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Düstere Aussichten befürchten die Mitglieder der BI Holzland mit den Bau einer dritten Startbahn. Foto : fkn

Holzland will keine "Airfolgsregion" werden

Kirchberg - Eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen wird auch massive Verschlechterungen für die Holzlandgemeinden mit sich bringen. Bund Naturschutz und Bürgerinitiative befürchten eine totale „Verlärmung“.

Kirchberg/Attaching - Zahlreiche Bürger sind dem Aufruf von Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative (BI) Holzland gefolgt und haben sich am Freitag in Attaching die Auswirkungen einer dritten Startbahn für die ehemals eigenständige Gemeinde erklären lassen. Dabei ging es auch um Folgen für das Holzland. Enttäuschend für BI-Sprecher Rainer Forster: Von Politikerseite nahm lediglich Dieter Neumeier, Gemeinderat aus Kirchberg, an der Veranstaltung teil. Forster: „Die Kommunalpolitiker in Taufkirchen und dem Holzland scheinen lieber bei der Verteilung des Umlandfonds dabei zu sein.“

Sprecher der Attachinger Bürgerinitiative hatten der Delegation aus dem Holzland eindrucksvoll geschildert, dass im Ort ein Leben mit der geplanten dritten Startbahn nicht mehr möglich sein wird. Wie Forster berichtet, haben Sprecher der Attachinger Bürgerinitiative betont, dass sie „keine Berufsdemonstranten“ seien. Für die Attachinger gehe es um ihre Heimat und ihr Leben. Die Flugzeuge würden in einer Höhe zwischen 50 und 100 Metern über die Häuser fliegen. Der Kindergarten und die Schule müssten, wie auch die anderen Häuser, gegen Wirbelschleppen der Flugzeuge gesichert werden, die bis zu 120 Kilometer schnell sein können und alles weg fegen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Manfred Pointner aus Freising, betonte, dass die Lärmbelastung von 58 dB(A) auf über 70 dB(A) steige, was mehr als eine Verzehnfachung des gefühlten Fluglärms bedeute. Pointner verwies auf die Auswirkungen auf die Gesundheit, die in Langzeitstudien in der Schweiz und in Dänemark untersucht wurden. Eines der erschreckenden Ergebnisse ist die Zunahme der Infarktsterblichkeit um 50 Prozent bei Menschen die einer Belastung von 60 dB ausgesetzt waren.

Thomas Kleber (BN) und Forster befürchten neben den vielen notwendigen Infrastrukturmaßnahmen eine deutliche Zunahme des Flugverkehrs. „Es geht hier in erster Line um den Wettbewerb mit Frankfurt und Berlin. Mit nur 390 000 Start und Landungen im Jahr, die eher rückläufig sind, sehe ich noch reichlich Kapazität zu den 550 000, die mit einem Zwei-Bahnen-System möglich sind“, bewertete Kleber die Situation. Forster rechnet mit einem ruinösen Wettbewerb unter den Flughafenbetreibern bei weiter sinkenden Flugbewegungen, da ab 2012 zusätzlich zur Ticketabgabe noch eine CO2-Abgabe Flüge deutlich teuerer machen wird.

Die Sprecherin der BI Holzland, Angelika Kerschbaumer, befürchtet eine „Verlärmung“ im Holzland, wenn der Moos-Airport zu einem internationalen Drehkreuz ausgebaut wird. Auf eine solche „Airfolgsregion“ könne man getrost verzichten, meinte Kerschbaumer.

Anton Renner

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