auswahl ist groß.
Erdings erster Unverpacktladen: Lela Lose eröffnet
Fraunberger Haushalt: Das Kinderhaus ist der dickste Brocken
Fast 15 Millionen Euro umfasst der Haushaltsplan der Gemeinde Fraunberg fürs kommende Jahr, den der Gemeinderat in seiner Sitzung einstimmig verabschiedet hat. Dabei …
Fraunberger Haushalt: Das Kinderhaus ist der dickste Brocken
Geistiger Brechdurchfall im Netz - ein Kommentar
Soziale Netzwerke - wirklich? Der Ton auf Facebook & Co ist teils entsetzlich und entwürdigend. Das zeigt unter anderem die Dabatte um Christkindlmarkt und …
Geistiger Brechdurchfall im Netz - ein Kommentar

Kommentare