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Sorgen für Lacher: Die Unterschiede zwischen Knecht Loisl (Thomas Schraufstetter, l.) und Schwager Isidor (Alex Beilhack, r.)könnten kaum größer sein.
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Theaterverein Hohenpolding

Wenn gehobene Gesellschaft auf Landvolk trifft

Von Fabian Holzner

Hohenpolding – Auf ihr Äußeres legt die Magd Mirzl keinen Wert. „I bin hoid ned schena“, sagt sie, lässt sie sich gehen und meint, es zähle ohnehin nur die Psyche. Zerzaust, dreckig und dümmlich trampelt Maria Bachmaier als Mirzl die drei Akte von Ulla Klings Bauerntheater „Zwoa harte Nüss“ über die Bühne im Gasthaus zur Linde. Eine heitere Aufführung, die seinen Witz aus der gekonnt satirischen Umsetzung von Stereotypen erhält.

Ebenso langsam ist der Knecht Loisl (Thomas Schraufstetter) mit seiner großen Zahnlücke. Drei Stunden lang schimpft und droht er ohne Unterlass. Gemeinsam mit den Bauersleuten Severin und Burgl bewirtschaften Mirzl und Loisl den Lechnerhof. Dass aus der Ehe keine Kinder hervorgegangen sind, grämt den Bauern sichtlich. Fonse Beilhack spielt ihn facettenreich, vom zermürbten Grübler bis zum herrischen, aber gutmütigen Oberhaupt. Man merkt sofort seine lange Bühnenerfahrung. Seine Frau Burgl – respektabel dargestellt von Silvia Hellinger, die nur 14 Tage Zeit zum Proben hatte – schläft schon lange nicht mehr im Ehebett. Nach ein paar kräftigen Schluck Bier flüstert Knecht Loisl dem Bauer einen Plan zu. Die Spannung steigt, aber das Publikum bleibt im Ungewissen.

Überraschend kommt Bernhard Feckl ins Spiel, als er durchs Publikum ein Fahrrad vor die Bühne trägt. Schon seine bunte Erscheinung sorgt für Lacher. Er trifft auf die strickende Mirzl, stellt sich gestelzt als Sigfried Schreiberling, Poet, vor. Es treffen Welten aufeinander, Mirzl meint: „Der red aber komisch daher“, der Städter ist begeistert von ihrer Einfalt, nennt sie „Spross der rauen Berge“. In der schmutzigen Magd sieht er eine Muse. Diese wiederum glaubt endlich jemandem zu begegnen, der ihre „große Psyche“ wertschätzt. Der Dichter nimmt sich auf dem Lechnerhof ein Zimmer, bald können die „Gletscherrose“ Mirzl und „Sigi“ die Augen nicht mehr voneinander lassen.

Knecht Loisl setzt derweil seinen Plan um. Doch die Absicht, Burgl wieder ins eheliche Schlafzimmer zu treiben, misslingt gehörig. Nach dem ersten Schreck, bei dem sich vor allem Sigi Schreiberling als panische Memme die Blöße gibt, geht Mirzl zum Gegenangriff über. Sie greift zur Heugabel und vertreibt das „Gespenst“ mit einem Stich in den Hintern. Am nächsten Tag kann die misslungene Aktion nicht geheim gehalten werden und es geht rund. Vroni Selmaier und Alex Beilhack spielen unter viel Gelächter und Beifall Schwester und Schwager von Siegfried Schreiberling. Während die herrische Brunhilde (Vroni Selmaier) von der Männlichkeit des Bauern und Knechts angetan ist, stiehlt Alex Beilhack als Ehemann Isidor mit wenigen Sätzen allen die Show. „Brunhilde isch bidde disch, keine Indimidädn“ (Intimitäten) sächselt er unter nervösem Geblinsel und Gezucke, und gibt sich dabei größte Mühe eine schlechte Figur zu machen.

Seinen ersten Bühnenauftritt meistert Alex Beilhack überzeugend. Das schauspielerische Talent hat er wohl von seinem Vater geerbt. Die „gehobene Gesellschaft“ um die Schreiberlinge und das bodenständige Landvolk um die Lechners treffen aufeinander, die Situation eskaliert.

Wer wissen will, wie es ausgeht, hat dazu noch am heutigen Freitag, 10. März, und am Samstag, 11. März, jeweils um 20 Uhr beim „Rauschuber“ die Möglichkeit. 

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