Gemeinderat

Wer soll das neue Pfarrhaus bezahlen?

Nicht ohne die schon mehrfach geführte Diskussion über die Zuständigkeit der Finanzierung des neuen Pfarrhauses lief die Abstimmung über den Bauplan im Hohenpoldinger Gemeinderat ab. Gemeinderatsmitglied Heribert Winhart mahnte erneut an, dass dieser Bau, der in erster Linie der Pfarrgemeinde und damit der Kirche zugute komme, nicht aus dem Gemeindehaushalt bezahlt werden solle. Ein Argument, das schon bei der Bürgerversammlung Ende November von weiteren Stimmen genannt wurde.

Hohenpolding – Nach der Präsentation der Baupläne gab Winhart zu, dass das Gebäude „sicherlich eine gute Sache ist“. Bürgermeister Heribert Niedermaier entgegnete, dass es „sicher nicht Aufgabe der Gemeinde“ sei, den Neubau zu finanzieren, für den man „viel Geld in die Hände nimmt“. Letztlich hätten aber alle Hohenpoldinger einen Nutzen. Beispielsweise Vereine könnten auch vom neuen Pfarrheim profitieren. Außerdem beteilige sich das Ordinariat mit einer Summe, die der Mitnutzung für 30 Jahre entspricht. Desweiteren kämen Zuschüsse von der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE).

Mehrere Gemeinderäte sprachen sich in der Diskussion für den Bau aus, dieser sei ein „Mehrwert“ oder auch eine „Aufwertung“ für die Gemeinde. Allein die öffentlichen Toiletten, auch barrierefrei für die Nutzung von Behinderten, seien längst fällig. Hauptargument für das Engagement der Gemeinde ist nach wie vor die Prognose des Ordinariats, dass ein Neubau in deren Händen „erst in Jahrzehnten“ verwirklicht werden könnte.

Vor der Diskussion hatte Heribert Niedermaier anhand des Bauplans, der mit einer Gegenstimme genehmigt wurde, die Gestaltung präsentiert. Der Neubau soll auf der Fläche des baufälligen Pfarrheims entstehen. wegen der Hanglage an der Schulstraße sind zwei Eingänge auf verschiedenen Stockwerken geplant, beide barrierefrei.

„Die Fassade des Treppenhauses könnte mit Lärchenholz verkleidet werden“, so Niedermaier. „Wir versuchen den Bau in einem ländlichen Stil zu halten, deshalb sind wir auch von einem Pultdach abgewichen und beabsichtigen nun ein Satteldach.“ Im Erdgeschoss soll das Herzstück des Pfarrhauses, ein circa 60 Quadratmeter großer Saal, verwirklicht werden. Der Plan, innerhalb des Saales eine Trennwand zu installieren, die weder die gesamte Raumhöhe abdeckt, noch schalldämmend wäre, wurde breit diskutiert und nicht endgültig entschieden.

Aus dem Saal führen zwei große Glastüren auf eine glasüberdachte Terrasse. Auf der der Kirche zugewandten Südost-Seite ist eine Glasfassade geplant, die für genügend Licht im Saal sorgen soll. Auch den Giebel zu verglasen, wurde von den Gemeinderäten schnell verworfen. Von dieser Seite her soll auch das durchgehend geöffnete WC im Untergeschoss zu erreichen sein, ohne dass man Zutritt zu anderen Räumen hat. Das ganze Haus soll über eine Gastherme beheizt werden, der beabsichtigte Anschluss an ein Fernwärmenetz ist nicht praktikabel. Warmwasser ist somit dezentral gesichert, über Durchlauferhitzer. Der nächste Schritt hin zum Bau ist die Vorlage beim Ordinariat, das den Plan unterschreiben muss. Fabian Holzner

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