Routine sticht! Sechzig siegt dank Oldie-Toren bei Grünwalder-Rückkehr

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Übermannshohes Blütenmeer: Die Silphie blüht noch bis weit in den September hinein. Foto: Kronseder

Lieber Silphie als Mais

Hohenpolding - Über die Silphie haben sich Taufkirchener Bienenzüchter beim Imkerkollegen Sebastian Thalmaier in Reitgarten informiert. Diese Pflanze könnte die Mais-Monokulturen unterbrechen und ist gut für Bienen und Hummeln.

Dass man zum Befruchten der Blütenstände Bienen und Hummeln braucht damit man Obst und Gemüse erhält, lernen die Kinder schon in der Grundschule. Aber die Nahrungsquellen für die Bienen werden immer spärlicher. Maisfelder so weit das Auge reicht, und auch die Privatgärten sind meist mit gepflegtem Rasen und sterilen Blumenrabatten bestückt, was die Nahrungssuche für die Insekten nicht einfacher macht.

Biogasanlagen in unserer Gegend werden hauptsächlich mit Mais betrieben, doch Hummeln und Bienen können den Mais nicht als Nahrung nutzen. Für diese Tiere „sind die Maisfelder wie eine Wüste“, wissen die Imker. So kann es sein, „dass die Bienen schon ab Mitte Juli gefüttert werden müssen, weil sie nicht genug Nektar finden“, erklärte Imker Thalmaier.

Die „Durchwachsene Silphie“, ein ausdauernder, winterharter Korbblütler, aus Nordamerika eingeführt, könnte Abhilfe schaffen. Sie wird als konkurrenzfähige Energiepflanze gegenüber dem Mais angeboten. Kann aber auch, wie der Mais, als Futterpflanze zum Beispiel für Rinder verwendet werden.

Imker Thalmaier wollte es genauer wissen und startete im Jahr 2015 den Versuch mit dem Anbau von etwa 2000 Jungpflanzen der Silphie auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratmetern hinter seinem Haus in Reitgarten. Der milde Winter kam den jungen Pflanzen sehr entgegen, so sind sie nicht zurückgefroren, und konnten bei den ersten warmen Sonnenstrahlen zur Freude des Imkers ihr Wachstum fortsetzen.

Da die Silphie eine Becherpflanze ist, braucht sie im Vergleich zum Mais sehr wenig Wasser. Mit ihrer speziellen Anordnung der Blätter wird am Stängel eine Art Becher gebildet, in dem Regenwasser und auch Tau gesammelt wird und so die Pflanze zusätzlich mit Wasser versorgen und auch die Bienen Wasser für die Brut finden, erklärte Thalmaier. Sie gedeiht unter hiesigen Bedingungen sehr gut, und stellt an das Klima keine besonderen Ansprüche.

Seit August steht das Feld in voller Blüte. Das Summen von Bienen und Hummeln ist nicht zu überhören. Die Pflanze beginnt erst relativ spät im Jahr zu blühen und noch lange, weit in den September hinein, wenn woanders kaum noch Nektar zu finden ist. Nach dem Verblühen wird das Feld mit den Pflanzen gehäckselt und wie der Mais als Silage verwertet. So sind auch keinen anderen Landmaschinen nötig.

Imker Thalmaier hofft, dass die Silphie „in Zukunft mehr Anhänger in der Landwirtschaft findet und so die Mais-Monokulturen im Umfeld von Biogasanlagen durch blühende Felder abgelöst werden“. Aber auch die Verwendung einzelner Pflanzen in Hausgärten wäre einerseits durch die schmückende Blütenpracht, andererseits aber auch als Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten zu empfehlen. mokro

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