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Von Puccini bis Rammstein

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Ein tolles Konzert hat das Vocal-Ensemble Nurmana in Inning gegeben. Foto: Kuhn
Ein tolles Konzert hat das Vocal-Ensemble Nurmana in Inning gegeben. Foto: Kuhn

Inning - Nurmana, die bayerische Variante von „Nur Männer“, heißt das Vocal-Ensemble, das in der Holzlandhalle am Wochenende mit seinem Premierenkonzert einen gewaltigen Erfolg feierte.

Eine lange Schlange vor dem Eingang ist selbst in Erding eine Seltenheit. Sogar Innings Bürgermeister Josef Naderer musste sich hinten anstellen. Nurmana, das sind Sepp Jell, Stefan Kräutler, Markus Kunzendorf, Christian Weber, Peter Maier, und Christian Rott, haben sich zusammen getan und ein Programm einstudiert, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Mittelalterliche Minne-Gesänge wurden abgelöst von den Männerchor-Klassikern wie „In einem kühlen Grunde“. Giaccomo Puccini kam zu Ehren, aber auch die Pop-Klassiker von Toto und der Evergreen „Music“ von John Miles. Dass diese Gruppe das Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer nicht auslassen konnte, versteht sich fast von selbst. Sogar vor den Brutal-Rockern von Rammsteim schreckten sie nicht zurück. Deren Stück „Engel“ ist aber auch so ziemlich das einzige dieser für pyrotechnik-lastige Shows bekannten Gruppe, das sich wenigstens annähernd für die Neuinterpretation für Chöre eignet.

Christian Rott ist der künstlerische Kopf, hat viele der Stücke arrangiert. Aber die sechs Herren stellten sich nicht einfach nur vorn auf die Bühne und sangen. Sie lieferten eine perfekte Show ab. Herrlich selbstironisch intornierten sie im Eingangslied sogar die Sorge, sie könnten mit offenem Hosenladen vor das Publikum treten. Eine Videoeinspielung zeigte die Herren, wie sie den Flachmann hervorzogen, um sich Mut anzutrinken, ihren Kampf mit der widerspenstigen Krawatte. Genüsslich bedienten sie so ziemlich alle Klischees, die man über Gruppen von Männern so haben kann und konnten auf verständnisvolles Lachen der Frauen im Publikum hoffen. Und doch braucht auch eine solche virtuose Männerrunde eine Frau: Johanna Pfeiffer saß am Klavier. Die Sänger wurden ergänzt durch einen Virtuosen der leisen Töne: Pablo Hernandez an der akustischen Gitarre.

Das Konzert wurde perfekt durch eine absolut professionelle Lichtführung, einen brillanten Tontechniker Lothar Schmidt, und eine bis ins Detail abgestimmte Bühnendekoration. Bei aller unbedingten Professionalität bleibt es eine Veranstaltung des Dorfes: Die Frauengemeinschaft sorgte für die Bewirtung, und es waren Gemeinderäte, die emsig noch duzende Stühle herankarrten, um dem unerwarteten Ansturm Herr zu werden. (klk)

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