„Rechtschreibreform“ im Gemeinderat

Steinkirchen - Die Struktur des Erdinger Holzlandes mit seinen vielen kleinen Weilern und Einzelgehöften hat der Gemeinderat jetzt in besonders intensiver Form zu spüren bekommen.

Einzelne Ortsteile der weit verstreuten Gemeinde sind nicht einmal im amtlichen Ortsregister aufgeführt, werden nicht in den topographischen Karten eingetragen. Bei anderen Ortsteilen wiederum ist nicht einmal die exakte Schreibweise allgemein bekannt, was zu erheblicher Verwirrung führen kann.

Das Gremium machte sich jetzt zusammen mit der Verwaltung daran, diese Missstände zu beseitigen. Das gehe aber nur in einem mehrstufigen Verfahren unter Beteiligung der betroffenen Bewohner, erläuterte Bürgermeisterin Ursula Eibl.

Für die Ortsteile Haid und Reith hat die Verwaltung festgestellt, dass diese zwar in der Gemeinde als Ortsteile geführt werden, in den landesamtlichen Unterlagen aber nicht auftauchen. Einstimmig beschloss das Gremium, die Aufnahme der beiden Weiler in das amtliche Ortsverzeichnis für Bayern, sowie in die topographischen Karten in die Wege zu leiten. Xaver Reiser frotzelte sofort: „Dann müssen alle Navis wieder umgestellt werden.“ Nicht ins amtliche Straßenverzeichnis aufgenommen werden soll dagegen Strigl bei Hofstarring. Grund hier: Dieser Außenort ist immer als Teil von Hofstarring geführt worden. Dass es sogar einen Wegweiser dorthin gibt ist für die Räte dabei unerheblich.

Viel Recherchearbeit hat die Verwaltung in die Schreibweise der Ortsnamen von Grabruck und Öd gesteckt. Dafür fanden sich in der Vergangenheit tatsächlich abweichende Schreibweisen. So wurde 1913 Grabruck einmal „Grahbruck“ geschrieben, und Öd hat ein Gemeindeschreiber lange vor dem Internetzeitalter, nämlich 1909, einmal „Oed“ geschrieben. Der Gemeinderat fasste jetzt den Beschluss, dass die amtliche Schreibweise jetzt „Grabruck“ und „Öd“ zu sein hat.

Walter Heilmeier konnte einen weiteren Zweifelsfall anführen. So wusste er, dass zeitweise der Ort Sillading nur mit einem „l“ geschrieben wurde. Möglicherweise bekommt der Rat das Thema noch einmal auf den Tisch. Lindegraß bleibt in der Schreibweise wie es ist, auch wenn es vorgekommen ist, dass das „e“ vergessen wurde. (klk)

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