Andächtig und gottesfürchtig: So lange die Kerzen brennen, verrichten die Gläubigen kniend vor der Bank oder auch sitzend ihr Gebet. Foto: lang

Rosenkranz zu Lichtmess

Thal - Rosenkranz beten am Abend zu Lichtmess war früher in jeder bayerischen Bauernstube angesagt. Dieser alte Brauch ist nun erstmals im Heimatmuseum Thal vollzogen worden. Initiator war Museums-Mesner Alois Schalbeck.

Wie es früher genau zuging, zitierte Schalbeck aus den Aufzeichnungen von Pfarrer Bergmeier aus Langenvils. Der örtliche Bibelkreis untermalte die Veranstaltung musikalisch. Gitte Deistler lud zur Meditation ein und las besinnliche Worte vor, bevor die zahlreichen Anwesenden in ihre Rosenkranzgebete einstimmten.

Wie es früher üblich war, wurde das „Liachtl ozündn“ gepflegt. Die dünnen, geweihten Pfennigkerzlein stammten vom Kramer z’Boiding und vom Gerstner aus Wartenberg. Sie wurden auf einem Nudelbrett aufgestellt, und dann wurde so lange gebetet, bis alle komplett heruntergebrannt waren. Bis zu einer Dreiviertelstunde hat das Rosenkranzbeten an Lichtmess früher gedauert. Die streng Gläubigen knieten während der ganzen Zeit betend neben der Bank, wie es Mesner Alois mit einigen Anwesenden getreu dem Brauch auch tat. Die anderen Teilnehmer zogen es vor, sitzend ihrem Gebet nachzugehen.

Dass so viel Interesse am Lichtmess-Beten vorhanden war, hat die Vorstandschaft des in Thal beheimateten Oldtimervereins, der sich die Pflege des alten Brauchtums und der Kultur auf die Fahne geschrieben hat, total überrascht. Das zeige laut dem Vorsitzenden Barthl Pfanzelt auch, dass durchaus Nachfrage nach solchen Veranstaltungen bestehe und sie deshalb in Zukunft auch regelmäßig durchgeführt werden sollen.

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