Steuerkraft der Gemeinden

Schlusslicht Hohenpolding

Hohenpolding hat finanziell gesehen im Landkreis die Rote Laterne in der Hand: Mit 772 Euro Steuereinnahmen pro Einwohner hat die Gemeinde die geringsten Einnahmen. Aber die Tendenz zeigt leicht nach oben.

Östlicher Landkreis Die jetzt von einigen Bürgermeistern in ihren Gremien verteilte Aufstellung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Berechnungen über die Steuerkraft der einzelnen Gemeinden ist über den Bayerischen Gemeindetag öffentlich gemacht worden.

Ganz am Ende der Rangliste liegt Hohenpolding mit nicht einmal 800 Euro Einnahmen pro Einwohner. Zum Vergleich: Oberding realisiert Einnahmen von 4363 Euro pro Einwohner. Die krassen Unterschiede waren auch immer wieder Gegenstand von witzigen Bemerkungen, wie etwa über den „reichen Onkel im Norden“, mit dem natürlich Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke gemeint war. Diese Spitze kam unlängst von Vizelandrat Jakob Schwimmer, dem ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde St. Wolfgang, die mit 963 Euro pro Einwohner im Mittelfeld rangiert, aber absturzbedroht ist: Die Statistik weist nämlich für St. Wolfgang einen Rückgang um 39 Euro aus.

Aber Hohenpolding hat Chancen, aufzuholen: Für die Holzlandgemeinde steht nämlich ein Plus von 29 Euro zu Buche, genau wie für Dorfen. Die Stadt findet sich aber nach wie vor im unteren Drittel mit 849 Euro pro Einwohner – klar hinter Taufkirchen (999 Euro). Im Landkreis-Osten macht überraschend das kleine Kirchberg mit 1081 Euro das Rennen, muss aber aufpassen: Der Rückgang um 84 Euro ist der dritthöchste landkreisweit. Isen hält sich stabil mit 948 Euro im Mittelfeld, bleibt aber klar hinter Steinkirchen zurück, das mit 1020 Euro erstmals die Marke von 1000 Euro übersprungen hat.

Inning hat mächtig aufgedreht: Plus 99 Euro, macht unterm Strich 851 Euro und damit in der Rangliste einen Platz vor Dorfen. Die große Kreisstadt Erding steht mit 1488 Euro an Position zwei. Der Landkreisdurchschnitt wird von den Statistikern mit 1228 Euro angegeben.

Die Schwankungen bei den Einnahmen zu erklären, ist nicht leicht. Dass Oberding ein Minus von 949 Euro zu verkraften hatte, mag vielleicht bei dem einen oder anderen Bürgermeister im östlichen Landkreis eine gewisse Schadenfreude auslösen, könnte aber seine Ursache in der gewaltigen Abhängigkeit dieser Gemeinde von den Gewerbesteuern haben: Nirgends ist der Anteil der Gewerbesteuern an den Gesamteinnahmen höher.

Die Holzlandgemeinden Hohenpolding und Kirchberg beispielsweise finanzieren sich zu einem erheblichen Anteil aus der Grundsteuer, die bekanntermaßen sehr stabil ist. Die Bedeutung der Gewerbesteuer ist im Landkreis-Osten in der Regel eher untergeordnet, wenn sie auch etwa in Taufkirchen nicht unterschätzt werden darf. Hier ist sie im Verhältnis größer als etwa in Dorfen.

Die Aufstellung bestätigt einen früheren Befund vieler Kommunalpolitiker, nämlich dass die Einkommensteueranteile zur wichtigsten Einnahmequelle der Gemeinden werden. Die Statistik hat anderswo im Kreis schon erste Debatten über Konsequenzen ausgelöst und nur einen Nachteil: Die Zahlen sind von 2015. Aktuellere sind noch nicht verfügbar.

Klaus Kuhn

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