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Die Flughafenregion brummt wirtschaftlich. Doch es gibt auch Probleme, wie die IHK jetzt herausfand.

IHK-Standortumfrage

Fachkräftemangel blockiert Wirtschaft

Fehlende Fachkräfte, hohe Bodenpreise, lahmes Internet, schlechte Anbindungen an den Schienen-Güterverkehr – das kritisiert die heimische Wirtschaft an ihrem Standort. Dennoch sind die Betriebe zufrieden.

ERding - In ganz Südbayern hat die Industrie- und Handelskammer die Unternehmen um ein Stimmungsbild gebeten. In den Kreisen Erding und Freising wurden 4000 Unternehmen angeschrieben. 120 in Erding und 117 in Freising nahmen teil. Die Ergebnisse stellte gestern Otto Heinz, Vorsitzender des Regionalausschusses für die Flughafenregion, vor.

Der Standort kommt gut weg: Freising schnitt wie 2015 mit der Note 2,0 ab, Erding fiel leicht von 2,1 auf 2,2 zurück. Zufriedenheit herrscht über die Energieversorgung, die Anbindung an den Luftverkehr und an das Fernstraßennetz sowie mit dem schulischen Angebot.

Der Schuh drückt hingegen bei der Anbindung an den Schienen-Güterverkehr, bei den Preisen für Gewerbe- und Wohnflächen sowie bei den Büro- und Gewerbemieten.

Größten Handlungsbedarf sieht die regionale Wirtschaft beim Fachkräftemangel, bei den Personalkosten sowie bürokratiearmer Verwaltung beziehungsweise Unternehmerfreundlichkeit.

Heinz versicherte, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften „stellt uns langsam aber sicher vor ernstzunehmende Schwierigkeiten“. Das habe gravierenden Folgen: „Aufträge müssen verschoben oder gar abgelehnt werden.“ Zugleich drohten Innovation und Forschung auf der Strecke zu bleiben.

Von mehreren Seiten, versicherte Heinz, steuere man gegen. Die duale Ausbildung werde gestärkt, Weiterbildung intensiviert sowie gezielt um Frauen als Arbeitskräfte geworben. In Flüchtlingen als Arbeitskräfte sieht Heinz eine „große Chance“. Von der Politik erwarte er dabei möglichst niedrige bürokratische Hürden.

Das gilt auch für Genehmigungsverfahren. „Neben einer stärkeren Dienstleistungsmentalität der Ämter muss gleichzeitig die weitere Digitalisierung der Verwaltung gefördert werden“, so der Regionalvorsitzende.

Obwohl bereits Boomregion, herrscht in der Wirtschaft laut Heinz ungebrochen großer Bedarf an Gewerbeflächen – sowohl neues Bauland als auch durch Umnutzung – und das möglichst „zu erschwinglichen Preisen“.

Auch die Wohnungsnot wurde in der Befragung angesprochen. „Die IHK tritt dabei dafür ein, „verstärkt Bauland zu mobilisieren, Baukosten zu senken sowie Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

Die dritte Startbahn war laut Heinz kein Thema der Befragung. „Die IHK für München und Oberbayern ist klar dafür, wir in Erding und Freising haben uns schweren Herzens angeschlossen.“

Auch die Debatte, ob man angesichts explodierender Wohnungspreise überhaupt noch neue Betriebe ansiedeln dürfe, hat die IHK erreicht. Heinz dazu: „Eine künstliche Beschränkung darf es nicht geben. Eine erfolgreiche Wirtschaft muss sich entwickeln können.“

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