Gewässerplan löst Unverständnis aus

Steinkirchen - „Hydromorphologische Umsetzungskonzepte für Flusswasserkörper.“ So lautete das zentrale Thema im Gemeinderat Steinkirchen.

Schon beim Verlesen des Tagesordnungspunktes geriet Steinkirchens Bürgermeisterin Ursula Eibl bei der jüngsten Sitzung ins Stottern.

Ein solches Konzept soll sich auch die Gemeinde Steinkirchen zulegen, und zwar für die 6,1 Kilometer der Vils, die durchs Gemeindegebiet fließen. Hintergrund ist eine „Wasserrahmenrichtlinie“, die das Europäische Parlament beschlossen hat, und die die Anforderungen an den Gewässerschutz vereinheitlichen soll.

Der Steinkirchener Gemeinderat blieb vom Beschluss des Europäischen Parlaments ziemlich unbeeindruckt, auch, als Kämmerer Karlheinz Miksch nachlegte und bei der Diskussion noch das Wort vom „Flussgebietsmanagement“ beisteuerte.

Die Bürgervertreter blieben ganz pragmatisch und wollten erst einmal wissen, was denn nun konkret gemacht werden soll. Da aber musste die Verwaltung passen. „Da geht es um kleinere Maßnahmen“, meinte Miksch, ohne genauer zu werden.

Nur eins begriffen die Gemeinderäte ganz schnell: Es muss ein großer und teurer Plan her für die ganzen 87 Kilometer der Vils. Den bezuschusst die EU mit 75 Prozent, so dass für den Anteil der Gemeinde Steinkirchen erst einmal nur 762,50 Euro übrig blieben, die zu zahlen wären.

Ohne einen solchen Plan aber werden die konkreten Baumaßnahmen, die vielleicht dabei erarbeitet werden, aber nicht bezuschusst. „Da muss erst ein Konzept da sein“, sagte der Kämmerer.

Das ärgerte gleich mehrere Gemeinderäte, und Walter Heilmeier erinnerte die Kollegen daran, dass diese Zuschüsse auch noch unsicher seien. Für bereits erledigte Maßnahmen habe die Gemeinde nichts bekommen. Das, was die Gemeinde sich leisten könne für den Gewässerschutz zu tun, gehe auch ohne einen solch großen Plan, mutmaßte er. Dass der Stephansbründlbach zu wenig Sauerstoff habe, sei bekannt. „Und in Pfaffing, da können wir auch durchlatschen“, meinte Heilmeier etwas salopp, ohne Widerspruch zu ernten.

Von Alex Wegmeier kam dann schließlich der Antrag, den Punkt zurückzustellen. Die Gemeinde sollte schon wissen, was für Maßnahmen konkret zu unternehmen seien. Schließlich stünden diese bereits im bestehenden Gewässerentwicklungsplan. Die Gemeindechefin zog daraufhin die Vorlage erst einmal zurück.

(klk)

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