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Immer da für die Kinder: Heidi Moises bei ihrem Abschied 2003. Für Andrea Bachmaier (r.) war sie „die beste Kindergärtnerin der Welt“.

Nachruf Heidi Moises

Trösterin, Naseputzerin, Schuhbandlbinderin

Tränen flossen beim letzten Geleit für die langjährige Hohenpoldinger Kindergartenleiterin Heidi Moises.

Hohenpolding Für einige Besucher des Verabschiedungsgottesdiensts war spätestens kein Halten mehr, als sie die Verstorbene selbst singen hörten: auf einer Aufnahme des Liedes „Arrivederci“, gesungen vom Duo „Heidi und Sepp“ mit ihrem Musik- und Lebenspartner. Bei diesen Klängen aus dem Lautsprecher war Heidi Moises den Besuchern in der Pfarrkirche Hohenpolding ganz nah.

Zuletzt hatte sie bei ihrem Sohn in Wörth gelebt und verstarb kürzlich im Alter von 76 Jahren. Für viele Jugendliche und junge Erwachsene aus Hohenpolding und dem Holzland war es ein Abschied von einem Stück Kindheit. Heidi Moises lebte für „ihre“ Kinder und für die Musik. Man kannte sie als „Kindergarten-Heidi“. Viele Kinder meinten sogar, dass sie im Kindergarten wohnt. Sie war oft die Erste und abends nach einem langen Bastelabend oder einer Elternbeiratssitzung die Letzte.

Bis 2003 und damit 28 Jahre lang leitete sie den Hohenpoldinger Kindergarten und war für viele „die beste Kindergärtnerin der Welt“. In diesem Zeitraum hatte sie etwa 2000 Kinder unter ihre Fittiche genommen. Anfangs fuhr sie sogar den Kindergartenbus selber, um den weit in der Umgebung verstreuten Mädchen und Buben die Möglichkeit zum Kindergartenbesuch zu geben. Auch danach lag ihr der Kindergartenbus am Herzen: Beim Zusammenstellen des Busplans ging es ihr immer darum, es möglichst vielen recht zu machen. Oder wenn sie die Erlöse der vielen Bastelaktionen zum Erhalt des Busses beisteuerte. Sie wusste, dass der Bus ein Stück Hohenpoldinger Kindergarten bedeutet.

Für die Kinder war sie Trösterin und Schlichterin, Schiedsrichterin und Mitspielerin, Naseputzerin und Pflasterlkleberin, Schuhbandlbinderin und Knotenlöserin, Fürsprecherin und Nothelferin. Für die Eltern war sie Brieferlschreiberin, Erziehungsberaterin, Rezepteverraterin und mütterliche Freundin.

Heidi Moises hatte das Herz am rechten Fleck und versuchte es immer, allen recht zu machen, ohne dabei ihrer Linie untreu zu werden. Im Neubau des Kinderhauses Mariä Heimsuchung in Hohenpolding hat sie ihre Spuren hinterlassen. Das erzählt Anna Heilmeier, ehemaliges Kindergartenkind bei Heidi Moises und ihre Nach-Nach-Nach-Nachfolgerin als Leiterin. Die Gitarre von Heidi Moises ist noch immer in Gebrauch, auch werden ihre Lieder von den Kindern gerne gehört und gesungen. Viele der von Moises gesammelten Unterlagen werden von Heilmeier und ihren Kolleginnen noch öfter zu Rate gezogen. So besteht das Lebenswerk von Heidi Moises fort. MONIKA KRONSEDER

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