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Heribert Niedermaier: Der 51-Jährige ist seit 2002 Bürgermeister der Gemeinde Hohenpolding.

Serie: Halbzeit zwischen den Kommunalwahlen 

Nach drei Amtsperioden darf man ans Aufhören denken

2014 waren die Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Hohenpolding – Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen. Heute: Heribert Niedermaier (51), Bürgermeister von Hohenpolding:

Rückblick auf Ihr Wahlprogramm: Was wurde bereits umgesetzt?

Heribert Niedermaier: Es wurden mittlerweile viele Themen umgesetzt: wir haben unsere Grundschule energetisch saniert, das neue Kinderhaus Hohenpolding fertiggestellt und zugleich den früheren Kindergarten in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Der Bauhof der Gemeinde wurde erweitert, und wir haben ein weiteres Wohnbaugebiet direkt im Ort Hohenpolding geschaffen. Seit mehreren Monaten ist der Breitbandausbau in vollem Gange, der den nordwestlichen und nordöstlichen Gemeindebereich mit Glasfaser versorgen wird.

Was wurde noch nicht umgesetzt – und warum?

Niedermaier:Noch nicht umgesetzt wurde ein Freizeitgelände, das für verschiedene Aktivitäten geplant ist und über die ländliche Entwicklung gefördert wird. Das Grundstück befindet sich noch nicht im Eigentum der Gemeinde, aber auch hier kommen wir gut voran..

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gemeinderat?

Niedermaier:Das Verhältnis zu meinem Gemeinderat ist hervorragend und die Interessen sehr ausgewogen, da die Gemeinderäte/innen aus verschiedenen Berufs- und Altersgruppen stammen. Die Beratungen verlaufen stets harmonisch, und jedes Gemeinderatsmitglied bringt sich konstruktiv in die Diskussionen ein. Dadurch können wir fast alle Beschlüsse einstimmig fassen. Es besteht zwischen den Gemeinderäten und Bürgermeister ein großes Vertrauen.

Was war in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeister Ihr schönstes Erlebnis?

Niedermaier:Es gibt viele schöne Dinge im Bürgermeisterleben, wie Trauungen, Jubiläen und verschiedene Festlichkeiten. Im Oktober 2016 hatte ich ein aber ein besonders schönes Erlebnis: die TU München veröffentlichte über den Apfelpfarrer Korbinian Aigner ein Buch, für das ich seitens der Gemeinde Hohenpolding viel an Material bereitstellen konnte. Zur Vorstellung des Buches im Rahmen eines kleinen Festaktes wurde ich dann auch nach Weihenstephan eingeladen. Dieser Termin wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Welches Erlebnis war besonders ernüchternd?

Niedermaier:Ein ganz spezielles Ereignis könnte ich hier nicht nennen. Jedoch gibt es immer wieder Menschen, die sich und uns das Leben schwer machen, indem sie sich über Kleinigkeiten aufregen, die es gar nicht wert sind. Diese Menschen verpassen dabei die schönen und lebenswerten Momente im Gemeindeleben. Aber das sind Ausnahmen, ansonsten wird die Arbeit, von Gemeinderat und Bürgermeister, von den Bürgern akzeptiert und respektiert.

Gibt es etwas, das Sie in den nächsten drei Jahren anders machen wollen?

Niedermaier: Nein, nichts wesentliches, da ich schon den Eindruck habe, dass die Bürger in Hohenpolding mit der Arbeit ihrer Gemeindevertreter und -vertreterinnen zufrieden sind. Der Austausch ist offen und gut, und natürlich ist die Gemeinde stets bedacht, alle anstehenden Themen und Projekte effektiv und zeitnah abzuarbeiten.

Vorausschau auf 2020: Machen Sie’s noch einmal?

Niedermaier: 2020 ist meine dritte Amtsperiode beendet, da bin ich dann 54 Jahre alt. Zeitgleich neben meinem Bürgermeisteramt führe ich unseren Handwerksbetrieb und unseren landwirtschaftlichen Betrieb. Nach drei Amtsperioden glaube ich schon, dass man ans Aufhören denken darf, aber wir werden sehen.  ar

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